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Edelstein und Schmuck

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25.07.05 18:29 Alter: 13 Jahre

Reform soll FH-Profil stärken

Von: Theo Smeets

Zöllner: Konkurrenzfähigkeit der Fachhochschulen stärken

Minister erläutert die strukturellen Veränderungen. Bild: Sämmer

(Quelle: Staatzanzeiger Nr. 26 vom 25. Juli '05)

Mit einem Bündel von Maßnahmen will Rheinland-Pfalz seine Fachhochschulen (FH) qualitativ voran bringen. Dabei soll ihr Profil geschärft und ihre Konkurrenzfähigkeit entscheidend gestärkt werden. Dies machte Wissenschaftsminister Prof. E. Jürgen Zöllner in Mainz deutlich. Grundlage der Reformschritte ist das Gutachten einer von Zöllner im Februar 2003 eingesetzten externen Arbeitsgruppe. Zentrale Ergebnisse sind dabei die Einführung der neuen Studienabschlüsse Bachelor/Master, eine Verbesserung der Organisationsstruktur, die Neustrukturierung des Studienangebotes und die strukturpolitische Stärkung kleiner Hochschulstandorte.

Die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge werden nach Angaben des Ministers im Land zügig eingeführt. Die FH Ludwigshafen hat bereits ihr gesamtes Studienangebot entsprechend umgestellt. Die anderen FHs wollen die Umstellung bis spätestens zum Wintersemester 2006/2007 vollzogen haben.

Mit der neuen Struktur der Studiengänge sei eine inhaltliche Reform verbunden, die für die Weiterentwicklung der Studieninhalte genutzt werden solle, sagte Zöllner. Diplomstudiengänge sollen deshalb nicht eins zu eins umgewandelt werden. So werden etwa bei der Landwirtschaft an der FH Bingen die Diplomstudiengänge Landwirtschaft und Internationaler Agrarhandel durch einen neuen Bachelorstudiengang Agrarwirtschaft mit Schwerpunkt Landwirtschaft, Intensivkulturen und Agrarmanagement ersetzt.

Auch bei den Masterstudiengängen sind die Hochschulen gefordert, künftige Angebote gemeinsam zu realisieren. Dabei soll die breite Nutzung der Stärken der einzelnen FHs durch die Kooperation Vorteile bringen. Realisiert werden soll eine Kooperation zum Beispiel auf Masterebene im Bereich Architektur.

Weiterhin sollen größere Organisationseinheiten an den FHs gebildet werden. So wird die FH Trier die Anzahl ihrer Fachbereiche am Standort Trier von zehn auf fünf reduzieren. Auch die FHs Kaiserslautern und Koblenz haben bereits gemeinsame Fachbereiche in den Bereichen Architektur und Bauingenieurwesen bzw. Maschinenbau und Elektrotechnik beschlossen.

Mit den Fachhochschulen wurde auch die Verminderung von Ausbildungskapazitäten in einzelnen Studiengängen, zumal Architektur, vereinbart. Grund ist der zu hohe Anteil der Architekturstudierenden im Land und die ungünstige Arbeitsmarktsituation. Dies gilt auch für Innenarchitektur. In beiden Bereichen werden bis 2010 insgesamt 15,5 Stellen nach Ruhestandsversetzungen nicht mehr besetzt.

Zur Stärkung des Standortes Idar-Oberstein der FH Trier hatte die Arbeitsgruppe auf Grund geringer studentischer Nachfrage empfohlen, den Studiengang Edelstein- und Schmuckdesign vom Standort Idar-Oberstein an den Standort Trier zu verlagern. Im Gegenzug schlug das Ministerium der FH Trier unter anderem vor, am Standort Idar-Oberstein einen Masterstudiengang im Bereich Edelstein- und Schmuckdesign anzubieten.

Vergleichbares wurde für den FH-Standort Höhr-Grenzhausen der FH Koblenz vorgeschlagen. Auch hier soll auf Grund der langjährigen Unterauslastung des Diplomstudiengangs Werkstofftechnik, Glas und Keramik mit der Umstellung auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge eine Reform des Studienangebots erfolgen. Hier soll ein Standort übergreifender Bachelorstudiengang Werkstofftechnik, Glas und Keramik eingerichtet werden. Ein Masterstudiengang Werkstofftechnik, Glas und Keramik soll erst bei ausreichender Nachfrage und vorhandener Lehrkapazität angeboten werden.


16. Januar 2015