Im Rahmen eines interdisziplinären Projekts der Studentin Josephine Schäfer im Studiengang Modedesign an der Hochschule Trier wurde der Einsatz von 3D-Scan und 3D-Drucktechnologien zur Umsetzung einer experimentellen Rüstungskollektion untersucht.
Die gestalterische Grundlage von Josephine Schäfer bildete die intensive Auseinandersetzung mit individuellen Erfahrungswelten. Inspiriert von narrativen Universen wie „Lord of the Rings“, „Dune“ oder Videospielen wie „Dark Souls“, entstand eine Kollektion, die emotionale und visuelle Elemente miteinander verbindet. Die Herausforderung bestand darin, diese komplexen, oft abstrakten Eindrücke in physische Formen zu überführen.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts war die Entwicklung geeigneter Herstellungsmethoden für die Rüstungselemente des Entwurfs. Verschiedene analoge und digitale Verfahren wurden untersucht und bewertet. Traditionelle Ansätze wie die Anfertigung durch einen Kunstschmied oder die Verarbeitung von Metallblechen erwiesen sich als kostenintensiv oder technisch schwer umsetzbar. Experimentelle Methoden wie Pappmaché konnten die Anforderungen an Präzision und Stabilität nicht erfüllen.
In Zusammenarbeit mit dem Labor für Digitale Produktentwicklung und Fertigung (LDPF) im Fachbereich Technik der Hochschule Trier wurde schließlich ein digitaler Fertigungsansatz realisiert. Mithilfe eines 3D-Bodyscanners, einer Eigenentwicklung des LDPF, konnte eine passgenaue digitale Grundlage geschaffen werden. Darauf aufbauend entwickelte Nils Friedrich ein detailliertes 3D-Modell der Rüstung entwickelt, das als Basis für die additive Fertigung diente.
Der 3D-Druck erwies sich im Projektverlauf als besonders geeignete Methode: Er ermöglicht eine hohe Formgenauigkeit, Wiederholbarkeit und gestalterische Freiheit. Zudem konnten komplexe Strukturen realisiert werden, die mit konventionellen Verfahren nur schwer oder gar nicht umsetzbar wären. Auch im Hinblick auf Kosten und Produktionsaufwand stellte der 3D-Druck eine effiziente Lösung dar.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie digitale Technologien im Bereich der Modegestaltung neue Ausdrucksmöglichkeiten eröffnen. Insbesondere im Spannungsfeld zwischen individueller Narration, künstlerischem Anspruch und technischer Umsetzung bietet der 3D-Druck ein großes Potenzial für innovative Designprozesse.
Die kostengünstige Fertigung erfolgte in diesem Fall im Fused Layer Modeling Verfahren (FLM) auf dem 3D-Drucksystem Prusa XL im LDPF.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie 3D-Scan und 3D-Druck Technologien innovative Entwurfsmethoden bereichern können.
Einblicke in den Entwurfsprozess bietet eine kurze Projektdokumentation von Josephine Schäfer.
Sie verlassen die offizielle Website der Hochschule Trier