Passender hätte der Veranstaltungsort kaum sein können: Die Pauluskirche, die seit Jahren auf eine neue Nutzung wartet, steht exemplarisch für viele Kirchengebäude in Deutschland, die vor einem Wandel stehen. Gleichzeitig zeigte der außergewöhnlich heiße Sommerabend eine oft übersehene Qualität solcher Gebäude: Während auf dem Paulusplatz die erste große Hitzewelle des Jahres spürbar war, bot der Kirchenraum angenehme Kühle und damit ganz praktisch einen Ort des Rückzugs.
Durch den Abend führte Katharina Mentler vom Vorstand des Vereins Baukultur Trier. Die Vorträge beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven: Prof. Dipl.-Ing. Andrea Wandel (Hochschule Trier) stellte gelungene Beispiele bereits realisierter Kirchenumbauten vor. Dr. Georg Breitner und Hermann Condné vom Bistum Trier gaben Einblicke in die Immobilienstrategie des Bistums und den Umgang mit dem kirchlichen Gebäudebestand. Dekan Prof. Dr.-Ing. Matthias Sieveke (Hochschule Trier) richtete den Blick auf die Pauluskirche selbst und ihre Potenziale als kreativer Ort für Hochschule und Stadtgesellschaft. Dr. Hannah Völker (GDKE Rheinland-Pfalz) erläuterte die Perspektive des Denkmalschutzes und zeigte Umnutzungsbeispiele aus Deutschland und der Region Trier. Den Abschluss bildete Prof. h.c. Dipl.-Ing. Alois Peitz, der aus seiner langjährigen Erfahrung heraus, sowie dem Blick ins europäische Ausland, für den Erhalt von Kirchengebäuden und deren Weiterentwicklung als offene Räume der Zivilgesellschaft plädierte. Ergänzt wurde das Programm durch eine Ausstellung von Arbeiten der Studiengänge Architektur und Innenarchitektur der Hochschule Trier, die sich mit der Um- und Weiternutzung sakraler Bauten auseinandersetzten.
Trotz unterschiedlicher Perspektiven zeigte sich in den Vorträgen eine gemeinsame Erkenntnis: Wer Kirchengebäude erhalten will, muss sie zugleich weiterentwickeln. Durch Kooperationen, neue Nutzungskonzepte und die Einbindung lokaler Akteure können aus Leerständen wieder lebendige Orte der Begegnung, des Austauschs und des gesellschaftlichen Zusammenhalts werden.
Anschließend setzte sich der Austausch bei Getränken und Gesprächen auf dem Paulusplatz bis in die späten Abendstunden fort. Die große Resonanz des Abends zeigte, wie aktuell und relevant die Frage nach der Zukunft unserer Kirchengebäude ist. Ob daraus weitere Projekte, Kooperationen oder Veranstaltungsformate entstehen, bleibt abzuwarten – Gesprächsstoff für die Zukunft gab es jedenfalls reichlich.
Sie verlassen die offizielle Website der Hochschule Trier