Umwelt-Campus Birkenfeld

Minister Ebling informiert sich über Ressourceneffizienz und KI am Umwelt-Campus Birkenfeld

Das Präsidium sowie Beschäftigte und Studierende des Umwelt-Campus begrüßten Landtagsabgeordnete Caroline Pehlke (1. Reihe, 3. v. l.) und Minister Ebling (1. Reihe, 5. v. l.) im Technikum Verfahrenstechnik.
Das Präsidium sowie Beschäftigte und Studierende des Umwelt-Campus begrüßten Minister Ebling (1. Reihe, 5. v. l.) und Landtagsabgeordnete Caroline Pehlke (1. Reihe, 3. v. l.) im Technikum Verfahrenstechnik.

Bei seinem Besuch am Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier informierte sich der rheinland-pfälzische Minister für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima, Michael Ebling, über drei aktuelle Forschungsprojekte. Im Mittelpunkt standen neue Ansätze für eine nachhaltige Wasserwirtschaft, eine ressourceneffiziente Keramikproduktion sowie eine KI-gestützte Füllstandserkennung. Für das Projekt NEW WATER übergab der Minister einen Zuwendungsbescheid.

Im Projekt NEW WATER wird die Erschließung neuer Trinkwasserressourcen für Haushalte und die Industrie mit 30.000 Euro bezuschusst, etwa aus Regenwasser oder Oberflächenwasser. Das gewinnt angesichts von Klimawandel und zunehmender Wasserknappheit an Bedeutung. Das Institut für Angewandtes Stoffstrommanagement am Umwelt-Campus Birkenfeld, unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Heck, hat somit die Möglichkeit, seine Expertise in der zukunftsfähigen Wasserwirtschaft in ein Konsortium von 15 Partnern einzubringen, die über vier europäische Länder hinweg zusammenarbeiten.

Mit dem Ziel einer höheren Materialeffizienz in der Keramikindustrie wird das Projekt „Nachhaltige Additive Fertigung von Keramik: Integration von Künstlicher Intelligenz und Optimierung von Prozess- und Ressourceneffizienz (3DKI)“ mit 1,3 Millionen Euro von der Europäischen Union und dem Land Rheinland-Pfalz im Rahmen einer Förderlinie des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima gefördert. Die Förderung soll eine nachhaltige und materialsparende Herstellung von Keramikteilen ermöglichen. Die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Michael Wahl hat in dem von der Universität Koblenz geleiteten Verbundvorhaben die Aufgabe, einen neuartigen 3D-Drucker zu entwickeln, der mit aufbereiteten, keramische Materialien drucken kann, die in einem Kreislaufprozess zurückgewonnen wurden. Das Vorhaben soll den Keramik-3D-Druck weiterentwickeln und materialeffizienter machen. Dabei soll auch Künstliche Intelligenz in alle Bereiche der Prozesskette integriert werden, um die Rückgewinnung von Materialien zu optimieren.

Dass Künstliche Intelligenz auch das Potenzial hat, Lücken in der bestehenden Technik zu schließen, zeigt das dritte Projekt „Akustik- und KI-basierte Füllstandserkennung als kostengünstige Plattformtechnologie (ACO-FILL)“, unter der Leitung von Professor Dr. Florian Mohr (Fördersumme: 282.270 Euro). Hier wird an einer automatischen, KI-gestützten Füllstandserkennung für Behälter gearbeitet. Die geplante Sensortechnik soll im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden kostengünstiger und wartungsärmer sein, aber dennoch zuverlässig arbeiten. Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Inwertsetzung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen“ gefördert. Dieses vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium ins Leben gerufene Förderprogramm, in dem die Projekte von der Europäischen Union und dem Land Rheinland-Pfalz kofinanziert werden, soll dabei unterstützen, dass Forschungsergebnisse aus der Hochschule so weiterentwickelt werden, dass sie kommerziell verwertet werden können. Wege in den Markt können dabei beispielsweise über einen Verkauf, eine Lizenzierung oder eine Ausgründung laufen. 

„Ich freue mich, dass wir das Projekt NEW WATER mit einer Förderung von 30.000 Euro unterstützen können. Angesichts zunehmender Trockenperioden und wachsender Herausforderungen für die Wasserversorgung brauchen wir innovative Lösungen, um unsere Wasserressourcen nachhaltig zu nutzen. Der Umwelt-Campus Birkenfeld zeigt, wie Forschung konkrete Antworten auf solche Zukunftsfragen entwickeln kann. Das gilt auch für die ressourcenschonende Keramikproduktion und den Einsatz künstlicher Intelligenz. Unser Ziel ist es, solche Forschungsergebnisse in die Praxis und in die Wirtschaft zu bringen – zum Nutzen der Umwelt und zur Stärkung unseres Wirtschaftsstandorts Rheinland-Pfalz“, so Wirtschaftsminister Michael Ebling. 

Die Präsidentin der Hochschule Trier, Prof. Dr. Dorit Schumann, betont wie gut das Programm an der Hochschule angenommen wird: „Gerade als Hochschule für angewandte Wissenschaften lehren und forschen wir eng an der Praxis. Das Inwertsetzungsprogramm unterstützt uns dabei, unsere Forschung aus der Laborumgebung in die Öffentlichkeit zu bringen und stärkt damit die regionale Innovations- und Wirtschaftskraft.“

Bei seinem Besuch hob Wirtschaftsminister Michael Ebling die Innovationsstärke des Umwelt-Campus in der Nachhaltigkeitsforschung und der Nutzung von KI für diesen Zweck hervor und betonte die überregional und international besondere Stellung des Campus bei Forschung und Lehre zu diesen Themen. Bei einem gemeinsamen Austausch im Anschluss an die Bescheidübergabe ergaben sich schließlich eine Vielzahl von Ideen für einen effizienten Innovationstransfer in die Wirtschaft.

Minister Ebling (4. v. r.) überreicht den Zuwendungsbescheid für das Projekt NEW WATER an Prof. Dr. Peter Heck.
Minister Ebling (4. v. r.) überreicht den Zuwendungsbescheid für das Projekt NEW WATER an Prof. Dr. Peter Heck.
Minister Ebling informiert sich über Ressourceneffizienz und KI am Umwelt-Campus Birkenfeld
Prof. Wahl und Minister Ebling im Technikum
Minister Ebling informierte sich neben anderen Projekten auch über eine KI-gestützte Füllstandserkennung für Behälter
Minister Ebling und Studentin im Technikum
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