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Städtebau und Entwerfen WS 2008/09

Neue alte Quartiere für Rathenow

Projektbeschreibung:

Nach einer ersten Auseinandersetzung vor Ort hat sich die Frage gestellt, wie die Insel wieder Leben nach Rathenow bringen kann.
Nach großmaßstäblichen Untersuchungen von Luftbildern hat sich gezeigt, dass die grüne Havellandschaft die Stadt komplett umschließt.

Die Idee sieht vor, markante Punkte wie den Optikerpark, verschiedene öffentliche Gebäude und Außenräume besonders hervorzuheben.
Die Insel an sich, verbindet durch die vorhandene Topographie den Kirchberg mit dem Friedhofsgelände am gegenüberliegenden Ufer. Somit ist hier schon eine Verbindung zur Stadt gegeben.

Rathenow ist von vielen Grünflächen eingerahmt und um die Stadt wieder in ihre Umgebung einzubinden, entsteht ein grünes Band, das sich über die gesamte Stadt erstreckt. Ausgangspunkt ist die Insel aufgrund ihrer besonderen Standortqualität. Sie dient als Verteiler (Herz), von der aus sich die grünen Adern ausbreiten und somit die verschiedenen umliegenden Grünflächen mit der Insel verknüpfen.
Das grüne Band entsteht durch eine Bereinigung der Baustruktur im mittleren Bereich und zeichnet sich durch eine Obstwiese aus, welche verschiedene Baumsorten unterschiedliche Blütezeit beinhaltet, wie Apfel-, Kirsch-, Birnenbäume, etc.
Die Stellung der Obstbäume bilden räumliche Situationen aus, die den Bewohnern als Freizeit- und Erholungsareal dienen.
Die grünen Adern sowie das Band können durch weitere Grünflächen ergänzt werden, welche die Verbindung zu den bestehenden grünen Zonen noch verstärken. Dies kann im Falle eines weiteren Schrumpfungsprozesses als Umnutzung brachliegender Flächen  erfolgen.

Die Lage am Wasser besitzt eine besondere Qualität. Die Ausbildung von Wasseradern, welche bis an das grüne Band heranführen, lässt den Bewohner noch verstärkt die Insellage erleben.
Somit bilden die Grünadern, die sich von der Insel aus verteilen und die Wasseradern, welche in die Insel hinein laufen eine Art Kreislauf (Herz).

Die Position der Grün- und Wasserachsen ergeben sich aus dem vorhandenen Straßensystem der Insel im Bereich des grünen Bandes.
Die Insel ist durch das Band in drei Bereiche gegliedert, welche in unterschiedlichen Entwicklungsphasen nach und nach neu strukturiert und bebaut werden.

 

Bei der Neubebauung handelt es sich um eine Blockrandbebauung, welche durch Fugen aufgelockert wird, die für Blickkontakte und Sichtbezüge zwischen den einzelnen Bereichen sorgen. Die Bewohner erhalten eine Adresse am Wasser bzw. im Grünen. Zum Wasser hin öffnet sich die Baustruktur und die Gebäudehöhe flacht ab. Die bestehende Uferpromenade sowie die Fragmente der Mauer werden ins Konzept integriert und bleiben soweit es möglich ist erhalten.

Im Innenhof ergeben sich Freibereiche, welche für Anlieger über einen Gehweg zugänglich sind und für die Bewohner der oberen Geschosse auch die Möglichkeit eines privaten Gartenbereiches bietet. So bleiben die jeweiligen Freibereiche der Bestandsbebauung trotz der Integrierung erhalten.

Unterhalb der Neubebauung befindet sich eine Tiefgarage mit Stellplätzen und Abstellräume für die Bewohner. Da diese nur um ein halbes Geschoss abgesenkt ist, liegt das Erdgeschoss anderthalb Meter über Straßenniveau und garantiert somit die Privatsphäre der Bewohner.
Ein Rücksprung der Bebauung auf Erdgeschossniveau definiert die Außenbereiche auf dieser Ebene. Jede Wohneinheit verfügt über eine Loggia bzw. Terrasse und meistens über eine zweiseitige Orientierung.
Die Wohneinheiten verfügen über unterschiedlich große Wohnfläche, sodass ein Angebot sowohl für Singles, Paare als auch Familien vorhanden ist.
Die offene Grundrissstruktur ermöglicht eine individuelle Nutzung und Unterteilung, sodass sie auf jeden Bewohner speziell zugeschnitten werden kann.

Um die frühere räumliche Qualität im Bereich der Kirche wieder herzustellen wurde die alte Blockrandbebauung aufgenommen und mit zeitgemäßer Architektur versehen.

 

 

 

 

Verfasser: Roland Herrmann und Anita Steffens

Tina Ritter, June 28, 2016