Masterstudentin Carol Roz für den Ramboux-Preis 2026 nominiert

"Calling" | Video Performance | 2023 | © Ana Tonnezer

Die brasilianische Studentin Carol Roz gehört zu den Nominierten für den Ramboux-Preis 2026 der Stadt Trier. Ihre Arbeiten sind aktuell in der Wettbewerbsausstellung im Stadtmuseum Simeonstift Trier zu sehen – und laden zu einer ebenso verspielten wie tiefgründigen Auseinandersetzung mit Material, Erinnerung und Existenz ein.

Mit der Nominierung für den Ramboux-Preis 2026 rückt die junge Künstlerin Carol Roz neben acht ihrer Kolleg*innen in den Fokus der regionalen Kunstszene. Der von der Stadt Trier alle vier Jahre vergebene Preis gilt als wichtiges Förderinstrument für bildende Künstlerinnen und Künstler der Region. Neben der Würdigung eines künstlerischen Werdegangs steht insbesondere die Unterstützung junger Positionen bis zum Alter von 40 Jahren im Mittelpunkt. Verbunden ist die Auszeichnung mit einem Ankauf in Höhe von 6.000 Euro sowie einer Einzelausstellung im Stadtmuseum Simeonstift Trier.

Aktuell ist Carol Roz mit ihren Arbeiten in der Wettbewerbsausstellung vertreten, die vom 24. April bis 31. Mai 2026 im Simeonstift gezeigt wird. Die Ausstellung versammelt ausgewählte Positionen aus der Region, die von einer Fachjury – bestehend aus renommierten Vertreterinnen und Vertretern aus Kunst und Institutionen – nominiert wurden. Die Preisverleihung sowie die Eröffnung der Einzelausstellung der Preisträgerin oder des Preisträgers finden am Sonntag, dem 3. Mai, um 11:30 Uhr im Stadtmuseum statt.

Carol Roz, ursprünglich aus Brasilien, verfolgt in ihrer künstlerischen Praxis einen zutiefst forschenden Ansatz. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen grundlegende Fragen menschlicher Existenz – insbesondere das Verhältnis von Mensch, Materie und Transformation. Mit einer Bildsprache, die zugleich verspielt und reflektiert wirkt, nähert sie sich Themen wie Wandel, Erinnerung und Verkörperung.

Charakteristisch für ihre Arbeiten ist der Einsatz von wiederverwendeten und gefundenen Materialien. Aus vermeintlich wertlosen Objekten entstehen poetische Strukturen, die gängige Vorstellungen von Wert und Bedeutung hinterfragen. Roz versteht Materie dabei nicht als statisch, sondern als Träger von Geschichte – als etwas, das Transformationen durchläuft und dabei Spuren von Zeit und Herkunft bewahrt.

Eine kosmologische Perspektive durchzieht ihr Werk: die Idee, dass sämtliche Materie ihren Ursprung in den Sternen hat. Diese Sichtweise verleiht selbst unscheinbaren Materialien eine neue Bedeutungsebene. Indem sie diese neu kontextualisiert, eröffnet Carol Roz einen Blick auf die Welt als zusammenhängendes, lebendiges Gefüge – ein Kontinuum, das zugleich uralt, wandelbar und von grundlegender Verbundenheit geprägt ist.

Im Kontext der Rheinland-Pfalz Triennale bietet die Ausstellung eine bedeutende Plattform, um die Arbeiten der jungen Künstlerin einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, sich auf Roz’ besondere Formsprache einzulassen – und dabei vielleicht auch den eigenen Blick auf Materialität und Transformation neu zu justieren.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Carol Roz, zur Ausstellung im Simeonstift und zur Rheinland-Pfalz Triennale.

Quilt | Wiederverwendete Jeans, Garn | 2025 | © Carol Roz
Pieces of Service | Glasperlen, Garn, versilberte Messing-Stücke | 2022-2025 | © Carol Roz
Continuum | Photographie | © Carol Roz
Ausschnitt der Arbeit "Nest" | Pappmaché, Obstnetze aus Plastik, Glasperlen, Garn | 2025-2026
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