ALAFERM

Die Molke, ein Nebenprodukt, wird dank Wissenschaftlern und Käsern aus der Großregion zu einer Ressource: einem innovativen und gesundheitsfördernden Nahrungsergänzungsmittel

Grafik: ALAFERM

Das Projekt befasst sich mit der gemeinsamen Herausforderung der Verwertung von Nebenprodukten der Agrar- und Lebensmittelindustrie in der Großregion (Belgien, Luxemburg, Deutschland, Frankreich) sowie mit dem Bedarf, die Nachhaltigkeit im Milchsektor zu verbessern. Derzeit wird Molke, ein Nebenprodukt der Käseherstellung, nicht ausreichend genutzt und erzeugt Abfälle. Dieses Projekt zielt darauf ab, Molke in ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel umzuwandeln, wodurch die Umweltbelastung durch die Entsorgung dieses Nebenprodukts reduziert und die Ressourcennutzung nachhaltiger gestaltet wird.

Das übergeordnete Ziel ist die Entwicklung eines Nahrungsergänzungsmittels auf Basis fermentierter Molke, das Präbiotika und Probiotika enthält, die die Darmgesundheit fördern. Dieses Projekt wird eine bedeutende Verbesserung darstellen, indem es eine neue, umweltfreundliche und wertschöpfende Lösung für die Milchindustrie einführt. Ziel ist auch die Förderung der Integration anderer Molkequellen, wie Ziegen- oder Schafmilch, um die Produktvielfalt zu erweitern.

Die wichtigsten Ergebnisse werden in fünf Arbeitsmodulen umgesetzt:

  1.  Experimentelle Forschung und Fermentationsprotokoll: Entwicklung eines optimierten Fermentationsprotokolls für Molke einschließlich der Charakterisierung der ernährungsphysiologischen und funktionellen Eigenschaften des Produkts. Außerdem wird die Nutzung von Molken aus der Milch anderer Tiere (Ziegen, Schafe usw.) in Betracht gezogen, um die Anwendungsmöglichkeiten zu erweitern. Basierend auf Verbrauchertests und durchgeführten Messungen könnte eine künstliche Intelligenz das Potenzial von Molke, die nicht in der Studie enthalten ist, vorhersagen
  2. Untersuchung der Wechselwirkungen und Anwendungen: Analyse der Interaktion des fermentierten Produkts mit pathogenen Bakterien und Untersuchung seiner Kompatibilität für die Integration in andere Materialien oder Formulierungen. Eine pulverförmige Version des Produkts sowie die Auswirkungen ihrer Rehydratation werden ebenfalls untersucht.
  3. Sensibilisierung und Kommunikationskampagne: Aufklärung der Käsereien über die Vorteile der Verwertung von Molke.
  4. Schulung der Akteure der Wertschöpfungskette: Schulungen zur Fermentation von Molke und deren Anwendungsmöglichkeiten im Milch- und Lebensmittelsektor.
  5. Bewertung der Umweltauswirkungen: Analyse der ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile dieser Verwertung zur Förderung der Nachhaltigkeit des Projekts.

Die Zielgruppen sind Käsereien, Milchproduzenten und Verbraucher.
Der grenzüberschreitende Ansatz ermöglicht es, Ressourcen zu bündeln und Praktiken in der gesamten Großregion zu harmonisieren, wodurch ein abgestimmter ökologischer Wandel gefördert wird. Dieses Projekt ist innovativ, da es neue Molkequellen erschließt und ein nachhaltiges Modell für die regionale Milchindustrie schafft. 

Konsortium 5 finanzielle Partner: Centre de Coopération Technique et Pédagogique, Gesundheitswissenschaften, Liège, Belgien (Lead); Hochschule Trier, Lebensmittelinnovation, Gesundheit und Nachhaltigkeit, Trier, Deuschland; Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, AutomatiQ, Saarbrücken, Deutschland; Université de Liège, Abteilung für Lebensmittelwissenschaften, Liège, Belgien; Université de Lorraine, Laboratoire d'Ingénierie des Biomolécules, Nancy, Frankreich; 16 strategische Partner: Laboratoires ABIA, Meursault, Frankreich; Laboratoires Standa, Caen, Frankreich; La Fromagerie du Bairsoû, Trois-Ponts, Belgien; Fromagerie du Samson, Marche en Famenne, Belgien; La Fromagerie du Vieux Moulin, Herve, Belgien; Fromagerie du Gros Chêne, Mean, Belgien; Het Hinkelspel, Gent, Belgien; Terre de Fromages, Herve, Belgien; CIL BFC Est, Laxou, Frankreich; Société Fromagère de Raival, Raival, Frankreich; Fromagerie Dongé, Triconville, Frankreich; Birkenhof Warndt, Naßweiler, Deutschland; Schreiber France, Cléry le Petit, Frankreich; Altfuchshof, Kahren, Deutschland; Vulkanhof Ziegenkäserei, Gillenfeld/Vulkaneifel, Deutschland; DIVERSIFERM, Gembloux, Belgien;
Gefördert durch Europäische Union
Im Programm Interreg Großregion 2021-2027
Fördersumme 4.258.597 €; Anteil der Hochschule Trier: 721.630 €
Laufzeit Januar 2026 - Dezember 2028

Projektleitung an der Hochschule Trier:

Prof. Dr. Arash Sadeghi Mehr
Professor FB Bauen + Leben - FR Lebensmitteltechnik

Kontakt

+49 651 8103-412
+49 651 8103-413

Standort

Schneidershof | Gebäude D | Raum 012
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