Gestaltung
Edelstein und Schmuck

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10.01.07 17:00 Alter: 11 Jahre

Gastvortrag Karin Seufert

 

Karin Seufert ist in den ersten 3 Monaten dieses Jahres Artist-in-Residence in Idar-Oberstein. Heute hat sie ihre Arbeiten, Arbeitsweise und -philosophie in der Fachrichtung Edelstein- und Schmuckdesign in einem Vortrag vorgestellt.

Als Arbeitstatement hat sie folgenden Text verfasst: "Schmuck wird heute viel offener definiert. Bedeutungen verschwimmen und mit ihnen die Grenze, was Schmuck ist und was nicht. Geblieben ist die Funktion, Schmuck am Körper zu tragen oder auf oder in der Kleidung. Aber dem Material sind keine Grenzen mehr gesetzt. Im Gegenteil, man macht das zu Schmuck, was man für wert hält, zu Schmuck gemacht zu werden.

Bei meinen letzten Arbeiten steht die Bedeutung von ganz bestimmtem Material im Vordergrund. Es geht dabei um Material, das durch seinen früheren Gebrauch bereits eine Geschichte assoziieren kann. Der Ursprung davon kann unterschiedlich sein: es können Figuren sein, die in einem Märchen oder einer Erzählung auftauchen oder Teil der Geschichte sind, es kann die frühere Funktion des Materials sein oder es kann der Bereich sein, aus dem der entsprechende Gegenstand kommt und wie man ihn erhalten hat. Interessant bei der Nutzung dieses gebrauchten Materials ist, neben der bereits erwähnten Geschichte, die Verfremdung, die durch die Neuordnung in einen anderen Zusammenhang stattfindet. Eine Verfremdung, die entsteht, wenn man einem bekannten Material eine ungewohnte Form gibt oder wenn man eine bekannte Form in einem ungewohnten Material darstellt oder aber die einfache Vermischung von gebrauchtem und neuem Material.

Es entstehen durch die vorhandenen Gebrauchsspuren, die die Vergangenheit eines Materials beschreiben, platziert in eine andere Umgebung, neue Schmuckstücke.

Und so wachsen aus dem Vergangenen, auf dem Fundament Schmuck, mit seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen, in dem Moment, wo man ihn trägt, neue zukünftige Geschichten."


16. Januar 2015