Technische Gebäudeausrüstung & Versorgungstechnik (B.Eng.)

Die Energiewende stellt uns vor die Herausforderung, innovative und vernetzte Gebäude- und Versorgungstechnik zu entwickeln, die unseren Umgang mit Energie und unser Leben nachhaltig verändern wird. Wie machen wir aus Gebäuden zukünftig Smart Buildings? Wie entwickeln wir Versorgungsnetze von Städten intelligent weiter? Wie lassen sich Energie, Wasser, Strom und Wärme verknüpfen?

Der Studiengang Technische Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik (B.Eng.) bereitet die Studierenden darauf vor, die Energiewende und unsere Zukunft aktiv mitzugestalten.

Studienaufbau

Der Bachelor-Studiengang umfasst 7 Semester. In den ersten drei Semestern des Bachelorstudienganges stehen vorwiegend die naturwissenschaftlichen Grundlagen sowie das technische Basiswissen im Mittelpunkt. Ergänzt wird dieser Ausbildungsabschnitt durch Fächer, in denen die für den Ingenieur unerlässlichen betriebswirtschaftlichen und juristischen Kenntnisse vermittelt werden. Ebenfalls zu diesem Studienabschnitt gehört die Informatikausbildung.

In den höheren Semestern erfährt das Studium eine stärkere fachspezifische Ausrichtung. Hier stehen als Pflichtfächer die Kernfächer der Versorgungstechnik (Heizungstechnik, Klimatechnik, usw.) im Mittelpunkt. Ergänzt wird dieses Fächerspektrum durch Wahlpflichtmodule (Technisches Englisch, Lichttechnik, etc.). Wahlpflichtmodule wählen die Studierenden selbst aus, wobei Prüfungsleistungen in einer bestimmten Anzahl dieser Fächer erbracht werden müssen. Im Rahmen dieser Wahlpflichtmodule können auch Lehrveranstaltungen anderer Studiengänge der Hochschule Trier oder anderer Hochschulen besucht werden.

Das 5. Semester ist ein Praxissemester, in dem die Studierenden ihre bis dahin erworbenen Fähigkeiten erstmals in einem Unternehmen der Technischen Gebäudeausrüstung bzw. der Versorgungstechnik anwenden. Anstelle des Praxissemesters ist auch ein Studiensemester an einer ausländischen Hochschule möglich. Dazu wurde mit dem Bachelor-Studiengang Energie et Environment der Universität Luxembourg ein Kooperationsabkommen geschlossen. Mit der Einführung des Praxissemesters wurde auf das frühere obligatorische Vorpraktikum verzichtet.

Den Abschluss des Studiums bildet im 7. Semester die Bachelorarbeit, die zum überwiegenden Teil bereits außerhalb der Hochschule in einem Unternehmen der Versorgungstechnik oder Technischen Gebäudeausrüstung angefertigt wird. Die Abschlussarbeit umfasst einen Zeitraum von 6 bis 10 Wochen. Mit dieser Arbeit stellen die Studierenden unter Beweis, dass sie in der Lage sind, erfolgreich ein Fachproblem innerhalb einer vorgegebenen Frist selbständig mit wissenschaftlichen Mitteln zu bearbeiten.

Aufbauend auf das Studium wird an der Hochschule Trier der Masterstudiengang Energiemanagement angeboten. Dieser praxisbezogene Studiengang befähigt zu Führungspositionen in der Wirtschaft und zu einer Laufbahn im höheren öffentlichen Dienst.

Praxisbezug

Das Studium an Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften zeichnet sich gegenüber einem universitären Studium durch mehr Praxisbezug und weniger Theorie aus. Das beginnt schon damit, dass all unsere Dozent*innen mehrjährige Berufserfahrung besitzen müssen. Manche sind sogar dauerhaft in Nebentätigkeit in der Praxis aktiv oder führen eigene Ingenieurbüros.

Diese Berufserfahrung fließt in die Vorlesungen ein zum Beipiel in Form von praxisbezogenen Beispiel- und Übungsaufgaben, Erfahrungsberichten und Anekdoten.

Außerdem werden begleitend zu den meisten technischen Fächern (bspw. Heizungstechnik, Kältetechnik, Klimatechnik) Laborversuche angeboten. Hierbei haben die Studierenden Gelegenheit, in unserer Maschinenhalle an realen Anlagen praxisnahe Aufgabenstellungen zu bearbeiten. Beispielsweise Messung von Pumpenkennlinien, Messungen an Solarzellen, pH-Wert Messung, Titration, Leistungsmessung von Wärmeübertragern, Netzmessung in Luftkanälen, Abgasmessung an einer Gastherme, Bilanzierung von Mikro-BHKW, um nur einige zu nennen.

Dabei führen die Studierenden, vorbereitet durch begleitende Versuchsbeschreibungen, die Messungen unter Anleitung selbständig durch, erfassen die Messwerte, werten diese aus und diskutieren und bewerten die Ergebnisse. Das theoretische Wissen aus den Vorlesungen wird dadurch praktisch angewandt und erfährt somit eine Vertiefung.

Die Labore werden in der Regel in Gruppenarbeit mit jeweils vier bis sechs Studierenden durchgeführt und dienen somit auch der Vorbereitung auf Teamarbeit im späteren Berufsleben.

Schließlich beinhaltet der Studiengang ein Praxissemester. In diesem arbeiten die Studierenden über einen Zeitraum von 20 Wochen direkt im beruflichen Umfeld. Das aufnehmende Unternehmen können sich die Studierenden frei aussuchen, sofern dort ingenieurmäßiges Arbeiten im Studienfach gewährleistet ist.

Berufsbild

Zum Lebensstandard der Industriegesellschaften gehört, dass saubere Luft, sauberes Wasser, Wärme, Licht und elektrischer Strom jederzeit verfügbar sind. Wir sind dermaßen daran gewöhnt, dass sauberes, frisches, kaltes und warmes Trinkwasser aus den Leitungen fließt, wenn wir den Wasserhahn öffnen, dass das Licht angeht, wenn wir den Schalter betätigen oder, dass die Wohnung warm wird, wenn wir die Heizung aufdrehen, dass wir uns kaum Gedanken darüber machen, wie dieser Komfort gewährleistet wird.

Es sind die Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" zusammen mit den ausführenden Handwerksbetrieben und Komponentenhersteller, denen wir diese Versorgungssicherheit zu verdanken haben.

Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" sind bei Planung, Bau und Betrieb der technischen Einrichtungen federführend. Dies umfasst in der Gebäudetechnik die Gewerke

  • Heizungstechnik,
  • Klimatechnik,
  • Lüftungstechnik,
  • Kältetechnik,
  • Sanitärtechnik,
  • Gastechnik,
  • Elektro- und Lichttechnik.

Meist kommen einem beim Begriff "Gebäude" zuerst Wohngebäude in den Sinn, also Ein- und Mehrfamilienhäuser, Reihenhäuser, Wohnblocks usw. Von den dort installierten versorgungstechnischen Systemen hat jeder eine ungefähre Vorstellung. Aber auch Bürogebäude, Schulen, Versammlungsstätten, Hotels, Krankenhäuser, Gewerbegebäude, Industriehallen, Gaststätten und ähnliche Einrichtungen sind Gebäude, die mit Strom, Gas, Wärme, Wasser und Luft versorgt werden wollen und je nach Nutzungstyp unterschiedliche Anforderungen haben.

In Industriebetrieben tritt zu den oben genannten Gewerken oft noch die Versorgung mit

  • Dampf
  • Thermalöl und 
  • Druckluft

hinzu, sowie die 

  • Prozesswasser- und
  • Abwasseraufbereitung.

Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" stellen aber nicht nur die Verteilung innerhalb von Gebäuden sicher. Auch die Versorgung bis zum Gebäude sowie die Entsorgung der anfallenden Abluft- und Abwasserströme gehören zu ihrem Tätigkeitsgebiet.

Daher sind sie auch an Planung, Bau, Betrieb, Instandsetzung und Optimierung von

  • Kraftwerken,
  • Stromnetzen,
  • Gasnetzen,
  • Wassernetzen,
  • Abwassernetzen,
  • Kläranlagen

beteiligt.

Durch die während des Studiums vermittelten Grundlagen ist es außerdem möglich als Quereinsteiger in anderen Branchen Fuß zu fassen, wie zum Beispiel

  • Umwelttechnik,
  • Feuerungstechnik,
  • industrielle Wärmetechnik.

Bereiche wie

  • Energie- und Gebäudemanagement,
  • Energieberatung,
  • Gebäudeautomation,
  • Vertrieb,
  • Kundenservice,
  • Ausbildung, Schulung, Lehre,
  • Forschung und Entwicklung

runden das Tätigkeitsspektrum ab.

Selbstverständlich kann keine einzelne Person alle oben genannten Felder alleine abdecken. Das Studium der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" erlaubt den Absolventinnen und Absolventen aber den Einstieg in diesen Bereichen. In den ersten Berufsjahren erfolgt dann eine Spezialisierung in einem bestimmten Teilgebiet. Man wird zum Beispiel "Fachplaner Heizungs-, Klima- und Lüftungstechniker" in einem Planungsbüro, "Betriebsleiter Versorgungstechnik" in einem Industriebetrieb, "Schulungsreferent Heizgeräte" bei einem Kesselhersteller oder "Leiter Netzbetrieb Gasversorgung" bei einem Energieversorger. Man ist mit der ersten Anstellung auch nicht vollkommen festgelegt. Etwa während der ersten fünf bis zehn Berufsjahre kann man sich noch relativ problemlos umorientieren und seinen Arbeitsschwerpunkt verlagern.

Zur reinen Versorgungssicherheit ist in den letzten Jahren ein weiterer grundlegender Aspekt zum Berufsbild "Technische Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" hinzugetreten: die Energiewende. Diese fordert eine vollständige Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien (Wind- und Wasserkraft, Solar- und Geothermie, Photovoltaik, Biogas, Biomasse) und eine drastische Minderung des Energiebedarfs in allen Bereichen. Um diese Ziele zu erreichen, müssen die derzeit vorhandenen Versorgungs- und Nutzungsstrukturen vollkommen umgestellt werden. Daher werden talentierte, kreative, motivierte, leistungsfähige Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" dringend benötigt.

Berufsaussichten

Der Arbeitsmarkt für Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" ist nach wie vor sehr gut. Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen bei:

  • Ausführenden Firmen der Heizungs-, Klima-, Lüftungs-, Kälte- und Sanitärtechnik
    Akquise, Planung, Bauleitung, Abnahme
  • Herstellern von Anlagenkomponenten (Heizgeräte, Klimageräte, Kältegeräte, usw.)
    Vertrieb, Schulung, Forschung+Entwicklung
  • Planungsbüros
    Akquise, Beratung, Planung
  • Beratungsfirmen
    Akquise, Analyse, Beratung, Berichterstattung
  • Stadtwerken
    Betrieb, Wartung, Planung, Einkauf, Verkauf
  • Kraftwerken
    Betrieb, Instandhaltung, Optimierung
  • Wasser- und Abwasserwerken
    Betrieb, Instandhaltung, Optimierung
  • Industrie
    Betrieb, Instandhaltung, Optimierung

Die Einstiegsgehälter von Berufsanfänger*innen lagen im Jahr 2020 je nach Branche zwischen 47.000 € und 52.000 € (Brutto-Jahresentgelt, Medianwerte). Nach zehn Jahren beträgt das durchschnittliche Jahresgehalt über alle Sparten hinweg 66.200 € brutto. Je nach Tätigkeitsgebiet und Verantwortungsbereich können aber auch deutlich höhere Gehälter erreicht werden.
Quelle: https://www.ingenieur.de/karriere/gehalt/das-verdienen-ingenieure-in-deutschland-wirklich/

Auch Luxemburg bietet einen attraktiven Arbeitsmarkt für unsere Absolvent*innen. Hier sind die Bruttogehälter vergleichbar, geringere Abgaben führen aber zu deutlich höherem Netto-Einkommen.

Der Studienort Trier bietet durch seine Nähe zu Luxemburg beste Voraussetzungen, um frühzeitig Kontakte ins Nachbarland zu knüpfen.

Zulassungsvoraussetzungen
  • Allgemeine Hochschulreife,
  • Fachhochschulreife,
  • Meisterausbildung oder
  • berufliche Ausbildung mit qualifiziertem Ergebnis (mindestens 2,5).
  • Ausreichende Deutschkenntnisse:
    • DSH (Stufe 2)
    • TestDaF (durchgehend Stufe 4)
    • deutsches Sprachdiplom (zweite Stufe)
    • kleines oder großes Sprachdiplom oder C1-Prüfung des Goethe-Instituts 
    • C1-Prüfung von Telc und TASI
    • zentrale Oberstufenprüfung (ZOP)

Grundsätzlich gilt als Zulassungsvoraussetzung die Hochschulzugangsberechtigung nach §65 Abs. 1 und 2 HochSchG oder eine durch die zuständigen staatlichen Stellen als gleichwertig anerkannte Hochschulzugangsberechtigung.

Bewerbungen und Einschreibung

Die Einschreibung ist sowohl zum Wintersemester als auch zum Sommersemester möglich. Das Wintersemester ist jedoch grundsätzlich das 1. Semester. Wird das Studium zum Sommersemester begonnen, erfolgt die Einschreibung in das 2. Semester (die Inhalte des 2. Semesters bauen teilweise auf den Inhalten des 1. Semesters auf).

Bei einer Einschreibung zum Sommersemester kann das erste Semster jedoch auch als Orientierungssemester gezählt werden. Wenden Sie sich hierzu im Vorfeld an den Studienservice.

Die Einschreibung erfolgt im Bewerbungsportal

Bewerbung für Studierende höherer Semester

Natürlich müssen auch bei Bewerbungen für höhere Fachsemester die allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sein. Über die Einstufung in das jeweilige Semester entscheidet der Fachbereich auf Grundlage der bisher erbrachten Leistungen an der vorherigen Hochschule.

Bewerbung zum Zweitstudium

Ein Zweitstudium ist gegeben, wenn bereits ein mit Erfolg abgeschlossenes Erststudium vorliegt. In diesem Falle ist der Bewerbung zusätzlich eine beglaubigte Kopie des Abschlusszeugnisses sowie bei N.C.- Studiengängen eine Begründung des Zweitstudienwunsches beizufügen.

Bewerbungsfristen

Die aktuellen Bewerbungsfristen finden Sie hier: Bewerbungsfristen

Kontakt und Beratung

Auf einen Blick

  • ABSCHLUSS
    Bachelor of Engineering (B.Eng.)
  • STUDIENBEGINN
    Sommer- & Wintersemester
  • REGELSTUDIENZEIT
    7 Semester | 210 ECTS, inkl. Praxissemester 
  • ZULASSUNGSMODUS
    zulassungsfrei, kein Numerus Clausus (N.C.)
  • STUDIENFORM 
    Vollzeit, auch ausbildungsbegleitend möglich
  • KEINE STUDIENGEBÜHREN
    Hinweis zum Semesterbeitrag
  • INTERNATIONALITÄT 
    internationale Studien- und Projektarbeiten möglich, optionales Auslandssemester
  • BESONDERHEITEN
    hoher Praxisbezug, zukunftsorientiert, unterstützende Angebote (Tutorien, Abendkurse), kleine Lerngruppen, intensive Betreuung, familiäre Atmosphäre, hervorragende Berufsaussichten

BEWERBUNGSPORTAL Semestertermine STUNDEN- UND PRÜFUNGSPLÄNE

Bitte beachten Sie: Sobald Sie sich das Video ansehen, werden Informationen darüber an Youtube/Google übermittelt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Google Privacy.

back-to-top nach oben