Computergestützte Diagnostik von Dysphonien

Eine Vielzahl unterschiedlicher Berufsgruppen ist zur Ausübung ihrer Tätigkeiten auf eine funktionierende lautsprachliche Kommunikation angewiesen. Daher gewinnt die Erforschung der Ursachen von Stimmstörungen, deren möglichst frühzeitige Erkennung und Behandlung zunehmend an Bedeutung.

Zur Erforschung der Ursachen von Stimmstörungen ist die Hochgeschwindigkeits (HG)-Laryngoskopie das modernste funktionelle Bildgebungsverfahren. Es zeichnet Bewegungen der Stimmlippen im Kehlkopf während der Stimmerzeugung mit einer endoskopischen Hochgeschwindigkeitskamera mit mehr als 4.000 Bilder pro Sekunde auf. Die Analyse der Bewegungen der vibrierenden Stimmlippen ermöglicht Rückschlüsse auf die Art und das Ausmaß einer möglichen Stimmerkrankung. Da bisher noch kein computergestütztes Verfahren existiert, welches in der Lage ist die Videoaufnahmen  automatisiert auszuwerten, findet auch noch gegenwärtig eine visuelle und damit subjektive Bewertung der Videoaufnahmen durch den Arzt statt. Genauere medizinisch und therapheutisch nutzbare Informationen lassen sich erst durch eine quantitative Analyse der HG-Videos gewinnen. 

In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt wird an der Entwicklung eines rechnergestützten Analysesystems gearbeitet, mit dem eine neuartige Quantifizierung, Differenzierung, und Klassifizierung von Stimmstörungen angestrebt wird. 

Ansprechpartner: 
Prof. Dr. Joerg Lohscheller

Schlagworte: 
Medizininformatik