Umwelt-Campus Birkenfeld

Erfolge bei der Steinkrebs-Wiederansiedlung im Hunsrück bei Koblenz – trotz Extrem-Sommer

Für den Besatz, in der Krebszucht Oeversee, ausgebrütete Steinkrebs-Sömmerlinge 2025
Für den Besatz, in der Krebszucht Oeversee, ausgebrütete Steinkrebs-Sömmerlinge 2025 (Foto: Helmut Jeske)

Gekommen, um zu bleiben: Steinkrebse, die in den vergangenen Jahren in einem Bach im Hunsrück bei Koblenz ausgesetzt wurden, haben sich dort erfolgreich etabliert. Bei einem Monitoring in diesem Sommer fanden Wissenschaftler*innen des Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier Tiere aus mindestens zwei Jahrgängen.

Selbst der extrem heiße Sommer und die zeitweise sehr geringe Wasserführung konnten den jungen Bestand offenbar nicht stoppen. Der Steinkrebs ist in Deutschland stark gefährdet und in Rheinland-Pfalz nur noch an wenigen Stellen zu finden. Deshalb wird zum Erhalt und zur Wiederansiedlung dieser Art ein Projekt von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) mit Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz gefördert. Ein in den letzten Jahrzehnten krebsfreier Bach konnte dadurch über drei Jahre mit Krebsnachwuchs besetzt werden, zum Teil mit hochrangiger politischer Unterstützung, z. B. durch die ehemalige Umweltministerin Katrin Eder.

Ein entscheidender Baustein des Projekts war die Nachzucht. Anders als viele andere Krebsarten sind Steinkrebse ausgesprochen schwierig zu vermehren. Gemeinsam mit Helmut Jeske von der Krebszucht Oeversee in Schleswig-Holstein,

Dr. Kai Lehmann vom Institut für nachhaltiges Ressourcenmanagement und dem Steinkrebsenthusiasten Jürgen Frechen als Partner vor Ort gelang es, dafür ein Verfahren zu entwickeln. „Die Bedingungen eines kleinen, kühlen Mittelgebirgsbaches in Zuchtanlagen zu kopieren ist fast unmöglich“, erläutert Helmut Jeske. „Die Steuerung der sehr niedrigen Temperatur und geringen Nährstoffgehalte ist in Zuchtanlagen sehr aufwändig.“

Für Prof. Dr. Stefan Stoll vom Umwelt-Campus Birkenfeld ist der Fund der Steinkrebse ein wichtiger Meilenstein: „Die Wiederansiedlung läuft bislang ausgesprochen gut. Besonders spannend wird das nächste Jahr: Wenn wir dann erstmals hier geborene Jungtiere finden, wäre der entscheidende Schritt zu einer sich selbst erhaltenden Population geschafft.“

Nachweis eines adulten Steinkrebses aus dem Wiederansiedlungsprojekt im Hunsrück bei Koblenz im August 2026
Nachweis eines adulten Steinkrebses aus dem Wiederansiedlungsprojekt im Hunsrück bei Koblenz im August 2026 (Foto: Isabel Janke)
Nachweis eines adulten Steinkrebses aus dem Wiederansiedlungsprojekt im Hunsrück bei Koblenz im August 2026
Nachweis eines adulten Steinkrebses aus dem Wiederansiedlungsprojekt im Hunsrück bei Koblenz im August 2026 (Foto: Isabel Janke)
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