Bildhauerische Darstellungsformen im Werk von Stefan Dornbusch

Von Häusern und Wolken

Foto: Stefan Dornbusch

Wie lässt sich der Sinngehalt bildkünstlerischer Arbeiten versprachlichen und für ein größeres interessiertes Publikum im Rahmen eines Werkkatalogs aufbereiten? Welche Intentionen verfolgt der Künstler mit seinen Werken und welche Bedeutung generieren die Arbeiten über diesen intentionalen Anspruch hinaus, wenn sie aus der Perspektive kunstwissenschaftlicher Methoden betrachtet werden?

Diese Fragen standen am Anfang unserer produktiven Diskussionen zwischen Bildhauer (Prof. Dr. Stefan Dornbusch) und Kunstwissenschaftler (Prof. Dr. Gerald Schröder). Das Ergebnis unserer Zusammenarbeit ist ein Katalog, der 2023 im Bauhaus-Universitätsverlag unter dem Titel „Pfade durch die fließende Welt“ veröffentlicht wurde, mit aktuellen Arbeiten von Stefan Dornbusch. Dabei werden die Fotografien der Skulpturen und Zeichnungen begleitet durch einen längeren Aufsatz von Gerald Schröder. Dieser verschränkt unterschiedliche kunstwissenschaftliche Methoden – wie Formanalyse, Ikonographie, Materialästhetik, Wahrnehmungsphänomenologie, Erinnerungskultur, Diskurs- und Ideengeschichte – mit einer kunstgeschichtlichen Kontextualisierung, um dadurch die komplexen und durchaus ambivalenten Sinnschichten der künstlerischen Arbeiten freizulegen und sprachlich verständlich zu machen.

Im Fokus der Untersuchung stehen die Reliefarbeiten aus Beton, die sich in zwei zentrale Motivgruppen einteilen lassen: zum einen Arbeiten mit einem Bezug zur Architektur und ihrer projektiven Darstellung auf der Fläche und zum anderen Arbeiten, die sich mit der Darstellung von Wolken und hiermit verwandten Phänomenen wie Dunst und Rauch beschäftigen. Damit thematisieren die Arbeiten die künstlerischen Ideale der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts – wie Leichtigkeit, Beweglichkeit und Immaterialität-, denen sich auch viele Architekten dieser Zeit verschrieben hatten. Die aktuellen Arbeiten von Stefan Dornbusch erscheinen wie kritische Nachbilder der Moderne mit all ihren ambivalenten Aspekten von sozialer Utopie und Umweltzerstörung.

Laufzeit Januar 2023 – Juni 2023

Projektleitung an der Hochschule Trier:

Prof. Dr. Gerald Schröder
Professor FB Gestaltung - FR Kommunikationsdesign

Standort

Paulusplatz | Gebäude S | Raum 13
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