Lehre

Konsum und Nachhaltigkeit

Konsum und Nachhaltigkeit

MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN FÜR DESIGN IM GESELLSCHAFTLICHEN KONTEXT

Nachhaltigkeit ist keine neue Herausforderung für gestalterische Aufgaben. Zum Beispiel einigte sich vor 50 Jahren die deutsche Getränkeindustrie auf eine Einheitsflasche, um die Handhabung der Mehrwegverpackung ökonomischer zu lösen. Die damals ausgewählte Perlenflasche von Kupetz ist heute ein Markenzeichen deutschen Industriedesigns und steht für ein Erfolgsmodell einer nachhaltigen Branchenlösung. Dennoch wird die Brunnen-Einheitsflasche heute durch PET und Markenflaschen abgelöst. Wer oder was nachhaltiger ist, ist schwer zu beurteilen. Fest steht, dass der Genuss von Wasser aus Flaschen gewaltig zugenommen hat, obwohl dieses Lebensmittel auch direkt aus der Leitung in die Küche kommt. 

In interdisziplinärer Lehre möchte ich zum Nachdenken und Diskutieren anregen, wie man in den unterschiedlichen Kontexten und Arbeitsweisen unseres Fachbereichs mit dem Anspruch der Nachhaltigkeit konfrontiert wird. Welche Kriterien, welche Standards und welche Visionen haben wir? Eine historische und soziologische Einführung in die Thematik liefert Grundlagen und Orientierung für eine Analyse bei gestalterischen Aufgaben in der Zukunft. In Praxisprojekten können wir an aktuellen Aufgabestellungen der Wirtschaft oder aus dem öffentlichen Sektor die Umsetzung üben.

SAMMELN UND PRÄSENTIEREN

SAMMELN UND PRÄSENTIEREN

ANSPRUCH UND PRAXIS IM MUSEUM 

Alle Fachrichtungen des Fachbereichs Gestaltung haben eine Verknüpfung zum Arbeitsfeld Ausstellung, Kulturerbe und Museum, sei es in der räumlichen oder virtuellen Szenografie, in der Museums- und Eventkommunikation oder in Konservierung, Restaurierung und Neubau. Als Vorbereitung für Teamlösungen und für die selbständige Bearbeitung von Teilaufgaben ist es hilfreich, sich grundsätzlich mit der Institution Museum vertrautzumachen. Verschiedene Ansprüche und Konventionen konkurrenzieren sich, meist kulturell und national geprägt, oftmals unausgesprochen. Manchmal entzündet sich an Diskussionen um Museen eine weiterführende gesellschaftliche Debatte wie derzeit zum Humboldt Forum in Berlin: Wie können wir unsere Kulturhäuser dekolonialisieren?
Ich selbst habe als Referentin in kulturhistorischen Ausstellungen und als Assistenzkuratorin von A = Ausleihe über N = Nuit blanche bis Z = Zinkfraß dazugelernt. Als Historikerin beschäftige ich mich mit ethischen, wissenschaftlichen und praktischen Herausforderungen von Objekthandhabung, Digitalisat und Inszenierung.

Interdisziplinäres Lehrangebot im SS 2020

Museum, bisher und in Zukunft

Verankert in StudIP unter KD Bereich B4, KONTEXT  
Modul BKD 4.10_Berufliche und zivilgesellschaftliche Praxis
5 ECTS - Seminar 3 SWS
Termin: Montags 14:00 - 16:15 Uhr
Ort: Raum S103, Paulusplatz 4 (Gebäude S), Campus Gestaltung Trier
Beginn: E-Learning; Stud.IP, möglichst 6.4.2020, sonst 20.4.2020 

Von der Architektur und Szenografie bis zur Social Media Werbung sind die Gestalter prägend für das Erlebnis von Ausstellungen und Museumsräumen. Die Designbranche ist heute im breit gefächerten Ausstellungswesen stark gefragt, vom Entwurf kurzlebiger Installationen bis zur Valorisierung im konservatorischen Umfeld von Kulturerbe und Gedenkstätten. Einzelne neue Projekte – wie derzeit das Humboldtforum in Berlin – erreichen dabei eine hohe politische Aufmerksamkeit, während die Klassiker – wie das Louvre in Paris – beinahe am Erfolg ersticken. In diesem Kurs erarbeiten wir Grundlagen zum Museum als kulturelle und gesellschaftliche Einrichtung, als materielles Depot und virtueller Knotenpunkt. Wir schauen uns die Entwicklung zu heutigen Standards internationaler Verbände an und vergleichen dies mit unserer Erfahrung als Museumsbesucher im In- und Ausland.
Der interdisziplinäre Kurs ermöglicht uns, Bereiche und Probleme der Museologie aus allen Fachrichtungen zusammenzutragen. Studentische Aufgaben können entweder im interdisziplinären Team oder fachrichtungsspezifisch gelöst werden. 

Wegen der aktuellen Beschränkungen im öffentlichen Leben werden wir Exkursionen ersetzen durch einen Themenschwerpunkt Digitalität.

Bitte melden Sie sich in STUD.IP für den Kurs an, die Plätze sind begrenzt.
Wählbar für INA, MODE, INTERMEDIA, KD

zu Stud.IP
 

Haare, Stoppeln, Faser und Style

Master Wahlfach im Polymodul
Verankert in StudIP, MA Edelstein Schmuck 
„ESM_T3 Geisteswissenschaften THEMA Haare“ (5 ECTS)
Seminar 3 SWS 
Termin: Montags 10:00 - 12:15 Uhr
Ort: Raum Q18 „Threuter“, Irminenfreihof 8, Trier
Beginn: online / Stud.ip: 06.04.2020

Haare
Haare sind normal, alltäglich und nicht der Rede wert, für viele Lebewesen und für viele Menschen. Manchmal stutzt man allerdings, wieviel Aufregung Haare verursachen können, ein Haar auf dem Bettlaken oder unrasierte Schenkel. Meine Haare sind zum Beispiel so aufgebauscht, dass ich kein normgerechtes Passfoto machen lassen kann. Da stimmt etwas nicht, schimpft der Automat mit mir, achten Sie auf die vorgegebenen Felder. Sind meine Haare zu kringelig oder frisiere ich sie falsch?
In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit einem natürlichen Material und einem Körperkennzeichen. Wir schauen auf kulturelle und politische Themen, die anhand von Frisuren, Farben, Pflege und Einhegung sehr anschaulich werden. Hipsterbärte und Kopftücher, Hygienevorschriften und internationaler Handel von Extensions beschäftigen Tageszeitungen und Kulturwissenschaftlerinnen. Wir untersuchen die Faszination und den Ekel von Wolle, Fell und Haar in Mode, Schmuck, Film, Komik und Oberflächendesign.

Studierende aller Fachrichtungen im Fachbereich Gestaltung sind eingeladen, sich in diesem Kurs über die Grundlagen von Haar als gesellschaftliches Thema, als Wertstoff, als Tabu und als Schönheit zu informieren, gemeinsame Fragen zu klären und über Gruppenarbeit und Impulsreferate aus ihren Fachgebieten beizutragen.

Bitte tragen Sie sich bei Interesse in STUD.IP für den Kurs ein.
Ich werde Sie persönlich benachrichtigen, für welches Modul diese LV Ihnen anrechenbar ist. Wir beginnen wahrscheinlich mit E-Learning-Einheiten, bevor der Präsenzbetrieb wieder aufgenommen wird.

zu Stud.ip

Prof. Dr. Susanne Bennewitz
Prof. Dr. Susanne Bennewitz
Professorin FB Gestaltung - FR Edelstein und Schmuck

Kontakt

+49 6781 9463-26

Standort

Idar-Oberstein | Gebäude 0020 | Raum allg.
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