Gestaltung
Edelstein und Schmuck

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11.07.11 12:28 Alter: 7 Jahre

Synthetische Diamanten

Von: Theo Smeets

Die Firma Medidia ist ein namhafter Hersteller von Diamantwerkzeugen auch für Bereiche der Medizintechnik und der Mikrozerspanung und verwendet vielfältige Techniken für diesen Pro- zess (wie z.B. Lasern von Diamanten, Verbinden von Diamant mit Metall mittels Lot, Schleifen feinster Facetten). Zunehmend finden in diesem Prozess synthetische Diamanten Verwendung. Ebenso haben synthetische Diamanten in den letzten Jahren vermehrt Anwendung im Schmuckbereich gefunden und lassen sich selbst von versierten Geologen ohne aufwändige und kostspielige Bestimmungsverfahren kaum von natürlichen Diamanten unterscheiden.

Üblicher- weise basieren die Schliffe des synthetischen Materials und dessen Verwendung darauf, echte Diamanten zu ersetzen und es liegen bekannte Entwürfe – wie z. B. mit Diamanten ausgefass- te Ringe – zugrunde. Eine klare Unterscheidung zwischen echten und synthetischen Steinen ist hier, schon allein aufgrund der Gestaltung, nicht möglich. Das Projekt konzentrierte sich auf die Verwen- dung von synthetischen Diamanten in neuartiger Form und die Nutzung von Sonderformen des Materials. Die Firma Medidia stellte den Studierenden der Fachrichtung Edelstein- und Schmuckdesign für Probezwecke Material zur Verfügung und bot ihr gesamtes technisches Spektrum zu Versuchs- zwecken an.

Das Material bestand einerseits aus bis zu zwei 171 Karat großen synthetischen Rohdiamanten in na- hezu perfekten natürlichen Oktaederkristallen, anderseits gab es eine Auswahl an Abschnitten von schwarzen - ebenfalls synthetisch hergestell- ten Diamantplatten.

Die Zielsetzung war nicht auf serielle Fertigung oder Unikate festgelegt. Der Fokus lag auf einem möglichst freien Umgang mit dem vorhandenen Material und der Nutzung dessen für authenti- sche gestalterische Lösungen unter Entwicklung und Anwendung einer dem Material entspre- chenden Formensprache.

Neben Seminaren fanden mehrere Präsenta- tionen mit dem Kooperationspartner statt. So wurden z.B. die in der ersten Entwurfspha- se entstandenen Modelle auf ihre technische Machbarkeit hin besprochen und ausgewählt.

Bei der Umsetzung in Schmuck zeigte sich, dass das Löten von transparentem Material häufig zu Verfärbungen dessen führte, was in der bis- herigen technischen Anwendung kein Problem darstellte. Somit ist die Verwendung schwarzer Diamantplatten weitaus geeigneter für Entwür- fe, die diesen technischen Vorgang beinhalten. Die Ergebnisse dieses Projektes haben einmal mehr gezeigt, dass im Bereich Edelstein und Schmuck die Verbindung von freien künstleri- schen Entwürfen mit fortschrittlicherTechnologie hervorragendes Entwicklungspotential für alle Beteiligten bietet. Aufgrund der Entwürfe und Prototypen dieses Projektes wird die Firma Me- didia nach Wegen suchen, für den synthetischen Diamant im Designschmuck Produktions- und Vertriebswege aufzubauen.


16. Januar 2015