Campus Gestaltung, Architektur

Internationale Zusammenarbeit für nachhaltige Architektur: Delegation der German Jordanian University am Campus Gestaltung

Begrüßung der jordanischen Delegation / Foto: Paul Pletz

In der Woche vom 22. Juni 2026 begrüßte der Studiengang Architektur am Campus Gestaltung der Hochschule Trier eine Delegation der School of Architecture and Built Environment (SABE) der German Jordanian University (GJU).

Der Besuch fand im Rahmen des vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projekts „Building Sustainable Futures“ statt. Ziel des Projekts ist es, die strategische Zusammenarbeit zwischen beiden Hochschulen im Bereich Nachhaltigkeit auszubauen. Lehre, anwendungsorientierte Forschung und Hochschulentwicklung werden dabei miteinander verknüpft, um gemeinsam nachhaltige Lösungen im Bereich der Architektur zu entwickeln.

Im Mittelpunkt der Projektwoche standen Untersuchungen zum thermischen Komfort und zur raumklimatischen Qualität ausgewählter Gebäude auf dem Campus Schneidershof sowie am Campus Gestaltung - Irminenfreihof. Studierende und Lehrende beider Hochschulen führten Messungen direkt vor Ort durch, werteten die gewonnenen Daten gemeinsam aus und verglichen die Ergebnisse mit ähnlichen Gebäudesituationen an der Partneruniversität in Jordanien.
Untersucht wurde, wie sich unterschiedliche klimatische Bedingungen auf den Nutzerkomfort auswirken und wie sich Gebäude nachhaltig und klimaangepasst gestalten lassen. Der direkte Vergleich zwischen Gebäuden in Deutschland und Jordanien eröffnete neue Perspektiven auf regionale klimatische Herausforderungen und verdeutlichte den Mehrwert internationaler Zusammenarbeit für die Entwicklung zukunftsfähiger Baukonzepte. 

Im Rahmen dieses Workshops präsentierten Masterstudierende der German Jordanian University und der Hochschule Trier ihre aktuellen Forschungsprojekte. Sie stellten ihre Methoden, den Projektstand und erste Ergebnisse vor und diskutierten diese gemeinsam mit den Lehrenden. Der fachliche Austausch bot Raum für konstruktives Feedback und stärkte die Zusammenarbeit zwischen beiden Hochschulen.

Ergänzend zu den praktischen Untersuchungen fand ein Workshop zur Weiterentwicklung der Architekturausbildung statt. Geleitet wurde der Workshop von Prof. Robert Thum und Prof. Daniel Hoheneder. Begleitet wurde er von den Leitern des DAAD-Projekts Prof. Dr.-Ing. Matthias Sieveke, Dekan des Campus Gestaltung der Hochschule Trier, sowie von Dr. Farah Al-Atrash, Dekanin der German Jordanian University. Im Mittelpunkt des Workshops standen die Entwicklung neuer Lehrmodule sowie die stärkere Verankerung von Nachhaltigkeit und den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) im Lehr- und Studienplan des Fachbereichs Architektur der German Jordanian University. Ziel ist es, angehende Architektinnen und Architekten besser auf die ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.

Ein besonderer Gast der Workshopwoche war Prof. Dr. Natheer Abu Obeid. Der Architekt und Hochschullehrer zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der German Jordanian University, deren Präsident er von 2013 bis 2018 war. Bis heute engagiert er sich intensiv für die internationale Hochschulzusammenarbeit sowie für nachhaltige Architektur und Stadtentwicklung.

Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Dorit Schumann mit Prof. Dr. Natheer Abu Obeid

Bei einem gemeinsamen Treffen von Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Dorit Schumann, Prof. Dr. Natheer Abu Obeid, Dekanin Dr. Farah Al Atrash und Dekan Prof. Dr.-Ing. Matthias Sieveke wurde über die weitere Vertiefung der Partnerschaft zwischen der Hochschule Trier und der German Jordanian University gesprochen. 
(Weitere Informationen)

Den Abschluss der Projektwoche bildete ein gemeinsames Exkursionsprogramm. Die Teilnehmenden besuchten die Valentiny Foundation in Remerschen sowie das Biodiversum im Naturschutzgebiet Haff Réimech in Luxemburg. 
Ergänzt wurde das Programm durch einen Besuch des Dokumentationszentrums der Gedenkstätte SS-Sonderlager Hinzert. Dieser erweiterte den fachlichen Austausch um eine historische und erinnerungskulturelle Perspektive. 

Das Forschungsprojekt machte einmal mehr deutlich, welchen Mehrwert internationale Kooperationen für die Architekturausbildung bieten. Es wird noch bis Ende 2027 durch den DAAD gefördert.  Gefördert vom DAAD aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Prof. Robert Thum und Teilnehmer des Workshops / Bild: Luca Natale
Dekanin Dr. Farah Al Atrash und Dekan Prof. Dr.-Ing. Matthias Sieveke / Bild: Prof. Dr.-Ing. Matthias Sieveke
Teilnehmer des Workshops / Bild: Luca Natale
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