Dr.-Ing. Lukas Lentz wurde 2026 auf die Professur für Technische Mechanik und Festigkeitslehre am Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier berufen. An den Umwelt-Campus führte ihn 2023 die Tandem-Professur, ein damals noch neues Stellenmodell im Rahmen des Projekts „House of Professors“. Mit der Tandem-Professur eröffnet die Hochschule Trier neue, besser planbare Qualifizierungswege hin zur Professur an Hochschulen für angewandte Wissenschaften.
Vor seiner Zeit am Umwelt-Campus war Professor Lentz an der Technischen Universität Berlin tätig. Während seiner Promotion und der anschließenden Post-Doc-Phase beschäftigte er sich mit unterschiedlichen Fragestellungen aus dem Bereich der Simulation technischer Systeme und leitete zuletzt ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Forschungsprojekt zur Simulation nichtlinearer schwingungsfähiger Systeme. Den Praxisbezug zur Anwendung von Simulationen im industriellen Umfeld brachte er aus seiner Tätigkeit als Entwicklungsingenieur beim Triebwerkshersteller Rolls-Royce Deutschland mit.
Während der Tandem-Professur konnte Professor Lentz wissenschaftliche Qualifikation, Lehrerfahrung und industrielle Praxis gezielt miteinander verbinden. Das Modell richtet sich an akademisch hervorragend qualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, die ihre praktische Berufserfahrung außerhalb der Hochschule weiter ausbauen möchten, ohne dafür die Hochschule vollständig zu verlassen. Dadurch wird der Übergang in eine Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften gezielt unterstützt und besser planbar.
Unternehmenspartner während der Tandem-Professur war die Fritsch GmbH aus Idar-Oberstein. Bei der Zusammenarbeit mit dem international tätigen Hersteller hochklassiger Laborgeräte zum Zerkleinern und Messen von Proben lag der Schwerpunkt auf der Simulation von Planetenkugelmühlen. Diese können auf Grund der im Betrieb wirkenden Kräfte nur unzureichend mittels konventioneller Verfahren untersucht werden. Die dabei entstandene enge Verbindung zwischen Hochschule und Unternehmen wird auch über die Tandem-Professur hinaus fortgeführt.
In der Lehre legt Professor Lentz besonderen Wert auf studierendenzentrierte, praxisnahe und aktivierende Formate. Theorie, Simulation, Experiment und technische Anwendung werden dabei eng miteinander verknüpft. Studierende sollen nicht nur fachliche Grundlagen erwerben, sondern diese an realitätsnahen Aufgaben anwenden, eigene Lösungswege entwickeln und moderne digitale Werkzeuge sicher einsetzen. Mit seiner Berufung wird Professor Lentz seine Lehr- und Forschungstätigkeit weiter ausbauen. Ziel ist es, die anwendungsorientierte Ausbildung in der Technischen Mechanik und Festigkeitslehre zu stärken und kontinuierlich an aktuelle Anforderungen anzupassen. Im Fokus stehen dabei neben der Vermittlung fachlicher Grundlagen auch die Themen Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Im Bereich der Forschung beschäftigt sich Professor Lentz vorrangig mit der Simulation und Analyse technischer Systeme. Die dabei verwendeten mathematischen Modelle ermöglichen einen tieferen Einblick in die physikalischen Vorgänge innerhalb dieser Systeme, noch bevor ein Prototyp gebaut werden muss.
Professor Lentz möchte die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen weiter vertiefen und freut sich über anwendungsnahe Forschungsfragen aus der Praxis. Gemeinsam mit Partnern aus der Region sollen wissenschaftliche Methoden genutzt werden, um technische Herausforderungen zu analysieren und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Die Berufung zeigt beispielhaft, wie die Tandem-Professur den Weg zur HAW-Professur erleichtert, Karrierewege besser planbar macht und zugleich die regionale Vernetzung von Hochschule, Forschung und Wirtschaft nachhaltig stärkt.

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