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Ausstellung "Mattering Elsew(here)" - Materielle Verbindungen über Grenzen hinweg

Wie lassen sich globale Verflechtungen, Identität und Zugehörigkeit in Schmuck übersetzen? Mit der Ausstellung Mattering Elsew(here) präsentieren Studierende des Bachelorstudiengangs am Campus Edelstein und Schmuck die Ergebnisse eines intensiven Workshops mit der südafrikanischen Künstlerin und Kuratorin Farieda Nazier. Die Ausstellung eröffnet am Freitag, dem 29. Mai 2026 um 15 Uhr im Flur neben der Bibliothek.

Am Freitag eröffnet am Campus Edelstein und Schmuck die Ausstellung Mattering Elsew(here). Zu sehen sind die Arbeiten von Bachelorstudierenden, die in den vergangenen Tagen gemeinsam mit der südafrikanischen Künstlerin, Wissenschaftlerin und Kuratorin Farieda Nazier ein Workshopformat entwickelt und umgesetzt haben, das sich mit Fragen von Identität, Materialität und globalen Verbindungen auseinandersetzt.

Im Mittelpunkt des Workshops stand die Auseinandersetzung mit Kategorien wie „hier“ und „dort“, „wir“ und „die anderen“ – Denk- und Ordnungssysteme, die historisch eng mit kolonialen Machtverhältnissen verbunden sind und bis heute beeinflussen, wie globale Unterschiede wahrgenommen und eingeordnet werden. Ausgangspunkt war die Frage, wie Schmuck und Material als künstlerische Praxis auf diese historischen Trennlinien reagieren können: Welche Beziehungen lassen sich durch Materialien sichtbar machen? Welche Geschichten tragen sie in sich? Und wie können sie Verbindung statt Abgrenzung formulieren?

Dabei richtete sich der Blick besonders auf die Beziehungen zwischen Herstellenden und Objekt, zwischen Herstellenden und dem Prozess des Machens, zwischen Träger*in und dem Schmuckstück selbst – betrachtet durch die Perspektiven von Materialität, Performativität und Kontext. Schmuck wird dabei nicht allein als Objekt verstanden, sondern als Teil eines Beziehungsgefüges: als etwas, das getragen, erlebt und im Austausch mit Menschen und Umgebung immer wieder neu gelesen werden kann. Ziel des Workshops war es nicht, eindeutige Antworten zu formulieren, sondern einen Raum für kritische Reflexion, Dialog und künstlerisches Experimentieren zu schaffen.

Unter dem Titel Mattering Elsew(here) entwickelten die Studierenden jeweils zwei Schmuckarbeiten. Eine Arbeit setzte sich mit der eigenen Position und Identität auseinander, die zweite entstand für einen Kommilitonin von einem anderen Kontinent. So entstanden persönliche und zugleich dialogische Arbeiten, die sich mit Differenz beschäftigen und gleichzeitig Möglichkeiten von Austausch, Nähe und Verbundenheit eröffnen.

Geleitet wurde der Workshop von Farieda Nazier, Künstlerin, Wissenschaftlerin und Kuratorin aus Südafrika, deren Arbeit sich intensiv mit afro-feministischen Perspektiven sowie den Auswirkungen kolonialer und apartheidbedingter Geschichte auf die Gegenwart beschäftigt. Nazier promovierte 2025 mit einer Dissertation über transformative Kunstpraxis und deren Beitrag zu post-apartheidischen Museumsdiskursen. Ihre Praxis verbindet Forschung, Lehre, kuratorische Arbeit und künstlerische Produktion auf internationaler Ebene.

Gemeinsam mit Chequita Nahar leitete Nazier die Organisation des diesjährigen Schmucksymposiums Haxthäuser Hofunter dem Titel The Fetish of Elsewhere. Das Symposium beschäftigte sich mit Fragen von Herkunft, Wahrnehmung und Projektionen des „Anderen“ – Themen, die Nazier nun im Bachelor-Workshop mit den Studierenden am Campus Edelstein und Schmuck weitergeführt und gemeinsam vertieft hat.
Die Ausstellung Mattering Elsew(here) macht diese gemeinsame künstlerische Recherche sichtbar. Sie zeigt Schmuck als Medium des Austauschs – als etwas, das nicht nur getragen wird, sondern Beziehungen stiften, Perspektiven verschieben und neue Verbindungen entstehen lassen kann.

Die Ausstellungseröffnung findet am Freitag, dem 29 um 15 Uhr im Flur neben der Bibliothek statt. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen.

 

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