Die Ausstellung „a shared silence“ versammelt die Arbeiten von zehn iranischen Schmuckkünstler*nnen, die durch ihr Studium oder ihren Abschluss am Campus Edelstein und Schmuck der Hochschule Trier mit Idar-Oberstein verbunden sind. Im September und Oktober 2026 wird die gemeinsame Ausstellung im Rahmen der 3rd Lisbon Contemporary Jewellery Biennial und der Romanian Jewelry Week präsentiert.
Für die Künstler*innen ist Idar-Oberstein für eine gewisse Zeit zu einem Ort des Lebens, Lernens und Arbeitens geworden. Gleichzeitig bleibt die Verbindung zum Iran und zu den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen dort ein wichtiger Bestandteil ihrer künstlerischen Auseinandersetzung. Zwischen kultureller Herkunft und neuer Umgebung entstehen Arbeiten, in denen Fragen nach Identität, Zugehörigkeit, Verlust und Distanz verhandelt werden.
Traditionelle Symbole werden dabei nicht einfach übernommen, sondern verändert, aufgebrochen und neu zusammengesetzt. Identität erscheint als etwas Bewegliches und immer wieder neu Verhandeltes – zwischen Vergangenheit und Zukunft, Nähe und Distanz, Zugehörigkeit und Trennung.
„a shared silence“ bringt unterschiedliche künstlerische Positionen zusammen, die von Erfahrungen mit Migration, Verlust und Repression geprägt sind. Die ausgestellten Arbeiten bewegen sich zwischen Erinnerung und Gegenwart, Hoffnung und Unsicherheit. Schmuck wird dabei zu einem Raum für Reflexion und zu einer Möglichkeit, Erfahrungen und Gefühle sichtbar zu machen, für die sich nur schwer Worte finden lassen. Fragile Materialien, Brüche und fragmentierte Formen verweisen auf Verletzlichkeit und die Suche nach Halt. Gleichzeitig geht es um Widerstandskraft, Würde und Beharrlichkeit. Die räumliche Distanz zum Iran bedeutet dabei keine Distanz zu den dortigen Entwicklungen. Vielmehr bleiben die Künstler mit den aktuellen Bedingungen verbunden und tragen die daraus entstehende Spannung in ihre Arbeiten hinein.
Die Ausstellung versteht diese unterschiedlichen Erfahrungen nicht als eine einheitliche Geschichte. Vielmehr schafft „a shared silence“ einen gemeinsamen Raum, in dem individuelle Perspektiven, Erinnerungen und künstlerische Ausdrucksformen nebeneinander bestehen können.
Nach der initialen Ausstellung in der Villa Bengel in Idar-Oberstein im vergangenen April wird „a shared silence“ im Rahmen der 3rd Lisbon Contemporary Jewellery Biennial in Lissabon gezeigt. Die Ausstellung findet vom 24. bis 26. September 2026 in der Santas Justa e Rufina, Largo de São Domingos, statt. Die Öffnungszeiten sind täglich von 11 bis 19 Uhr. Die Vernissage findet am 24. September um 14 Uhr statt; die Besucher*innen werden zu Getränken eingeladen.
Anschließend wird die Ausstellung bei der Romanian Jewelry Week 2026 in Bukarest präsentiert. Vom 30. September bis 4. Oktober 2026 sind die Arbeiten in der National Library of Romania zu sehen.
An „a shared silence“ beteiligen sich:
Bahareh Arian · Farnoosh Abdoli · Mana Jahangard · Nioosha Vaezzadeh · Pegah Vedad · Rezvan Hajian · Sara Heidary · Shahin Sahafipour · Sharareh Aghaei · Vesal Bahmani Nik
Die gemeinsame Ausstellung macht sichtbar, wie vielfältig zeitgenössischer Schmuck als künstlerisches Medium eingesetzt werden kann – und wie persönliche Erfahrungen von Herkunft, Migration und gesellschaftlicher Veränderung in Material, Form und Körperbezug übersetzt werden.
Weitere Informationen über die Gruppe erhalten Sie auf dem Instagram-Account “a shared silence”. Hier finden Sie weitere Informationen zur 3rd Lisbon Contemporary Jewellery Biennal und zur Romanian Jewelry Week 2026.
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