Kintsugi - Die Kunst des Wiederzusammensetzens

Kintsugi ist eine alte japanische Tradition und Kunstform, die seit dem 15. Jahrhundert tief in der japanischen Kultur verwurzelt ist. Sie beschäftigt sich mit der Wiederherstellung von gebrochenem Porzellan, symbolisiert aber auch eine lebensphilosophische Perspektive auf Widerstandsfähigkeit und die Schönheit des Unvollkommenen.

Der Begriff setzt sich aus den Wörtern „Kin“ (Gold) und „Tsugi“ (Verbindung) zusammen und bedeutet wörtlich „goldene Verbindung“. Dies ist die Form der Wiederherstellung, als Antwort auf die Frage, wie man beschädigtes Porzellan reparieren kann, ohne seinen ästhetischen und funktionellen Wert zu mindern. Statt die Brüche zu verbergen, betont Kintsugi sie durch das wieder zusammenstellen der gebrochenen Porzellanteile.

Die Vergangenheit und die Verletzungen eines Objekts aber auch eines Individuums, sind ein wichtiger Teil seiner Geschichte. Markante Merkmale werden hervorgehoben, diese dem Objekt eine einzigartige Schönheit und Tiefe verleihen, welche dadurch einen einzigartigen Wiedererkennungswert bekommt.

Kintsugi spiegelt die Widerstandsfähigkeit des Individuums wider. Für Menschen, die mit Wunden aus Herausforderungen gestärkt hervorgehen, betont Kintsugi die Idee, dass Brüche und Wunden nicht als Schwäche, sondern als Darstellung der Geschichte und des individuellen Wachstums betrachtet werden sollen. Die Reparatur eines Objekts ist eine Metapher für die Art und Weise, wie wir als Menschen aus unseren Verletzungen lernen und gestärkt werden können.

Diese Kunstform lehrt uns jedoch, dass Perfektion nicht notwendig ist. Durch den Prozess des wieder Zusammensetzens, sucht das Individuum die Schönheit und die Unvollkommenheiten, die im Leben auftreten, mitunter in sich selbst. So können Quellen der Inspiration und der Kreativität wieder fließen. Kintsugi fordert uns auf, die Akzeptanz von Unvollkommenheitzu kultivieren und zu schätzen, dass selbst in den Brüchen eine einzigartige Form von Eleganz und Anmut zu finden sein kann.

Das Verfahren erinnert uns daran, dass Brüche und Verletzungen ein integraler Bestandteil des Lebens sind und dass ihre Reparatur nicht notwendigerweise das Verschwinden dieser Spuren bedeutet. Stattdessen werden sie durch die goldene Verbindung zu einem essenziellen Bestandteil der Identität eines Objekts und symbolisieren eine stärkende Perspektive auf das Leben selbst.

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KITSUGI - DIE KUNST DES WIEDERZUSAMMENSETZENS Robin Nekrep

MENTOR Professor Christian Bruns

3. SEMESTER BACHELOR

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