Hauptcampus

Sichere KI für die Region: Hochschule Trier schafft eigene Infrastruktur für Forschung, Lehre und Praxispartner

v.l.n.r. Ralf Becker (Rechenzentrum Hochschule Trier), Prof. Dr. Georg Rock (Fachbereich Informatik, Hochschule Trier) Foto: Laura Stefaniak

Trier, 14.07.2026. Der Fachbereich Informatik der Hochschule Trier hat seine Kompetenzen im Zukunftsfeld Künstliche Intelligenz (KI) weiter ausgebaut: Ein neuer Hochleistungsrechner mit modernsten Grafikkarten ermöglicht es, komplexe KI-Modelle direkt vor Ort zu entwickeln, zu trainieren und einzusetzen.

Das System basiert auf vier NVIDIA-H200-Grafikkarten, die speziell für rechenintensive Anwendungen wie maschinelles Lernen ausgelegt sind. Mit jeweils 140 Gigabyte Arbeitsspeicher und insgesamt über 700 Gigabyte CPU Speicher bietet die Anlage ideale Voraussetzungen für die Verarbeitung großer Datenmengen und das Training moderner neuronaler Netze. Der Hochleistungsrechner erreicht eine Rechenleistung von rund 240 TeraFLOPS* (Floating Point Operations per Second) und wird vom Rechenzentrum des Hauptcampus betreut. Damit können auch sehr große KI-Modelle lokal betrieben werden, die sonst häufig nur in großen Rechenzentren verfügbar sind.

Ein zentraler Vorteil der neuen Infrastruktur liegt in ihrer lokalen Verfügbarkeit: Projekte können ohne Wartezeiten direkt umgesetzt werden. Während externe Hochleistungsrechner oft eine aufwendige Antragstellung und längere Bearbeitungszeiten erfordern, steht die Rechenleistung in Trier unmittelbar für Forschung und Lehre zur Verfügung. So lassen sich Ideen schnell erproben und weiterentwickeln – ein entscheidender Faktor in der dynamischen KI-Forschung.

Auch beim Thema Datenschutz bietet die neue KI-Infrastruktur der Hochschule Trier einen wichtigen Mehrwert. Sämtliche Daten verbleiben innerhalb der eigenen IT-Infrastruktur und werden nicht über externe Cloud-Dienste verarbeitet. 

„Gerade für Unternehmen ist der Datenschutz ein entscheidender Faktor. Bei uns verlassen sensible Daten das Hochschulnetz nicht – weder beim Training noch bei der Anwendung von KIModellen“, erklärt Prof. Dr. Georg Rock, Projektleiter und Prodekan des Fachbereichs Informatik.

Die Einsatzmöglichkeiten der neuen Anlage sind vielfältig: Sie reichen vom Einsatz in der vorausschauenden Wartung von Maschinen über Prognosen im Kundenverhalten bis hin zur Analyse von Bilddaten, etwa in medizinischen Anwendungen zur frühzeitigen Erkennung von Auffälligkeiten.

Entsprechend groß ist auch das Interesse aus der Praxis. Erste Projekte und Abschlussarbeiten entstehen bereits in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen. Der Fachbereich Informatik kooperiert dabei beispielsweise bereits mit der werwie GmbH und der Bob Design GmbH in der Erprobung und Verwendung von künstlicher Intelligenz in innovativen Anwendungsszenarien.

Neben der Forschung spielt der Hochleistungsrechner auch in der Lehre eine zentrale Rolle. Studierende erhalten die Möglichkeit, KI-Anwendungen nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern praktisch umzusetzen – vom Training eigener Modelle bis zur Anwendung komplexer Systeme im realen Kontext. So sammeln sie frühzeitig wertvolle Erfahrungen im Umgang mit modernen KI-Technologien.

„Unsere Studierenden erleben Künstliche Intelligenz nicht nur theoretisch, sondern wenden sie selbst praktisch an. Mit der neuen Infrastruktur schaffen wir dafür hervorragende Bedingungen in einem der wichtigsten Zukunftsfelder“, betont Prof. Dr. Heinz Schmitz, Dekan des Fachbereichs Informatik.

Mit der Investition in die neue Hardware stärkt die Hochschule Trier gezielt ihre Position in der angewandten KI-Forschung und schafft attraktive Rahmenbedingungen für Studierende, Forschende und Kooperationspartner aus der Region.

Internetseiten:

Fachbereich Informatik: https://www.hochschule-trier.de/informatik
Informationen zum Projekt: Projektseite
Bob Design GmbH: https://bobdesign.de
werwie GmbH: https://www.werwie.com/de/

Foto: Laura Stefaniak
Foto: Laura Stefaniak
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