"Ich freue mich auf neue berufliche Herausforderungen!"

Daniela
  • Welche Ausbildung haben Sie?
    Ich habe eine Ausbildung zur Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung im Universitätsrechenzentrum Trier absolviert.
  • Sind Sie zurzeit berufstätig?
    Ich bin unbefristet angestellt in der Universitätsbibliothek Trier. Aktuell befinde ich mich in Elternzeit, davor war ich in Vollzeit beschäftigt und spätestens ab nächstem Jahr geht’s in Teilzeit weiter.
  • Bitte beschreiben Sie kurz die Art Ihrer Tätigkeit.
    Meine Aufgabe bestand in der Betreuung der Hard- und Software der Bibliotheksmitarbeiter und unserer öffentlichen Arbeitsplätze. Darüber hinaus habe ich in der Systemadministration mitgearbeitet und war gemeinsam mit den Kollegen Ansprechpartner bei allen Fragen, die in der täglichen Arbeit mit PCs auftreten.
  • Warum haben Sie sich für eine Berufsausbildung im Informatikbereich entschieden?
    Ich habe schon in der Schule gerne im Fach Informatik programmiert. Viele meiner Klassenkameradinnen haben sich nach dem Abitur für Medizin, Geisteswissenschaften oder eine Ausbildung auf einer Bank entschieden, aber so etwas konnte ich mir für mich einfach nicht vorstellen.
  • Empfinden Sie Ihre derzeitige Tätigkeit als interessant?
    Ja, denn sie ist sehr abwechslungsreich. Die EDV im Allgemeinen entwickelt sich ständig weiter, aber auch Bibliotheken haben sich in den letzten Jahren sehr gewandelt: weg von der reinen Buch"verwaltung" und hin zu elektronischen Diensten, Medien und Selbstbedienungsfunktionen für die Benutzer.
  • Warum haben Sie sich entschlossen, Informatik zu studieren?
    Ich wollte in der Lage sein, später höherwertige Tätigkeiten in meinem Beruf übernehmen zu können. Meine aktuellen Aufgaben gefallen mir zwar, aber ich freue mich auch über neue Herausforderungen.
  • Warum haben Sie sich für ein Fernstudium entschieden?
    Ich wollte meine finanzielle Unabhängigkeit nicht verlieren und gerne weiter in meinem Beruf arbeiten. Außerdem ist es praktisch, wenn man das Gelernte (zumindest einiger Module) auch in seinem täglichen Berufsleben wiederfinden und zeitnah anwenden kann.
  • Warum haben Sie sich für ein Studium bei der ZFH/Hochschule Trier entschieden?
    Ich hatte mir zuvor auch andere Angebote wie Fernuni Hagen oder Hamburger Akademie für Fernstudien angesehen. Aber da mein Mann in Trier Informatik studiert hatte, war ich schon des Öfteren mit ihm an der Hochschule und er konnte mir auch einiges über die Professoren und ihre inhaltlichen Schwerpunkte berichten. So wusste ich, worauf ich mich einlasse und was ungefähr auf mich zukommt.
    Außerdem geht es hier noch persönlicher zu und das Studium ist weniger auf Massenbetrieb ausgerichtet. Und für mich als Triererin war die Nähe natürlich auch ein gewichtiges Argument. Die meisten Präsenzphasen konnte ich hier vor Ort absolvieren und musste nicht erst nach Köln oder Frankfurt fahren, wie es bei anderen Fernhochschulen der Fall gewesen wäre.
  • Hatten Sie im Vorfeld des Studiums Bedenken, ob Sie das Studium überhaupt beginnen sollen bzw. ob Sie das Studium schaffen?
    Im Vorfeld nicht, denn mehr als schiefgehen konnte es ja nicht, und ich hatte mich recht gut über die Anforderungen informiert. Ich wollte mir auf keinen Fall später im Leben vorwerfen müssen, dass ich es nicht wenigstens versucht habe.
    Bedenken, dass ich das Studium nicht schaffe, habe ich ansonsten nur noch kurz vor den Prüfungen, wenn sich die Notizen türmen und die Zeit mal wieder knapp wird.
  • Erwarten Sie, dass sich Ihre Berufstätigkeit durch das Informatikstudium verändert?
    Auf jeden Fall hilft das Studium dem eigenen Selbstbewusstsein, denn man hat mehr geleistet und erreicht, als einem vielleicht vom Kollegen- und Bekanntenkreis zugetraut wurde. Von manchen wird man leider auch erst ernstgenommen, wenn man (ebenfalls) einen Titel vorweisen kann.
    Unmittelbar durch mein Studium werden sich meine Aufgaben sicherlich nicht verändern, aber vielleicht hilft es in der Zukunft, wenn neue Aufgaben oder Projekte anstehen.
  • Wie viel Zeit bringen Sie wöchentlich für das Studium auf?
    Das hängt stark vom jeweiligen Modul ab und ob der Stoff leicht zu verstehen bzw. alltagstauglich ist (z.B. Rechnernetze, Programmierung) oder eher theoretischer Natur wie Mathematik oder Automatentheorie. Im Schnitt waren es ca. 10-15 Stunden die Woche.
  • Ist es schwierig, sich in die Informatikinhalte einzulesen?
    Bei allgemeinen Informatikmodulen nicht, schwieriger waren da schon Mathematik, Automatentheorie und vor allem Embedded Systems, weil ich dazu absolut keinen Alltagsbezug hatte. Da halfen dann der Austausch mit anderen Studierenden und die Erkenntnis, dass es vielen genauso ging. Wenn es mal ganz schwierig wurde, war das Motto unserer Lerngruppe immer "Vier gewinnt!". Der Ehrgeiz hat uns aber doch immer wieder angestachelt, unser Bestes zu geben.
  • Was gefällt Ihnen gut am Fernstudium, wo sehen Sie Verbesserungsbedarf?
    Gut ist auf jeden Fall, dass man sich die Zeit weitestgehend selbst einteilen kann. Leider kommen die Unterlagen immer erst unmittelbar vor Semesterbeginn, vielleicht wäre es organisatorisch machbar, dass zumindest die Lehrhefte früher versendet werden (sofern sie nicht aktuell überarbeitet werden). So könnte man gezielt vorarbeiten, wenn zum Beispiel wichtige Projekte in der Firma oder vielleicht ein privater Urlaub geplant sind.
    Vielleicht könnte man auch für jedes Modul einen Tutoriumstermin anbieten, oder wenigstens die Möglichkeit, dass sich die Studierenden in einem Raum der Hochschule treffen und gemeinsam den Stoff durchgehen. Der Kontakt zwischen den Studierenden kommt vielfach zu kurz, auch wenn es Mailinglisten und virtuelle Chatrooms gibt.
  • Wie reagiert Ihr Umfeld auf das Studium?
    Meine Familie und viele meiner Freunde haben mich bei meiner Entscheidung unterstützt, auch wenn häufig die Frage kommt: "Warum tust du dir diesen Stress eigentlich an?"
    Meinen Arbeitgeber hätte ich gerne erst nach Abschluss des Studiums informiert, aber so konnten meine Präsenzphasen bei der Urlaubs- und Projektplanung berücksichtigt werden und ich konnte Bildungsurlaub nehmen.
  • Unterstützt Ihre Familie Sie, um Ihnen Freiräume für das Studium zu schaffen?
    Ja, natürlich, soweit es eben möglich ist. Es war natürlich einfacher, als ich noch kein Kind hatte, denn die Versorgung eines Babys kann man nicht wie Wäsche waschen einfach auf den nächsten Tag verschieben.
  • Wie binden Sie das Studium in Ihren Tagesablauf ein?
    Den Großteil meines Studiums habe ich zum Glück vor der Geburt meines Kindes absolviert und konnte mir meine Zeit freier einteilen. Meistens habe ich spätabends gelernt, wenn es im Haus ruhig wurde, oder, wenn es vor Abgabeterminen oder Prüfungen eng wurde, auch tagsüber an den Wochenenden.
    Zu Beginn meiner Elternzeit habe ich versucht, den Morgenschlaf meines Sohnes fürs Lernen zu verwenden, aber immer, wenn ich richtig im Stoff drin war, war es mit der Ruhe auch schon wieder vorbei. Aber ich hoffe, das wird demnächst besser, wenn er etwas älter und selbständiger wird.
  • Wie wirkt sich das Studium auf die Zeit aus, die Sie mit der Familie verbringen?
    Vor der Geburt meines Sohnes blieben Familie und Freunde eher auf der Strecke, wenn es zeitlich eng wurde, heute hat die Familie absolute Priorität und notfalls müssen die Bücher eben warten.
  • Würden Sie anderen Frauen empfehlen, eine Tätigkeit im Informatik-Bereich anzustreben?
    Natürlich, denn dieser Bereich ist sehr abwechslungsreich und bietet viele Tätigkeitsschwerpunkte, egal, ob man lieber mehr mit Menschen oder im stillen Kämmerlein arbeitet. Man sollte sich nicht von der technischen Seite oder von der Tatsache, dass man hauptsächlich mit Männern zusammenarbeitet, abschrecken lassen.