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Standardverweise

Technische Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik (B.Eng)

Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" planen, installieren, betreiben und optimieren die technischen Systeme, die zur Versorgung der Bevölkerung mit Gas, Strom, Wärme, Wasser und Luft erforderlich sind. Darüber hinaus gehören industrielle Systeme zum Bereitstellen von Dampf, Druckluft und Kälte, sowie Anlagen zur Wasser- und Abwasseraufbereitung und zur Entsorgung von Abwasser und Abfall zu ihrem Aufgabengebiet. Dabei behalten sie immer die Wirtschaftlichkeit und Komplexität der Anlagen und deren Energieeffizienz im Auge. Sie leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Lebenskomfort der Allgemeinheit und setzen dabei den technischen Fortschritt in der Praxis um.

Abschluss:

Bachelor of Engineering (B. Eng.)

Regelstudienzeit:

7 Semester (einschließlich Abschlussarbeit)

Praxissemester:

ja, im 5 Semester

Zulassungs­voraussetzungen:

Fachhochschulreife oder Allgemeine Hochschulreife, kein N.C., kein Vorpraktikum

Gebühren:

nur die üblichen Semesterbeiträge

Studienbeginn:

jährlich, zum Wintersemester

Berufsbild und Berufsaussichten

Berufsbild

Zum Lebensstandard der Industriegesellschaften gehört, dass saubere Luft, sauberes Wasser, Wärme, Licht und elektrischer Strom jederzeit verfügbar sind. Wir sind dermaßen daran gewöhnt, dass sauberes, frisches, kaltes und warmes Trinkwasser aus den Leitungen fließt, wenn wir den Wasserhahn öffnen, dass das Licht angeht, wenn wir den Schalter betätigen oder, dass die Wohnung warm wird, wenn wir die Heizung aufdrehen, dass wir uns kaum Gedanken darüber machen, wie dieser Komfort gewährleistet wird.

Es sind die Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" zusammen mit den ausführenden Handwerksbetrieben und Komponentenhersteller, denen wir diese Versorgungssicherheit zu verdanken haben.

Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" sind bei Planung, Bau und Betrieb der technischen Einrichtungen federführend. Dies umfasst in der Gebäudetechnik die Gewerke

  • Heizungstechnik,
  • Klimatechnik,
  • Lüftungstechnik,
  • Kältetechnik,
  • Sanitärtechnik,
  • Gastechnik,
  • Elektro- und Lichttechnik.

Meist kommen einem beim Begriff "Gebäude" zuerst Wohngebäude in den Sinn, also ein- und Mehrfamilienhäuser, Reihenhäuser, Wohnblocks usw. Von den dort installierten versorgungstechnischen Systemen hat jeder eine ungefähre Vorstellung. Aber auch Bürogebäude, Schulen, Versammlungsstätten, Hotels, Krankenhäuser, Gewerbegebäude, Industriehallen, Gaststätten und ähnliche Einrichtungen sind Gebäude, die mit Strom, Gas, Wärme, Wasser und Luft versorgt werden wollen und je nach Nutzungstyp unterschiedliche Anforderungen haben.

In Industriebetrieben tritt zu den oben genannten Gewerken oft noch die Versorgung mit

  • Dampf
  • Thermalöl und 
  • Druckluft

hinzu, sowie die 

  • Prozesswasser- und
  • Abwasseraufbereitung.

Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" stellen aber nicht nur die Verteilung innerhalb von Gebäuden sicher. Auch die Versorgung bis zum Gebäude sowie die Entsorgung der anfallenden Abluft- und Abwasserströme gehören zu ihrem Tätigkeitsgebiet.

Daher sind sie auch an Planung, Bau, Betrieb, Instandsetzung und Optimierung von

  • Kraftwerken,
  • Stromnetzen,
  • Gasnetzen,
  • Wassernetzen,
  • Abwassernetzen,
  • Kläranlagen

beteiligt.

Durch die während des Studiums vermittelten Grundlagen ist es außerdem möglich als Quereinsteiger in anderen Branchen Fuß zu fassen, wie zum Beispiel

  • Umwelttechnik,
  • Feuerungstechnik,
  • industrielle Wärmetechnik.

Bereiche wie

  • Energie- und Gebäudemanagement,
  • Energieberatung,
  • Gebäudeautomation,
  • Vertrieb,
  • Kundenservice,
  • Ausbildung, Schulung, Lehre,
  • Forschung und Entwicklung

runden das Tätigkeitsspektrum ab.

Selbstverständlich kann keine einzelne Person alle oben genannten Felder alleine abdecken. Das Studium der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" erlaubt den Absolventinnen und Absolventen aber den Einstieg in diesen Bereichen. In den ersten Berufsjahren erfolgt dann eine Spezialisierung in einem bestimmten Teilgebiet. Man wird zum Beispiel "Fachplaner Heizungs-, Klima- und Lüftungstechniker" in einem Planungsbüro, "Betriebsleiter Versorgungstechnik" in einem Industriebetrieb, "Schulungsreferent Heizgeräte" bei einem Kesselhersteller oder "Leiter Netzbetrieb Gasversorgung" bei einem Energieversorger. Man ist mit der ersten Anstellung auch nicht vollkommen festgelegt. Etwa während der ersten fünf bis zehn Berufsjahre kann man sich noch relativ problemlos umorientieren und seinen Arbeitsschwerpunkt verlagern.

Zur reinen Versorgungssicherheit ist in den letzten Jahren ein weiterer grundlegender Aspekt zum Berufsbild "Technische Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" hinzugetreten: die Energiewende. Diese fordert eine vollständige Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien (Wind- und Wasserkraft, Solar- und Geothermie, Photovoltaik, Biogas, Biomasse) und eine drastische Minderung des Energiebedarfs in allen Bereichen. Um diese Ziele zu erreichen, müssen die derzeit vorhandenen Versorgungs- und Nutzungsstrukturen vollkommen umgestellt werden. Daher werden talentierte, kreative, motivierte, leistungsfähige Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" dringend benötigt.

Berufsaussichten

Der Arbeitsmarkt für Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" ist nach wie vor sehr gut. Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen bei

  • Ausführenden Firmen der Heizungs-, Klima-, Lüftungs-, Kälte- und Sanitärtechnik
    • Akquise, Planung, Bauleitung, Abnahme
  • Herstellern von Anlagenkomponenten (Heizgeräte, Klimageräte, Kältegeräte, usw.)
    • Vertrieb, Schulung, Forschung+Entwicklung
  • Planungsbüros
    • Akquise, Beratung, Planung
  • Beratungsfirmen
    • Akquise, Analyse, Beratung, Berichterstattung
  • Stadtwerken
    • Betrieb, Wartung, Planung, Einkauf, Verkauf
  • Kraftwerken
    • Betrieb, Instandhaltung, Optimierung
  • Wasser- und Abwasserwerken
    • Betrieb, Instandhaltung, Optimierung
  • Industrie
    • Betrieb, Instandhaltung, Optimierung

 Die Einstiegsgehälter von Berufsanfängerinnen und -anfängern lagen im Jahr 2014 nach Branche zwischen 40.000 € und 50.000 € (Brutto-Jahresentgelt). Bei Ingenieuren mit mehr als zwei Jahren Berufserfahrung betragen die Jahresgehälter zwischen 50.000 € und 75.000 € (brutto). Je nach Tätigkeitsgebiet und Verantwortungsbereich können aber auch deutlich höhere Gehälter erreicht werden.

Quelle: www.ingenieurkarriere.de/gehaltstest

Studienverlauf

Der Bachelor-Studiengang umfasst 7 Semester. In den ersten drei Semestern des Bachelorstudienganges stehen vorwiegend die naturwissenschaftlichen Grundlagen sowie das technische Basiswissen im Mittelpunkt. Ergänzt wird dieser Ausbildungsabschnitt durch Fächer, in denen die für den Ingenieur unerlässlichen betriebswirtschaftlichen und juristischen Kenntnisse vermittelt werden. Ebenfalls zu diesem Studienabschnitt gehört die Informatikausbildung.

In den höheren Semestern erfährt das Studium eine stärkere fachspezifische Ausrichtung. Hier stehen als Pflichtfächer die Kernfächer der Versorgungstechnik (Heizungstechnik, Klimatechnik, usw.) im Mittelpunkt. Ergänzt wird dieses Fächerspektrum durch Wahlpflichtmodule (Technisches Englisch, Lichttechnik, etc.). Wahlpflichtmodule wählen die Studierenden selbst aus, wobei Prüfungsleistungen in einer bestimmten Anzahl dieser Fächer erbracht werden müssen. Im Rahmen dieser Wahlpflichtmodule können auch Lehrveranstaltungen anderer Studiengänge der Hochschule Trier oder anderer Hochschulen besucht werden.

Das 5. Semester ist ein Praxissemester, in dem die Studierenden ihre bis dahin erworbenen Fähigkeiten erstmals in einem Unternehmen der Technischen Gebäudeausrüstung bzw. der Versorgungstechnik anwenden. Anstelle des Praxissemesters ist auch ein Studiensemester an einer ausländischen Hochschule möglich. Dazu wurde mit dem Bachelor-Studiengang Energie et Environment der Universität Luxembourg ein Kooperationsabkommen geschlossen. Mit der Einführung des Praxissemesters wurde auf das frühere obligatorische Vorpraktikum verzichtet.

Den Abschluss des Studiums bildet im 7. Semester die Bachelorarbeit, die zum überwiegenden Teil bereits außerhalb der Hochschule in einem Unternehmen der Versorgungstechnik oder Technischen Gebäudeausrüstung angefertigt wird. Die Abschlussarbeit umfasst einen Zeitraum von 6 bis 10 Wochen. Mit dieser Arbeit stellen die Studierenden unter Beweis, dass sie in der Lage sind, erfolgreich ein Fachproblem innerhalb einer vorgegebenen Frist selbständig mit wissenschaftlichen Mitteln zu bearbeiten.

Studieninhalte

Die Vorlesung im Studiengang "Technische Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" umfassen folgende Themen:

Grundlagenfächer

  • Lern- und Studientechniken, Wissenschaftliches Arbeiten
  • Physik
  • Mathematik
  • Technische Thermodynamik
  • Technische Fluidmechanik
  • Technische Mechanik
  • Werkstofftechnik
  • Anlagenelemente
  • Wärmeübertragung
  • Kraft- und Arbeitsmaschinen
  • Chemie
  • Elektrotechnik
  • Einführung in die Betriebswirtschaft
  • Grundlagen Recht, insbesondere Vertragsrecht und VOB
  • Informatik und angewandte Programmierung

Technische Hauptfächer

  • Heizungstechnik
  • Klimatechnik
  • Wasseraufbereitung und -versorgung
  • Sanitärtechnik
  • Kältetechnik
  • Gastechnik
  • Mess- und Regelungstechnik

Wahlfächer

  • Elektrische Energieverteilung
  • Elektrische Anlagen
  • Effiziente Energiesysteme
  • Effiziente Drucklufttechnik
  • Regenerative Energiesysteme Grundlagen/Solarthermie
  • Regenerative Energiesysteme Windenergie/Photovoltaik
  • Regenerative Energiesysteme - Biomasse
  • Turbinen und Verbrennungsmotoren
  • Gastechnik in der Technischen Gebäudeausrüstung
  • Abwasser- und Abfalltechnik
  • Mechanische und thermische Verfahrenstechnik
  • Grundlagen der chemischen Verfahrenstechnik
  • Ingenieurwissenschaftliche Methoden zur Systemanalyse
  • Schweißtechnik
  • Umweltrecht
  • Technisches Englisch

Zulassungsvoraussetzungen und Bewerbung

Zulassungsvoraussetzungen

Für einen Bachelor-Studiengang benötigt man grundsätzlich die Fachhochschulreife oder Allgemeine Hochschulreife

In den Master-Studiengängen benötigt man grundsätzlich einen ersten qualifizierten Hochschulabschluss (z.B. Bachelor, Diplom). Die weiteren Voraussetzungen ergeben sich aus den jeweiligen Prüfungsordnungen.

Bewerbung

Die Bewerbung und Einschreibung zum Studium an der Hochschule Trier erfolgt über unser Opens external link in new windowOnline-Portal.

Der Studienbeginn ist zum Wintersemester möglich.

Bewerbung für Studierende höherer Semester

Natürlich müssen auch bei Bewerbungen für höhere Fachsemester die allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sein. Über die Einstufung in das jeweilige Semester entscheidet der Fachbereich auf Grundlage der bisher erbrachten Leistungen an der vorherigen Hochschule.

Bewerbung zum Zweitstudium

Ein Zweitstudium ist gegeben, wenn bereits ein mit Erfolg abgeschlossenes Erststudium vorliegt. In diesem Falle ist der Bewerbung zusätzlich eine beglaubigte Kopie des Abschlusszeugnisses sowie bei N.C.- Studiengängen eine Begründung des Zweitstudienwunsches beizufügen.

Bewerbungsfristen

Die aktuellen Bewerbungsfristen finden Sie Opens external link in new windowhier.

Alternative und Weiterführende Studiengänge

Alternativer Studiengang

Durch die großen Gemeinsamkeiten ist während der ersten Semester des Studiums ein Wechsel in den Studiengang "Energietechnik – Regenerative und Effiziente Energiesysteme" möglich.

Weiterführender Studiengang

Opens internal link in current windowEnergiemanagement (M. Eng.) 

Opens internal link in current windowNetztechnik und Netzbetrieb, berufsbegleitend (M. Eng.)

Ansprechpartner

Leiter der Fachrichtung Gebäudetechnik, Versorgungstechnik, Energietechnik
Prof. Dr. Jens Neumeister
Tel. +49 651 8103-359
Fax +49 651 8103-377
Büro: A/303
J.Neumeister(at)hochschule-trier.de
Homepage

Webredaktion-GVE, 13. September 2017