Das Land Rheinland-Pfalz fördert das Forschungskolleg PHOENI-X – Prädiktives hybrid-objektorientiertes Energiemanagement mit interaktiven Lernalgorithmen für drei Jahre mit insgesamt 750.000 Euro. In dem von der Hochschule Trier koordinierten Kolleg bündeln der Umwelt-Campus Birkenfeld (UCB), die Universität Trier (UT) und die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) ihre Kompetenzen, um neue, praxisnahe Lösungen für ein intelligentes und energieeffizientes Gebäudemanagement zu entwickeln.
„Ich freue mich, dass durch das Forschungskolleg PHOENI-X die bestehenden Kooperationen zwischen der Hochschule Trier, der Universität Trier und der RPTU weiter ausgebaut werden und so weitere Netzwerke entstehen können. Denn für Fortschritt braucht es sowohl exzellente Grundlagenforschung als auch praxisnahe angewandte Forschung und Entwicklung. Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bringen dafür unterschiedliche Stärken zusammen und schaffen durch ihre Zusammenarbeit einen besonderen Mehrwert“, sagt Dr. Tamara Müller, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit.
„Mit PHOENI-X verbinden wir zwei zentrale Zukunftsthemen: Künstliche Intelligenz und nachhaltige Energiesysteme. Ich freue mich sehr, dass die Hochschule Trier dieses Forschungskolleg koordinieren und gemeinsam mit der Universität Trier und der RPTU Kaiserslautern neue, praxisnahe Lösungen für ein intelligentes Energiemanagement entwickeln wird. Die Förderung unterstreicht zugleich die Stärke hochschulübergreifender Zusammenarbeit. Besonders wichtig ist uns, dass die entwickelten Ansätze am Umwelt-Campus Birkenfeld unmittelbar erprobt und damit Forschung und Anwendung eng miteinander verzahnt werden“, erklärt Prof. Dr. Dorit Schumann, Präsidentin der Hochschule Trier.
Rund ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf den Gebäudesektor. Damit spielt der Gebäudesektor eine zentrale Rolle bei der Erreichung der Klimaneutralität Deutschlands bis 2045. Neben dem Bau, stellt auch der Betrieb der Gebäude eine elementare Säule zur Erreichung der Ziele dar. Herzstück für einen zukunftsfähigen Gebäudebetrieb beschreiben Energiemanagementsysteme (EMS), welche in der Lage sind, die Energiesektoren Strom, Wärme, Gas und Mobilität gesamtheitlich optimal aufeinander abzustimmen. Bisherige am Markt verfügbare Systeme basieren oftmals auf starren Regeln. Moderne Ansätze aus der Forschung sind zwar deutlich leistungsfähiger und beziehen beispielsweise Prognosen für erneuerbare Energien, variable Lasten sowie dynamische Strompreise mit ein, eine breite Anwendung scheitert jedoch bisher am hohen Daten-, Ressourcenbedarf und Modellierungsaufwand.
Gemeinschaftlich wollen UCB, UT und RPTU am Energiemanagement der Zukunft forschen. Dieses soll bestmögliche Effizienz bei maximaler Anpassungsfähigkeit und minimalem Ressourcenbedarf bieten und sich mit geringem Aufwand auf unterschiedlichste Gebäudetypen – vom Einfamilienhaus bis zum Industriestandort – übertragen lassen.
„Das Energiemanagement besteht aus drei Säulen: der physikalischen Gebäudemodellierung, der Prognose und dem Energiemanagement selbst“, erklärt Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Fabian Kennel (UCB). „Dabei bereichert die RPTU das Forschungskolleg durch Ihre Expertise im Bereich der Modellierung, die Universität Trier durch ihr Know-How aus dem Bereich Prognose und der UCB durch sein Fachwissen im Bereich des Energiemanagements“ erläutert Prof. Dr.-Ing. Daniel Görges (RPTU).
Dabei möchte das Forschungskolleg die bisherigen Praxishürden neuer Forschungsansätze durch eine Symbiose aus Künstlicher Intelligenz und Systemmodellierung bewältigen. Integrierte Sprachmodelle unterstützen die Energiemanagementsysteme im laufenden Betrieb sowie bei der Inbetriebnahme. Ein objektorientiertes Konzept macht die Methoden modular und anpassungsfähig.
Das Forschungskolleg PHOENI-X bietet einzigartige Möglichkeiten für die beteiligen Partner. So können die Forscher aus PHOENI-X interdisziplinär über die Hochschulgrenzen hinaus mit den Forschungsgruppen der anderen Partner zusammenzuwachsen, voneinander lernen und gemeinschaftlich Neues schaffen. Dafür wurde ein übergreifendes Qualifizierungs- und Betreuungsprogramm zusammengestellt, um einen bestmöglichen Austausch der beteiligten Doktoranden, Professoren und Mentoren zu erwirken. Mit PHOENI-X entsteht ein zukunftsweisender Ansatz für den interaktiven Gebäudebetrieb von Morgen und damit ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität von Deutschland.
Hintergrund zur Förderung
Das Forschungskolleg PHOENI-X wird im Rahmen der Förderlinie „Forschungskollegs Rheinland-Pfalz“ für drei Jahre gefördert. Für die Projektlaufzeit von Juli 2026 bis Juni 2029 erhalten die drei Hochschulen insgesamt 750.000 Euro. Davon entfallen 375.000 Euro auf die Hochschule Trier und jeweils 187.500 Euro auf die Universität Trier und die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau.
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