Hochschule Trier

Vom Flachstahl zum fertigen Messer – An der Hochschule Trier fliegen die Funken

Die Maschinenbau-Studierenden am Hauptcampus der Hochschule Trier erlebten vergangene Woche echte Praxisnähe: Studiengangleiter Prof. Armin Wittmann leitete einen Aufsehen erregenden Messerschmiedekurs im Rahmen eines Exkursionsersatzprojektes

Wie entsteht eigentlich ein geschmiedetes Messer? Eine Frage, der sich zwölf Studierende der Fachrichtung Maschinenbau im Rahmen eines Exkursionsprojektes gestellt haben. Unter der Leitung von Herrn Prof. Wittmann und der Unterstützung von Student Herrn Beckmann wurden die interessierten Studenten durch das viertägige Projekt am Hauptcampus geleitet und hielten am Ende ein selbstgeschmiedetes Messer in den Händen.

Die Idee zu diesem Projekt stammt von der Studentenschaft selbst. „Nachdem ich vor einiger Zeit einen Bogenbaukurs angeboten habe, kam von den Studenten die Anfrage, ob man in gleicher Form nicht auch mal einen Messerschmiedekurs anbieten könne“, so Prof. Wittmann. „Mithilfe von unserem Student Herr Beckmann, der im Rahmen einer Projektarbeit den Kurs zu einem großen Teil vorbereitet hat, konnten wir nun diesen Kurs als Exkursionsersatzprojekt anbieten.“ Und dieses Angebot wurde von den Studenten dankbar angenommen. In kurzer Zeit waren alle Kursplätze vergeben.

In einer Vorbereitungsveranstaltung, die pandemiebedingt online stattfand, wurden wichtige Fragen von der richtigen Schutzausrüstung bis hin zu coronabedingten Präventivvorkehrungen beantwortet. Zudem wurden zwei verschiedene Messerarten, ein Küchen- und ein Outdoormesser, vorgestellt. Die Studenten konnten wählen, welches Messer sie am Ende schmieden möchten.

Nachdem sich am Dienstagmorgen alle Teilnehmer vor der Maschinenhalle der Hochschule trafen, wurden die Schmiedeessen sowie alle weiteren Werkzeuge, wie Ambosse und Hämmer aufgebaut. Anschließend ging es zu einer kurzen Vorlesung in den Hörsaal, in der die Grundlagen der Werkstofftechnik und des Eisen-Kohlestoff-Diagramms erneut ins Gedächtnis gerufen wurden.

Als der theoretische Teil abgeschlossen war ging es zum eindrucksvollen Praxisteil über. Jede Gruppe von je vier Leuten schmiedete nun unter Aufsicht und Anleitung von Prof. Wittmann und Herrn Beckmann die Grundform des zuvor entworfenen Messers. Aufgrund der Corona Lage fand der Kurs so weit wie möglich draußen statt, in den Innenräumen bei der Feinbearbeitung trugen alle Teilnehmer unter Einhaltung der Abstandsregeln FFP2-Masken. Nach dem Schmieden ging es in der Maschinenhalle erst mit einem Winkelschleifer und später mit dem Bandschleifer an die weitere Verfeinerung der Messerform. Im nächsten Schritt war das Normalisieren des Stahls an der Reihe. Durch diesen Prozess wird das Gefüge, welches durch das Schmieden inhomogen wurde, wieder in ein homogenes, feinkörniges Gefüge umgewandelt. Bevor das Messer gehärtet und anschließend „angelassen“ wurde, haben die Studierenden in einem Vorschritt die Schneide mithilfe des Bandschleifers bereits weitestgehend vorbereitet. Der letzte wichtige Schritt bestand nun im Schärfen der Klinge sowie dem Anbringen eines passenden Griffs. Auch diesen stellten die Studierenden in der Holzwerkstatt der Hochschule selbst her.

Zum Abschluss der Woche trafen sich alle Beteiligten noch einmal im Hörsaal. Mit frischem Brot und Schinken, das sich jeder mit seinem selbst geschmiedeten Messer schneiden konnte, ließen die Teilnehmer gemeinsam mit Prof. Wittmann und Herrn Beckmann die ereignisreiche Woche Revue passieren und teilten ihre Erfahrungen aus dem Projekt. „Am Ende des Kurses hält jeder der Teilnehmer sein selbstgeschmiedetes Messer in der Hand, jedes für sich ein Unikat. Die Resonanz zu dem Kurs war durchweg positiv, sodass wir hoffen, auch in Zukunft noch einmal die Möglichkeit zu bekommen, den Studenten einen Messerschmiedekurs anzubieten“, resümiert Prof. Wittmann.

 

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