Umwelt-Campus Birkenfeld

Den digitalen Aufbruch und die Energiewende selbst gestalten

IoT2-Werkstatt als Mitmachtprojekt aus dem Digitalgipfel 2016 zieht Bilanz

Gestartet als digitale Bildungsidee zum nationalen IT-Gipfel 2016 in Saarbrücken erweist sich das Konzept eines anfassbaren Internets der Dinge (IoT) als einmaliges Werkzeug zur Mitnahme der Gesellschaft. Ob CO2-Ampel, Starkregenpegel, Schimmelwarner, grüne Steckdose, Balkonkraftwerk oder Solartisch – Making und Digitalisierung gehen dabei Hand in Hand mit der spielerischen Umsetzung neuer Ideen. Die Initiatoren veröffentlichen ein Büchlein, dass Mut machen soll, Digitalisierung und Energiewende selbst in die Hand zu nehmen.

Der fortschreitende Klimawandel, die endlichen Ressourcen unserer Erde und die digitale Transformation werden unser Leben in den nächsten Jahrzehnten gravierend verändern. Jeder weiß darum und ahnt, wie dringend eine aktive gesellschaftliche Beschäftigung mit diesen Themen ist.

Nur wie kommen wir vom Reden ins Handeln?

Gemeinsam mit der Expertengruppe IoT im Digitalgipfel und Makern aus der Zivilgesellschaft hat der Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier als Deutschlands führende Hochschule der Klima- und Energiewende[1] dazu die IoT2-Werkstatt ins Leben gerufen. Ein offenes MINT-Bildungskonzept, welches auch digitalen Novizen erlaubt, eigene Projekte im Internet der Dinge und des Denkens (IoT2) zu entwickeln und praktisch umzusetzen[2]

Rechtzeitig zum Digitalgipfel 2022 haben die Initiatoren nun ihre Erfahrungen in einem Büchlein dokumentiert und auf der Webseite des Umwelt-Campus veröffentlicht.

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik (MINT) bilden dabei die Basis des Konzeptes „Der Schlüssel zur Beherrschung aktueller und zukünftiger Krisen ist genau dort zu finden“ sagt Guido Burger, ein engagierter Maker aus Stuttgart und einer der Mitinitiatoren. Von Fridays for Future, über Extinction Rebellion und die Letzte Generation – überall demonstrieren junge Menschen zurecht für den Erhalt unseres Planeten.

„Einfach machen, studiert MINT oder geht ins Handwerk. Werdet mit euren innovativen Ideen Teil der Veränderung der Welt" appelliert Professor Klaus-Uwe Gollmer vom Umwelt-Campus an die Jugend. „Gebt der Jugend endlich das digitale Werkzeug an die Hand, die zukünftigen Probleme nicht nur zu beklagen, sondern selbst neue Lösungen zu entwickeln“ geht der Appell aber auch gleichzeitig ans Bildungssystem und die Politik.

Was da möglich wäre, zeigen tausende Selbstbau-Projekte der IoT2-Werkstatt, die bisher bundesweit auch an Schulen erfolgreich durchgeführt wurden.

Als herausragende Anwendung hat sich dabei die IoT-CO2-Ampel[3] erwiesen. Lebensmittel- und Wasserhygiene sind heute selbstverständlich. Angesichts weltweit drohender Pandemien gibt es aber erheblichen Nachholbedarf bei der Raumluftqualität. Da ist es schon etwas deutlich Anderes, ob ein gekaufter Sensor an der Wand hängt, oder ob ein von den Jugendlichen selbstgebautes und durchschautes System an die MINT Hintergründe der Lüftungsregeln erinnert.

IoT2 für den Schutz der Menschen, nicht nur vor infektiösen Aerosolbelastungen, sondern auch vor Klimafolgen, wie den Starkregenereignissen im Sommer 2021 an Ahr und Kyll. Von Schüler*innen selbstgebaute IoT-Starkregenpegel[4] überwachen nun bereits verschiedene Gewässer in den Landkreisen Vulkaneifel und St. Wendel.

Aktuell fokussieren sich die Anwendungen auf den sparsamen Umgang mit Energie. Sei es beim Lüften oder der Vermeidung von Feuchteschäden bei niedrigen Raumtemperaturen. Außerdem im Büchlein: Das Monitoring von elektrischen Energieverbrauchern mittels intelligenter Steckdosen und das Schalten in Abhängigkeit vom Angebot an erneuerbaren Energien. Mit der Datenpuls–App[5] färben wir erstmals den Strom aus der heimischen Steckdose bunt ein. Außerdem unterstützt uns IoT2 bei der Eigennutzung von Solarenergie beim Balkonkraftwerk[6].

So können Herausforderungen sichtbar gemacht werden (Luftqualität, CO2, Energie, Klimafolgen), Hackathon-Veranstaltungen schaffen Freiraum, um gemeinsam Lösungen zu finden und basierend auf den selbst gewonnenen Erkenntnissen anschließend das Handeln zu verändern: Lüften, Stromverbraucher schalten, Balkonkraftwerk betreiben.

Digitalisierung ist im Kern die Grundlage für unser aller Zukunft. MINT Zusammenhänge erkennen und gemeinsam innovative Lösungen in einer ungeahnten Geschwindigkeit zu finden, wird zum entscheidenden Faktor. Heutige Investitionen in die Bildung werden sich in der Zukunft um ein Vielfaches bezahlt machen. „Tun wir es - jetzt!” sagen die Initiatoren und verweisen stolz auf den Solartisch, den die IoT2-Werkstatt vor wenigen Wochen auf Deutschlands größter Maker-Messe in Hannover vorgestellt hat.

Ansprechpartner
Prof. Dr. –Ing. Klaus-Uwe Gollmer
k.gollmer(at)umwelt-campus.de
06782-171223

Weitere Infos und Download der Veröffentlichung unter: https://www.umwelt-campus.de/iot-werkstatt/news-detailansicht/6-jahre-iot-werkstatt-aktueller-denn-je

 

[1]https://www.renn-netzwerk.de/news/detail/news/umwelt-campus-birkenfeld-greenmetric-2021

[2]www.deutschland-intelligent-vernetzt.org/app/uploads/2017/06/Positionspapier_IoT-Werkstatt_EG_M2M.pdf

[3]https://www.umwelt-campus.de/campus/aktuelles/medien-presse/pressemitteilungen/covid-19-co2-lueftungsampel-im-selbstbau-sorgt-fuer-bundesweites-aufsehen

[4]https://www.hochschule-trier.de/forschung/forschungsprofil/aktuelles/detail/modellprojekt-an-der-kyll-ucb

[5]https://www.umwelt-campus.de/iot-werkstatt/news-detailansicht/datenpuls

[6]https://www.umwelt-campus.de/iot-werkstatt/news-detailansicht/iot-werkstatt-in-der-make-4-22

Aktuelle Anwendung: Die intelligente Steckdose schaltet, wenn viel grüner Strom im Netz ist.
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MINT-Schnuppertage: Schüler*innen besuchen im November 2022 die IoT-Werkstatt.
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Digitalisierung anfassbar: Schüler*innen realisieren ihre eigene Idee. Hackathon zum IT-Gipfel 2016, die Geburtsstunde der IoT2-Werkstatt.
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