Architektur

1. Preis beim Urban Mining Student Award 2025/26

Der Entwurf "Kette.Schuss.Knoten" von Katharina Frescher und Julius Gasper gewinnt den 1. Preis bei dem Urban Mining Student Award. Das Projekt ist im Rahmen des Moduls Vertiefung im Master betreut durch Prof. Petra Riegler-Floors entstanden.

Der Wettbewerb

Urban Mining Student Award 2025/26: Innovative Konzepte für eine nachhaltige Zukunft
Die bergische Universität Wuppertal ruft regelmäßig im Rahmen des Urban Mining Student Award einen Wettbewerb aus, der darauf abzielt, Konzepte, Ideen und Strategien zur Förderung einer konsequenten Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. Die Teilnehmer sollen Entwürfe und Konstruktionen für Neubauten, Umbauten und Erweiterungen unter besonderer Berücksichtigung der Umwelt- und Ressourcenschonung erstellen.

“Stoff.Wechsel: Hand.Werk.Stadt - Die neue Tuchfabrik!”
Im Rahmen des Urban Mining Student Award 2025/26 wurde eine kreative Visionen für eine nachhaltige und zukunftsweisende Umnutzung der Tuchfabrik Hardt & Pocorny in Radevormwald gesucht – einem historischen Fabrikareal mit großem städtebaulichem Potenzial. Die diesjährige Aufgabenstellung verbindet generationenübergreifendes Wohnen, gewerbliche Nutzungen und die Integration einer Ausbildungsstelle für Handwerksberufe. Damit soll ein Ort entstehen, an dem Wohnen und Arbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft stattfinden und neue Impulse für eine Renaissance des Handwerks gesetzt werden. Ziel ist es, ein tragfähiges Nutzungskonzept zu entwickeln, das ökologische, soziale und ökonomische Aspekte in einem zukunftsfähigen Gesamtkonzept vereint. Gesucht werden innovative Ideen zur kreislaufgerechten Transformation und Vitalisierung des Bestands – mit Blick auf Ressourcenschonung, städtische Nachverdichtung und soziale Durchmischung.

Mehr zum Wettbewerb und den weiteren Preisträger:innen hier.

Außenperspektive Tuchpassage
Nutzungs- und Aufbauisometrie
Grundriss EG Tuchpassage M1:200

Projektbeschreibung

Kette. Schuss. Knoten | Ein neues Gewerbe für Radevormwald

Das ehemalige Fabrikareal an der Wupper wird als historischer Produktionsort weiterentwickelt. Ausgangspunkt des Entwurfs ist das Prinzip der Tuchproduktion: Kette, Schuss und Knoten werden als räumliches Leitbild auf den Ort übertragen. Die bestehenden Gebäudestrukturen bilden das tragende Gerüst des Quartiers, neue Wege und Verbindungen durchziehen das Areal, während zentrale Bindewerke unterschiedliche Nutzungen miteinander verknüpfen.

So entsteht ein Quartier, in dem Wohnen, Handwerk und Ausbildung eng miteinander verwoben sind. Bestehende Gebäude werden weitergenutzt, Materialien wiederverwendet und neue Räume rücksichtsvoll ergänzt. Gemeinschaftlich nutzbare Bereiche, flexible Gebäudestrukturen und handwerkliche Ausbildungsstätten fördern Austausch, Produktion und Lernen und knüpfen gleichzeitig an die industrielle Geschichte des Ortes an.

Die Transformation versteht sich simultan als materieller Kreislauf. Im Sinne des Urban Mining werden Bauteile des Bestands sowie Materialien aus regionalen Infrastrukturprojekten in neue konstruktive Zusammenhänge überführt. So bilden Bahnschienen das Tragwerk der Werkstätten, wiederverwendete Ziegel werden zu Kappendecken gefügt und ehemalige Bahn- und Straßenschilder als Fassadenelemente eingesetzt. Auf diese Weise bleibt die industrielle Identität des Areals sichtbar und wird in eine ressourcenschonende Zukunft weitergeführt.

Ergänzt wird das Konzept durch eine ökologische Freiraumstrategie mit naturnahen Uferbereichen, Biodiversitätsdächern und einem nachhaltigen Regenwassermanagement. So entsteht ein Quartier, das industrielle Geschichte, handwerkliche Produktion, ökologische Aufwertung und zirkuläres Bauen miteinander verbindet.

Innenperspektive Werkstatt
Konstruktionserläuterung Werkstätten
Innenperspektive Atelier
Längsschnitt Atelier

Feedback der Jury

Preisträger*innen und Organisator*innen im Wuppertaler Gaskessel / Foto von TEAMhillebrandt

Die Jury würdigte den Beitrag als „herausragend" in seiner konzeptionellen Stringenz, konstruktiven Präzision und räumlichen Qualität: Der Bestand der ehemaligen Tuchfabrik wird hier nicht nur weitergenutzt, sondern in eine neue räumliche und konstruktive Ordnung überführt. Das Leitmotiv der Webkunst – Kette, Schuss, Knoten – übersetzt das Team in ein architektonisches Prinzip, das die lineare Struktur der Fabrik zu einem urbanen Gefüge weiterdenkt. Hervorgehoben wurde neben dem Einsatz vorhandener Bahnschienen als tragende Bauelemente, der bewundernswerte hohe Anteil wiederverwendeter Bauteile. Hier gehts zum ganzen Artikel.

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