Seit 2002 arbeiten Valeria Hasse und Marcela Muñiz gemeinsam an der Schnittstelle von Schmuck, Kunst und nachhaltiger Praxis. Ihr Ansatz basiert auf der Verwendung gespendeter und gefundener Materialien, die in handwerklichen Prozessen zu neuen Objekten transformiert werden. Dabei entstehen Schmuckstücke, die nicht nur ästhetisch überzeugen, sondern auch als Träger von Geschichten fungieren – geprägt von ihrer früheren Existenz und gleichzeitig offen für neue Bedeutungen.
Im Zentrum des Vortrags steht ein erweitertes Verständnis von Recycling: nicht als industrieller Prozess, sondern als kreative, kleinräumige und handwerkliche Praxis. Tota reciclados begreift das Sammeln, Reparieren und Umgestalten von Materialien als kulturelle und soziale Handlung. Besonders in marginalisierten Kontexten sei Recycling eng mit Überlebensstrategien verbunden – ein Wissen, das in reichen Teilen der Welt oft verloren gehe.
Die Arbeiten des Kollektivs verbinden industrielle und handwerkliche Techniken, kostbare und scheinbar wertlose Materialien sowie ornamentale Bildsprachen. Aus der Freude am Entdecken und Wiederaneignen entsteht eine eigenständige visuelle Sprache, die sich bewusst gegen Wegwerfmentalität und für eine neue Wertschätzung von Materialität und Geschichte positioniert.
Valeria Hasse studierte Grafikdesign an der Universität Buenos Aires und an der Jan van Eyck Academie in Maastricht. Gemeinsam mit Marcela Muñiz, Architektin, war sie unter anderem Artist in Residence an der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart sowie in Amsterdam und Apeldoorn tätig. Im Mai 2026 ist Hasse für eine Masterklasse am Campus Edelstein und Schmuck zu Gast.
Der englischsprachige Vortrag richtet sich an Studierende, Fachpublikum und alle Interessierten. Weitere Informationen zu tota reciclados finden Sie auf Instagram.
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