Gestaltung
Edelstein und Schmuck

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24.10.06 11:32 Alter: 12 Jahre

3 Studierende der FH werden ausgezeichnet

 

18. Deutscher Nachwuchswettbewerb für Edelstein- und Schmuckgestaltung Idar-Oberstein 2006

1. Preis (NW) Annick Mersch, Ringobjekt aus ErlenholzUlexit, Kupferblech und div. Hilfsmaterialien

2. Preis (NW) Miriam Hoberg, Silber, Achat, Spiegel, Mikrofaserwolle und div. Hilfsmaterialen

3. Preis Katharina Vanselow, Anhängerschmuck aus Silber, geschwärzt und lackiert und Bergkristall

Belobigung Antje Stolz, Ring aus Silber und Bergkristall

Im Nachwuchswettbewerb des 18. Deutscher Nachwuchswettbewerbs für Edelstein- und Schmuckgestaltung Idar-Oberstein wurden zusätzlich zu den Erfolgen im Hauptwettbewerb 4 weitere Preise an Studierende und Absolventinnen der Fachrichtung Edelstein- und Schmuckdesign in Idar-Oberstein vergeben. 

Hier lautete das Thema:
„Mehr Schein als Sein – Das Täuschende“. Verlangt wurde ein Schmuckstück mit Edelsteinen. Perlen durften nur in Verbindung mit Edelsteinen verwendet werden. Die Verwendung von Synthesen war zugelassen.

Preisträgerin: Annick Mersch, Ringobjekt aus Erlenholz, Ulexit, Kupferblech und diversen Hilfsmaterialien. Nach Auffassung der Jury handelt es sich bei diesem Holzring um die beste Arbeit des diesjährigen Nachwuchswettbewerbes. Die schlichte, aber dennoch kreative Umsetzung des gestellten Wettbewerbsthemas überzeugte die Jury, die mit Stimmenmehrheit entschied. Zu ihrer Wettbewerbsarbeit teilt uns die Preisträgerin mit, dass „das innere Sein und der äußere Schein zuweilen nicht übereinstimmen, obwohl sie zur selben Person und zum selben Objekt gehören“. 
Bei der prämierten Arbeit verhält es sich genauso: „Innen verbirgt sich das Sein.2. Preis Urkunde und 1.000,00 €, Preisträgerin: Miriam Hoberg. Wenn der Betrachter das Wort „Sein“ liest, soll er sich selbst sehen und erkennen, wie in einem Spiegel. Das Wort ‚Schein’ trägt sich mit der Zeit ab und was übrig bleibt, ist das ‚Sein’.“ „Schalkette“ aus Silber, Achat, Spiegel, Mikrofaserwolle und diversen Hilfsmaterialien. „Der Wolf im Schafspelz“ nennt die Preisträgerin ihre prämierte Arbeit, bei der die Jury insbesondere die optische Wirkung und die gelungene Auseinandersetzung dem gestellten Wettbewerbsthema lobte. Blickfang der Wettbewerbsarbeit ist das beidseitig tragbare Mittelstück, dessen Härte im Gegensatz und in einem Spannungsverhältnis zu den weichen und flauschigen Schnüren steht. Die Preisträgerin beschreibt ihre Arbeit wie folgt: „Während die eine Seite den Wolf mit aufgerissenem Rachen und Greifzähnen sehr konkret darstellt, lässt die Spiegelseite nur erahnen, wer eigentlich der „Wolf im Schafspelz“ ist – der Betrachter, der sich spiegelt ...., jeder trägt schließlich hinter einer freundlichen Fassade und normgerechten Maske verborgene, negative Charakterzüge in sich.“ Die Jury entschied mit Stimmenmehrheit.

 3. Preis Urkunde und 500,00 €, Preisträgerin: Katharina Vanselow für den von ihr gefertigten Anhängerschmuck aus Silber (geschwärzt und lackiert) sowie Bergkristall. Die Jury honorierte bei dieser Arbeit die gelungene Visualisierung des gestellten Themas. „Enttäuschung“ nennt die Preisträgerin ihre Arbeit. Durch Bewegen des Steins bzw. durch Verschiebung des Blickwinkels erscheint zum einen die Spiegelung des weißen Kopfes, zum anderen aber auch der dahinter befindliche schwarze Kopf. „Hat man in einem Menschen erst einmal sein „dunkles, düsteres Gesicht“ erkannt, wird man es immer wieder sehen....“. Die Jury entschied mit Stimmenmehrheit.

Belobigung mit einer Urkunde und 250,00 €gingen an die Preisträgerin: Antje Stolz. Sie fertigte einen Ring aus Silber und Bergkristall. Die Jury honorierte bei diesem Ring neben der handwerklich überzeugenden Ausführung insbesondere auch die sehr gute Umsetzung des gestellten Wettbewerbsthemas. „Verlorene Fassung für einen Einkaräter“ lautet die Überschrift zu dieser Arbeit. Durch verschiedene Bohrungen im Bergkristall entsteht der täuschend echte Eindruck einer Fassung. Tatsächlich aber handelt es sich nur um einen Hohlraum, der niemals einen Stein halten könnte. „Somit entsteht – so die Preisträgerin – im Bergkristall ein neuer Raum für etwas nicht Greifbares.“ Die Jury entschied mit Stimmenmehrheit. 

Das J u r y - T e a m setzte sich wie folgt zusammen: Georg Bunz Schmuckdesigner, Dobel Isabelle Gut, Juwelierin, Zürich, Schweiz Diamantschleifermeister und Schmuckhersteller, Idar-Oberstein Hans Jürgen Machwirth, Oberbürgermeister der Stadt Idar-Oberstein Nathalie Prinzessin von Hohenzollern, Schmuckdesignerin, Sigmaringen Jochen Pohl, Goldschmiedemeister, Idar-Oberstein Als Beobachter ohne Stimmrecht nahmen an den Beratungen der Jury teil: Fachzeitschrift „Uhren Juwelen Schmuck“ Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“ Elke und Hans Schöner, Fachzeitschrift „FZ für Uhren, Schmuck und Accessoires“   Für die Öffentlichkeit werden alle zum „37. Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis Idar-Oberstein 2006“ und zum „18. Deutschen Nachwuchswettbewerb für Edelstein- und Schmuckgestaltung Idar-Oberstein 2006“ eingereichten Arbeiten vom 02. bis 04.12.2006, im Börsensaal der Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein ausgestellt. Im Anschluss an o. g. Ausstellung werden die preisgekrönten Arbeiten noch auf weiteren Ausstellungen gezeigt, u. a. bei der Inhorgenta in München vom 23.02. bis 26.02.2007 sowie voraussichtlich bei der „Original Tucson Gem Show“ in Tucson, Arizona, USA, in der Zeit vom 30.01. bis 04.02.2007. Eine weitere Ausstellung der preisgekrönten Arbeiten sowie der Wettbewerbsarbeiten, die bei der Jurierung bis in die letzten Runden kamen, findet in der Zeit vom 08.03. bis 23.03.2007 in der Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim statt.

Die beiden Wettbewerbe stellten sich wie folgt dar: Insgesamt wurden bei den Wettbewerben 154 Arbeiten eingereicht. Beim Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis wurden 116 Arbeiten von 76 Teilnehmer/innen eingesandt (51 Damen, 25 Herren). Beim Nachwuchswettbewerb waren 38 Arbeiten von 24 Einsendern zu bewerten (23 Damen, 1 Herr). Die Teilnehmer/innen der Wettbewerbe kamen aus den Ländern Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Namibia, Österreich, Schweiz, Tschechische Republik und Ungarn. Die Jury hat sich dazu entschlossen, bei beiden Wettbewerben zusätzlich zu den vergebenen Preisen Belobigungen auszusprechen. 

Der Dank gilt den Förderern - insbesondere dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Rheinland-Pfalz - für ihre großzügige Unterstützung.

Die Fotos wurden aufgenommen von Lichtblick Foto-Design, Hiltrud und Jürgen Cullmann, Schwollen.


16. Januar 2015