Campus Gestaltung, Edelstein und Schmuck, News, Event

„Schaffensland“ – Neue Dauerausstellung im Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein in Koblenz

At the moment purple | Brosche | Jesmonite, 9kt Gold, handgemachtes Glas, synthetische Edelsteine | 2020 | © Pei Wu

Mit gleich drei Arbeiten ist der Campus Edelstein und Schmuck der Hochschule Trier in der neuen Dauerausstellung „Schaffensland“ im Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein in Koblenz vertreten. Die Ausstellung eröffnet am 14. August 2026 und widmet sich auf mehr als 1.200 Quadratmetern der Arbeits-, Lebens- und Alltagsgeschichte der Menschen in Rheinland-Pfalz – vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Unter der Leitfrage „Wer hat hier „geschafft“ – und unter welchen Bedingungen?“ erzählt „Schaffensland“ anhand von Originalobjekten, Rauminszenierungen und medialen Installationen von den Menschen, Berufen und Entwicklungen, die das Bundesland geprägt haben. Zugleich richtet die Ausstellung den Blick auf Forschung, Innovation und Bildung als wichtige Standortfaktoren der Gegenwart.

Im Ausstellungsbereich „Forschung“ wird der Campus Edelstein und Schmuck in Idar-Oberstein als spezialisierter Hochschulstandort vorgestellt. Seit seiner Gründung im Jahr 1986 verbindet der Campus künstlerische Ausbildung und die experimentelle Erforschung des Materials (Edel-)Stein. Der Idar-Obersteiner Campus ist der einzige Hochschulstandort weltweit, der sich auf Bachelor- und Masterniveau auf die zeitgenössische Edelsteingestaltung im Bereich Schmuckgestaltung konzentriert. Stellvertretend für den Campus werden Arbeiten von zwei Absolventinnen des Masterstudiengangs und einer Absolventin des Bachelorstudiengangs präsentiert:

Die Halskette „Ô“ von Felicia Mülbaier(MFA 2019) entstand im Rahmen ihrer Abschlussarbeit „Absence“. Darin setzt sie sich mit Abwesenheit als einem Zustand des Dazwischen auseinander und untersucht, wie sie durch Spuren, Material und Wahrnehmung erfahrbar wird. Der nahezu hauchdünn geschliffene Anhänger aus Lapis Lazuli macht die Fragilität des Materials unmittelbar sichtbar.

Die Brosche „At the moment – purple“ von Pei Wu(MFA 2020) ist Teil ihrer Abschlusskollektion „Parent, Past Life, Teddy Bear“. Darin verbindet die Künstlerin persönliche Erinnerungen mit den Erfahrungen anderer Menschen und überführt individuelle Geschichten in einen gesellschaftlichen Kontext. Farbenfrohe synthetische Edelsteine, handgefertigtes Glas und Golddraht durchbrechen die Oberfläche eines Körpers aus Jesmonite und schaffen ein spannungsreiches Wechselspiel unterschiedlicher Materialien.

Mit „Onus“ ist außerdem eine Arbeit von Helena Renner (BFA 2024)vertreten. Die Künstlerin ersetzt das stützende Körbchen eines BHs durch unzählige Ketten aus aufgefädelten Rhodochrosit-Perlen. Die fleischfarbenen Stränge symbolisieren die körperliche Schwere einer Brust und thematisieren zugleich die mentale Last, die gesellschaftliche Schönheitsideale und Erwartungen an den weiblichen Körper mit sich bringen. Die Arbeit ist Teil ihrer Abschlusskollektion „Mein Körper, die Körper der Anderen“.

Die drei ausgestellten Arbeiten verdeutlichen exemplarisch die künstlerische Vielfalt am Campus Edelstein und Schmuck. Zugleich zeigen sie, wie unterschiedlich sich das Material Stein in der zeitgenössischen Schmuckkunst einsetzen lässt – als Träger persönlicher Erinnerungen, gesellschaftlicher Fragestellungen und experimenteller Materialforschung.

Die Dauerausstellung „Schaffensland“ ist ab dem 14. August 2026 im Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein in Koblenz zu sehen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Weitere Informationen zu den Arbeiten der drei Absolventinnen finden Sie hier: Felicia Mülbaier, Pei Wu und Helena Renner

Ô | Halsschmuck | Lapis Lazuli, Silber, Seide | 2019 | © VG Bildkunst / Felicia Mülbaier
Onus | BH | Readymade BH, Rhodochrosit, Seidengarn, Nylon | 2024 | © Marlene Tullius
back-to-top nach oben