Pressemitteilung

Wenn Jugendliche im Vulkaneifelkreis ihre eigenen Hochwasser-Warnsysteme bauen - wie Digitalisierung vor Ort Resilienz schafft

Foto: Claudy Frankort
Foto: Claudy Frankort

DigiSelfTrans macht erlebbar, wie junge Menschen durch digitale Technologien ihre Umwelt aktiv mitgestalten und so Resilienz und Innovationskraft vor Ort fördern.

Nach 18-monatiger Projektlaufzeit am Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier und dem regionalen Praxispartner DRK Kreisverband Vulkaneifel e.V. zieht das Projekt DigiSelfTrans eine positive Bilanz: Zahlreiche Bildungsangebote, Workshops und Veranstaltungen haben gezeigt, wie digitale Technologien konkret zur Stärkung von gesellschaftlicher Resilienz und Teilhabe beitragen.Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen des DATIpilot-Programms geförderte Projekt verfolgte das Ziel, Menschen zu befähigen, Digitalisierung aktiv und selbstwirksam zu nutzen - vor allem im Kontext von Klimaanpassung und Gesundheitsschutz. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Bürgerinnen und Bürger mithilfe von modernen digitalen Technologien ihre eigene Lebenswelt mitgestalten und wie die dabei gewonnenen Erfahrungen überregional zur Verfügung gestellt werden können.

Im Verlauf des Projekts wurden zahlreiche Formate umgesetzt - von Schulworkshops und Ferienkursen über Lehrerfortbildungen bis hin zu Fachkonferenzen und internationalen Austauschformaten. Besonders erfolgreich waren praxisorientierte Veranstaltungen, in denen über 150 Teilnehmende eigene Ideen entwickelten und praktisch realisierten. So entstanden unter anderem Hochwasserpegel, CO2-Ampeln, Umweltmesssysteme und weitere digitale Anwendungen mit direktem Bezug zur Lebensrealität der Region. Im Vulkaneifelkreis unterstützten Partner wie die Junior Uni Daun, Jugendfeuerwehr Densborn, Jugendrotkreuz Hillesheim und Gerolstein, DRK-Ortsverein Gerolstein e.V., DRK-Bildungswerk Eifel-Mosel-Hunsrück e.V., Repair Cafe Daun sowie der Förderverein BBS Vulkaneifel Gerolstein die teilweise mehrtägigen Aktivitäten.Ein sichtbares Ergebnis ist der Aufbau mehrerer digitaler Hochwasserpegel im Landkreis Vulkaneifel, die auch nach Projektlaufzeit aufschlussreiche Online-Informationen über die Pegelstände der kleinen Bäche im Einzugsgebiet der Kyll liefern. Diese „Bürgerpegel“ entstanden bewusst nicht isoliert, sondern als Teil eines pädagogischen Ansatzes: Ziel war es, Technik greifbar zu vermitteln und junge Menschen zu befähigen, selbst Lösungen für zukünftige Herausforderungen wie Extremwetterereignisse zu entwickeln und so das in der Schule erworbene MINT-Wissen direkt vor Ort selbstwirksam einzusetzen.

Gerade die Workshops mit Jugendlichen zeigten die Wirkung dieses Ansatzes eindrücklich. Die Teilnehmenden erarbeiteten eigene Messsysteme, lernten IoT und eine grafische Programmiersprache, löteten, bauten wasserdichte Gehäuse und eine solare Energieversorgung. Unvergesslicher Abschluss eines jeden Workshops war die gemeinsame Montage des selbstgebauten Pegels in der eigenen Gemeinde, die von Helfern aus Blaulichtvereinen vor Ort unterstützt wurde. Viele Jugendliche berichteten, dass sie oder ihr Umfeld bereits von Hochwasser betroffen waren - und dass es ihnen Sicherheit gibt, den Wasserstand künftig selbst beobachten und einschätzen zu können.„Als Gesellschaft haben wir ein Stück weit verlernt, selbst ins Handeln zu kommen und Dinge aktiv umzusetzen. Genau diese Fähigkeit des ‚Machens‘ ist jedoch entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland ebenso wie für die Perspektiven junger Menschen vor Ort“ sagt Professor Klaus-Uwe Gollmer vom Umwelt-Campus.

Neben der direkten Bildungsarbeit konnten strukturelle Impulse gesetzt werden: Die Vernetzung von Makerspaces, die Einbindung von Bildungseinrichtungen sowie die Entwicklung neuer online Lehr- und Lernformate tragen dazu bei, die Projektinhalte langfristig in der Region zu verankern. Als besonderes Highlight wurde das Projekt als eines von fünf Leuchtturmprojekten der bundesweiten DRK-Strategie 2030 in Berlin ausgezeichnet und wird ab Mai 2026 im DRK-Repair Café in Daun verstetigt. Zudem sind für April, Mai und Juni weitere Seminare mit dem Jugend Rot Kreuz und der Jugendfeuerwehr in Stadtkyll, Üxheim und Jünkerath geplant.Weitere bundesweite Formate wie der Girls’ Day, die CodeWeek, die Maker Faire in Hannover, die Bitkom-Bildungskonferenz wurden genutzt, um über die neuen selbstwirksamen Möglichkeiten der entstandenen Technik zu informieren. DigiSelfTrans hat eindrucksvoll gezeigt, wie Digitalisierung verständlich, zugänglich und gesellschaftlich wirksam gestaltet werden kann. Besonders anschaulich wird der Projekterfolg online: Die entwickelten Bürgerpegel liefern bereits heute Echtzeitdaten aus der Region. Wer tiefer eintauchen oder selbst aktiv werden möchte, findet auf den Projektseiten weiterführende Informationen und konkrete Nachbauangebote.

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