Hochschule Trier

Künstliche Intelligenz als Kollege: Wissenschaftsminister Wolf gibt Startschuss für neues Forschungskolleg

Talkrunde während der Zoom-Konferenz.

Virtueller Auftakt für eine neue Kooperation der Hochschule Trier und der Universität Trier, die komplexe KI-Ökosysteme im Zusammenspiel von Mensch und Maschine untersucht

Trier/Birkenfeld -Mit insgesamt 750.000 Euro fördert das Wissenschaftsministerium ein neues Forschungskolleg von Hochschule Trier und Universität Trier. Die Forschungskooperation untersucht komplexe Ökosysteme der Künstlichen Intelligenz im Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Neben der fachlichen Zusammenarbeit dient das Forschungskolleg der gemeinsamen Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Form von kooperativen Promotionen. Heute hat Wissenschaftsminister Wolf in einer virtuellen Session den Startschuss für das Forschungskolleg gegeben.

Die gewinnbringende Anwendung von Künstlicher Intelligenz als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts erfordert ein komplexes Zusammenspiel von Informationstechnik, Datenverarbeitung und Einsatzbereichen. Aus großen Datenmengen sollen – möglichst in Echtzeit, also direkt beim Entstehen der Daten – Prognosen oder Entscheidungsvorschläge dargestellt und abgeleitet werden. Solche Daten stammen beispielsweise aus mobilen Endgeräten, digitalen Produkten, Produktions- oder Umweltsensoren oder aus Sensoren von Wearables, z. B. Smartphone und Smartwatch. Sie sind Ergebnis der Interaktion von Menschen, Maschinen und Umwelt. Anwendungsszenarien solcher KI-Ökosysteme finden sich in wissens- und planungsintensiven Arbeitsprozessen aus Bereichen wie Robotik, Lieferketten, Produktion, Dienstleistung, der intelligenten Mobilität oder auch der Landwirtschaft.

Die Leitfrage des gestarteten Forschungskollegs „AI-based Self-Adaptive Cyber-Physical Process Systems (AI-CPPS)” lautet daher: Wie können KI-Ökosysteme so realisiert werden, dass sie in komplexen Anwendungsszenarien nachhaltige und anpassbare Prozesse unter Einbezug von Mensch und Maschine ermöglichen? Was muss durchgeführt werden, damit dem System vertraut werden kann und wie reagiert das System auf unerwartete Anforderungen?

„Wissenschaft und Technologie entwickelt sich aktuell hoch dynamisch und unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind national und international an der Spitze dabei. Künstliche Intelligenz wird als Schlüsseltechnologie dazu beitragen, aktuelle Herausforderungen für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu lösen. Rheinland-Pfalz unterstützt diese zukunftsweisende Technologie bereits seit über dreißig Jahren und wir werden auch künftig dieses Engagement mit gezielten Maßnahmen fortsetzen. Unser Ziel als Landesregierung ist es, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz aktiv mitzugestalten und Impulse im Sinne einer ‚KI für den Menschen‘ im Einklang mit unseren Gesetzen, Werten und Moralvorstellungen zu setzen“, so Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. „Wir investieren daher gezielt in KI-Nachwuchs und KI-Fachkräfte durch Qualifizierung und Weiterbildung. Hierzu leistet das KI-Forschungskolleg einen wichtigen Beitrag. Zudem stärkt es die etablierte Forschungskooperation zwischen Hochschule und Universität Trier weiter und bereichert sie um ein gemeinsames Betreuungs- und Qualifizierungsprogramm im Rahmen der kooperativen Promotion. Das steigert die Attraktivität und nationale sowie internationale Sichtbarkeit des Hochschulstandorts Trier und des Wissenschaftslands Rheinland-Pfalz weiter.“

In dem neuen Forschungskolleg arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier (Institute für Softwaresysteme und für Technologiemanagement) mit den Informatikwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universität Trier interdisziplinär zusammen. Mit vorerst neun gemeinsam betreuten Doktorandinnen und Doktoranden wollen sie in diesem Themengebiet international konkurrenzfähige Fortschritte erzielen. Sprecher des Kollegs sind für die Hochschule Prof. Dr. Stefan Naumann und für die Universität Prof. Dr. Ralph Bergmann.

Im Rahmen des heute erfolgten Startschusses wurden seitens der Beteiligten die Ziele des Kollegs vorgestellt. In der anschließenden Talkrunde diskutierten die Wissenschaftler mit dem Minister über Chancen und Optionen der Künstlichen Intelligenz, insbesondere in und für Rheinland-Pfalz.

Begeistert von der Bewilligung des Forschungskollegs zeigt sich Prof. Dr. Dorit Schumann, Präsidentin der Hochschule Trier. Besondere Freude löste hierbei die Tatsache aus, dass sich das Großprojekt hervorragend in das Leitbild der Hochschule für angewandte Wissenschaften fügt. „Die Hochschule legt besonders großen Wert auf praxisnahe Forschung, die am Puls der Zeit stattfinden soll. Das Projekt vereint diese Praxisnähe mit dem Thema Nachhaltigkeit, einem weiteren Grundpfeiler der Hochschule. Das omnipräsente und zukunftsweisende Forschungsfeld der Künstlichen Intelligenz interdisziplinär in einem so großen Rahmen zu fördern, bietet unserem wissenschaftlichen Nachwuchs fantastische Zukunftsaussichten in einem essenziellen Bereich“ so Schumann. „Mit der Universität Trier als bewährtem Kooperationspartner an unserer Seite, blicken wir voller Zuversicht nach vorne. Dieses Mal in einer Partnerschaft, bei der der Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier im Fokus steht.

Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel sieht das Forschungskolleg in einer Reihe erfolgreicher Kooperationen: „Hochschule und Universität in Trier forschen bei verschiedenen Themen gemeinsam. Ich freue mich sehr über diese neue Kooperation auf dem gesellschaftlich sehr wichtigen Gebiet der Künstlichen Intelligenz und sehe es als gutes Signal für den Forschungsstandort Trier. Gleichzeitig schaffen wir optimale Bedingungen für die Doktorandinnen und Doktoranden. Wichtiges Ziel ist es, den wissenschaftlichen Nachwuchs bestmöglich zu betreuen und zu unterstützen. Ich denke, wir können selbstbewusst sagen, dass wir Promovierende bereits heute mit unseren Angeboten sehr gut für ihre Laufbahn in und außerhalb der Wissenschaft vorbereiten.“

Studierende bei der Datenanalyse
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