Römerschiffprojekte

Römisches Handelsschiff BISSULA

Der Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Universität Trier erforscht in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt das Potential und die Intensität des römischen Seehandels unter besonderer Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit eines rekonstruierten seegängigen Handelsschiffes. Nach drei Jahren Bauzeit wurde das Schiff nun fertiggestellt und nun aktuell gemeinsam mit dem Fachbereich Technik, Maschinenbau der Hochschule Trier erprobt. Ziel ist es, mit modernsten nautischen Messinstrumenten im praktischen Segelversuch erstmals seit der Antike wieder Daten über die Leistungsfähigkeit derartiger Handelsschiffe zu erfassen.

3D-Rekonstruktion des seegängigen römischen Handelsschiffs BISSULA

3D Rekonstruktion des römischen Küstenseglers [Bild: LPDF]

Unter der Ägide von Michael Hoffmann (Hochschule Trier) wurde durch ein Team von studentischen und wissenschaftlichen Mitarbeitern im Labor für Digitale Produktentwicklung und Fertigung (LDPF) ein strukturiertes 3D-Datenmodell des Schiffes nach den Risszeichnungen von Dr. Ronald Bockius vom Museum für Antike Schifffahrt in Mainz erstellt, das u.a. eine Überprüfung der Fahreigenschaften parallel zum realen Nachbau ermöglichen soll. Im Mittelpunkt stehen dabei Untersuchungen zu den Möglichkeiten und Grenzen der Digitalen Rekonstruktion, dem Einsatz virtueller Simulationsmodelle, der Nutzung von 3D-Drucktechnologien sowie neuesten Technologien aus der Virtuellen Realität (VR) in Verbindung mit der experimentellen Archäologie.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des LDPF - Labor für Digitale Produktentwicklung und Fertigung

Römisches Handelsschiff BISSULA in praktischen Segelversuchen

Im Herbst 2011 konnten erste Segelversuche auf der Mosel unternommen werden.

Erste Testfahrt auf dem Mosel
Stromabwärts unter Segeln
Segel reffen

Messung der Leistungsfähigkeit eines Römischen Handelssegelschiffs

Schleppversuch - Sicht vom Schleppboot

Die Fachrichtung Maschinenbau der Hochschule Trier und der Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Trier forschen gemeinsam an der Ermittlung der Leistungsfähigkeit seegängiger römischer (Handels-)Segelschiffe. Nach drei Jahren Bauzeit wurde die exakte Rekonstruktion eines solchen Segelschiffs fertiggestellt, die nun in ihren Segeleigenschaften erprobt wird. Ziel der aktuellen Segelversuche ist es, mit modernen nautischen Messinstrumenten Daten über die Leistungsfähigkeit derartiger antiker Segelschiffe zu erfassen, um daraus Rückschlüsse auf das Potential und die Intensität des römischen Seehandels vor 2000 Jahren zu gewinnen.

Messtechnik des Schleppversuchs

Als Grundlage für die Strömungssimulation des Schiffsrumpfes, musste bei unterschiedlichen Schleppgeschwindigkeiten und unterschiedlichen Beladungen der Wasserwiderstand des Rumpfes erfasst werden. Mit einer 70m langen schwimmfähigen Schleppleine, in deren Hahnepot ein Axialkraftsensor zur Messung des Wasserwiderstandes des Römerschiffs integriert war, wurde das 15 Tonnen schwere Römerschiff von dem Forschungs- und Messboot der Hochschule Trier durch die Mosel gezogen. Die Leinenlänge wurde dabei so gewählt, dass die Wirbelschleppe des Zugbootes die Messungen möglichst wenig beeinflusst.

Die ersten Schleppversuche konnten mittlerweile erfolgreich abgeschlossen werden, so dass auf Grundlage der gewonnenen Messwerten nun die ersten Computersimulationen erstellt werden. Ab dem April 2022 sind neue Schleppversuche an römischen Schiffsmodellen geplant.

Die erste Testfahrt

Drohnenaufnahme der ersten Testfahrt (Klicken Sie auf das Bild)

Ansprechpartner Hochschule Trier

Prof. Dr. Karl Hofmann-von Kap-herr
Prof. Dr. Karl Hofmann-von Kap-herr
Professor FB Technik - FR Maschinenbau

Standort

Schneidershof | Gebäude A | Raum 210

Ansprechpartner Universität Trier

Prof. Dr. Christoph Schäfer
Professur für Alte Geschichte
Universität Trier
Link zur Homepage

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