Der Bachelorstudiengang „Maschinenbau – Produktentwicklung und Technische Planung“ am Umwelt-Campus Birkenfeld wird zum Wintersemester 2026/27 neu aufgebaut. Das Studium umfasst künftig sieben Semester und führt zum Abschluss Bachelor of Engineering. Durch mehrere Projektarbeiten wird insbesondere der Praxisanteil weiter gestärkt. Die Studierenden können das in den Vorlesungen erworbene Wissen unmittelbar in modernen Laboren sowie in Forschungs- und Industrieprojekten anwenden.
„Mit der Neugestaltung des Studiengangs haben wir auf die aktuellen Bedürfnisse der Industrie reagiert. Wir bieten eine praxisorientierte Ausbildung, bei der die Studierenden bereits während des Studiums an konkreten technischen Aufgabenstellungen arbeiten“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Michael Wahl, Studiengangsleiter am Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier.
Eine wichtige Neuerung ist die Vertiefungsrichtung Additive Fertigung. Sie ist aus der Forschungsstärke des Umwelt-Campus und den umfangreichen Forschungsaktivitäten im Bereich moderner Fertigungstechnologien hervorgegangen. In dieser Vertiefung lernen die Studierenden verschiedene additive Fertigungsverfahren für Kunststoffe und Metalle kennen und arbeiten selbstständig an den entsprechenden Anlagen.
Bei der additiven Fertigung, die allgemein auch als 3D-Druck bezeichnet wird, entstehen Bauteile schichtweise auf Grundlage eines digitalen Modells. Im Gegensatz zu klassischen Verfahren wird das Material nur dort eingesetzt, wo es tatsächlich benötigt wird. Dadurch lassen sich komplexe Formen, leichte Bauteile und individuell angepasste Produkte herstellen.
Der 3D-Druck bietet große Potenziale für Leichtbau, Ressourceneffizienz und die Entwicklung neuer Produkte. Gleichzeitig eröffnet er neue Möglichkeiten für die Kreislaufwirtschaft. Kunststoffe und Metalle können aufbereitet, erneut als Ausgangsmaterial eingesetzt und zu neuen Bauteilen verarbeitet werden. Die Studierenden beschäftigen sich daher nicht nur mit dem eigentlichen Druckprozess, sondern auch mit der Aufbereitung und Charakterisierung der verwendeten Materialien.
Im Kunststoffbereich können beispielsweise gebrauchte Kunststoffe zerkleinert, aufbereitet und zu Filamenten oder Granulaten für den 3D-Druck weiterverarbeitet werden. Dabei untersuchen die Studierenden, wie sich unterschiedliche Materialien verarbeiten lassen und welchen Einfluss ihre Eigenschaften auf die Qualität der gedruckten Bauteile haben.
Auch für die additive Fertigung von Metall stehen am Umwelt-Campus umfangreiche technische Möglichkeiten zur Verfügung. Zur Ausstattung gehört unter anderem eine Pulververdüsungsanlage, mit der aus metallischen Ausgangsmaterialien feines Metallpulver für den 3D-Druck hergestellt werden kann. Weitere Anlagen ermöglichen es, Metallpulver hinsichtlich seiner Größe, Form, Fließfähigkeit und weiterer Eigenschaften zu charakterisieren.
Durch diese Prozesskette können die Studierenden nachvollziehen, wie aus einem metallischen Ausgangsmaterial zunächst ein geeignetes Pulver und anschließend ein komplexes Bauteil entsteht. Gleichzeitig ergeben sich enge fachliche Verbindungen zur Vertiefung Werkstofftechnik sowie zum Studiengang Bio- und Prozess-Ingenieurwesen/Verfahrenstechnik.
Neben der neuen Vertiefung Additive Fertigung stehen im Maschinenbaustudium drei weitere Vertiefungsrichtungen zur Auswahl:
Entwicklung und Konstruktion:
Hier begleiten die Studierenden die Entwicklung eines Produktes von der ersten Idee bis zur fertigen Konstruktion. Dabei arbeiten sie unter anderem mit modernen CAD- und Simulationsprogrammen.
Intelligente Produktion und industrielle Robotik:
Im Mittelpunkt stehen automatisierte und vernetzte Produktionssysteme, industrielle Roboter, digitale Zwillinge sowie die Planung und Optimierung moderner Fertigungsprozesse.
Werkstofftechnik:
Die Studierenden untersuchen die Eigenschaften von Metallen, Kunststoffen und weiteren technischen Werkstoffen. Sie lernen, Materialien auszuwählen, zu analysieren und gezielt für bestimmte Anwendungen zu optimieren.
Der Studiengang verbindet damit klassische Grundlagen des Maschinenbaus mit aktuellen Themen wie digitaler Produktentwicklung, Robotik, neuen Werkstoffen und additiver Fertigung. Mehrere Projekte, Laborveranstaltungen und die Zusammenarbeit mit Unternehmen sorgen dafür, dass die Studierenden früh Erfahrungen mit realen technischen Aufgaben sammeln.
Die Hochschule arbeitet dabei eng mit regionalen Unternehmen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland zusammen. Für die Studierenden entstehen dadurch Kontakte zu möglichen Arbeitgebern sowie Möglichkeiten für Projektarbeiten, Praktika und Abschlussarbeiten in Zusammenarbeit mit der Industrie.
Absolventinnen und Absolventen bieten sich vielfältige berufliche Perspektiven, beispielsweise in der Produktentwicklung, Konstruktion, Produktion, Automatisierung, Werkstofftechnik oder additiven Fertigung.
Der Studiengang ist zulassungsfrei. Studieninteressierte können sich direkt an den Studiengangsleiter Prof. Dr.-Ing. Michael Wahl m.wahl[@]umwelt-campus[.]de wenden.
Sie verlassen die offizielle Website der Hochschule Trier