Betreuer: Prof. Dr. Tilo Mentler
Kurzfassung
Alternative IT-Ausbildungsprogramme wie 42 Luxembourg gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig ist bislang wenig darüber bekannt, wie Studierende ihre berufliche Anschlussfähigkeit in solchen Ausbildungsprogrammen wahrnehmen und welche Rolle dabei Zertifizierung und Lernumgebung spielen. Ziel dieser Arbeit war es, den Zusammenhang zwischen Zertifizierung, Lernfokus und der wahrgenommenen beruflichen Anschlussfähigkeit von Studierenden im IT-Programm 42 Luxembourg zu untersuchen, wobei insbesondere Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Frauen und Männern betrachtet wurden. Hierzu wurde ein Mixed-Methods-Ansatz gewählt, der eine standardisierte Onlinebefragung von 70 Studierenden mit 14 halbstrukturierten Interviews kombinierte.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Studierenden ihre erworbenen Kompetenzen überwiegend positiv bewerten, gleichzeitig jedoch einen ausgeprägten Wunsch nach formaler Zertifizierung äußern. Das Lernkonzept von 42 Luxembourg wird insgesamt als praxisnah und motivierend wahrgenommen. Geschlechtsspezifische Unterschiede zeigen sich nur in begrenztem Umfang. Frauen und Männer bewerten die meisten Aspekte der Ausbildung ähnlich. Unterschiede betreffen vor allem die Zuversicht in Bewerbungssituationen sowie individuelle Erfahrungen innerhalb der Lernumgebung. Die Arbeit zeigt, dass die wahrgenommene berufliche Anschlussfähigkeit nicht ausschließlich vom Erwerb fachlicher Kompetenzen abhängt. Ebenso bedeutsam sind die Sichtbarkeit dieser Kompetenzen sowie motivationale und soziale Faktoren der Lernumgebung. Die Ergebnisse leisten damit einen Beitrag zur Forschung über alternative IT-Bildungswege und liefern Erkenntnisse zu geschlechtsspezifischen Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Wahrnehmung der beruflichen Anschlussfähigkeit und der Lernumgebung.
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