Gestaltung
Edelstein und Schmuck

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24.10.06 12:15 Alter: 11 Jahre

AbsolventInnen dominieren die Preisvergabe des diesjährigen Wettbewerbs

 

37. Deutscher Schmuck- und Edelsteinpreis Idar-Oberstein 2006

1. Preis (HW) Hester Noordegraaf, Ring aus Gelbgold, Citrin und Akoya-Zuchtperlen

2. Preis (HW) Jörg Stoffel, Ring aus Rotgold und Rutilquarz

Belobigung (HW) Maren Giloy, Collier aus Geldscheinen, Gold, Silber, Edelstahl, Kunststoff, Turmalin, Amethyst, Citrin, Peridot, Türkis, gefärbtem Achat, Perlen und Brillanten

Am Freitag, 20. Oktober 2006, tagte die Jury für den „37. Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis Idar-Oberstein 2006“ und den „18. Deutschen Nachwuchswettbewerb für Edelstein- und Schmuckgestaltung Idar-Oberstein 2006“ im Börsensaal der Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein.

Der Dank gilt den Förderern - insbesondere dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Rheinland-Pfalz - für ihre großzügige Unterstützung.
„Mehr Sein als Schein – Das Verborgene“ Verlangt wurde ein Schmuckstück aus Edelmetall und Edelsteinen. Perlen durften nur in Verbindung mit Edelsteinen verwendet werden. Die Verwendung von Synthesen war nicht zugelassen.
Die beiden Wettbewerbe stellten sich wie folgt dar: Insgesamt wurden bei den Wettbewerben 154 Arbeiten eingereicht. Beim Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis wurden 116 Arbeiten von 76 Teilnehmer/innen eingesandt (51 Damen, 25 Herren). Beim Nachwuchswettbewerb waren 38 Arbeiten von 24 Einsendern zu bewerten (23 Damen, 1 Herr). Die Teilnehmer/innen der Wettbewerbe kamen aus den Ländern Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Namibia, Österreich, Schweiz, Tschechische Republik und Ungarn. Die Jury hat sich dazu entschlossen, bei beiden Wettbewerben zusätzlich zu den vergebenen Preisen Belobigungen auszusprechen. 

Die Jury hat insgesamt 7 von 11 möglichen Auszeichnungen an AbsolventInnen der Fachhochschule Trier in Idar-Oberstein vergeben: Davon gingen im Hauptwettbewerb 4 an folgende PreisträgerInnen:

 1. Preis Urkunde und 4.000,00 € für die Preisträgerin: Hester Vonk Noordegraaf für den von ihr angefertigten Ring aus Gelbgold, Citrin und Akoyazuchtperlen. Die Jury stellte beim 1. Preis des diesjährigen Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreises neben der gelungenen Auseinandersetzung mit dem Wettbewerbsthema die perfekte, filigrane Verarbeitung dieses sehr femininen „Schleierrings“ heraus. Die Verschleierung der Frau steht im Mittelpunkt dieser Wettbewerbsarbeit. „Für mich – so die Preisträgerin – bekommt die Frau durch die Verschleierung einen geheimnisvollen Charakter. Nur wenig von ihr ist sichtbar. Das wirkliche „Sein“ ist verborgen, nur für wenige Personen zugänglich. Die feinen Ketten wirken wie ein Schleier aus Samt. Erst wenn der Ring am Finger getragen wird, öffnet sich die Form. Mit dem Finger teilt sie den seitlich herabhängenden Kettenvorhang der gleichzeitig die Hand umschmeichelt. So erzeugt die Positionierung des Schmuckstücks am menschlichen Körper ein Spiel von Verhüllen und Zeigen.“ Der Ring hat – so die Auffassung der Jury – viele geheimnisvolle Details. Er ist sehr komplex und erschließt sich demzufolge auch erst nach einer gewissen Zeit der Auseinandersetzung mit ihm. Aus allen Perspektiven überrascht er mit liebevollen Details und beeindruckt durch seine Konsequenz und Ganzheitlichkeit. Die Jury entschied mit Stimmenmehrheit. 

2. Preis mit Urkunde und 2.500,00 € gingen an Preisträger: Jörg Stoffel für den Ring aus Rotgold und Rutilquarz. Im Rennen um den 1. Preis musste sich der Träger des 2. Preises nur denkbar knapp geschlagen geben. Eine Arbeit mit hoher Symbolkraft in handwerklich perfekter Ausführung, einer klaren und schnörkellosen Formensprache und das gestellte Wettbewerbsthema perfekt treffend – so die Beurteilung der Jury. „Auf den Punkt kommen. Nicht lange drum herum reden, beschönigen. Entscheidungen treffen, mit Tiefe. Sinn für Schönheit, Sein statt Schein.“ Dies sind die Gedanken des Preisträgers zu seiner Arbeit. Ein am Fuße der Rutilquarzkugel befindlicher tiefer Trichter mit großer optischer Sogwirkung zieht den Betrachter in geheimnisvoller Weise in die Tiefe. Die Jury entschied mit Stimmenmehrheit.

 Preisträgerin: Maren Giloy erhielt Belobigung eine Urkunde und 500,00 € für ihre Halskette aus Geldscheinen, Gold, Silber, Edelstahl, Kunststoff, Turmalin, Amethyst, Citrin, Peridot, Türkis, gefärbtem Achat, Perlen und Brillanten. Vordergründig sagt dieses Collier: „Ich habe Geld .... aber hintergründig, also im Verborgenen erinnert es an vergangene Reisen, verschiedene Kulturkreise, Menschen, Wünsche und Träume.“ So beschreibt die Preisträgerin ihre Arbeit, bei der die Jury insbesondere die ästhetisch gelungene Umsetzung des Wettbewerbsthemas, aber auch die erzeugte Spannung zwischen den verwendeten Materialien und den stark experimentellen Charakter honorierte. Eine originelle, gut tragbare und schmückende Wettbewerbsarbeit, mit der die Preisträgerin neue Wege geht. Die Jury entschied mit Stimmenmehrheit.

Das J u r y - T e a m setzte sich wie folgt zusammen: Georg Bunz Schmuckdesigner, Dobel Isabelle Gut, Juwelierin, Zürich, Schweiz Diamantschleifermeister und Schmuckhersteller, Idar-Oberstein Hans Jürgen Machwirth, Oberbürgermeister der Stadt Idar-Oberstein Nathalie Prinzessin von Hohenzollern, Schmuckdesignerin, Sigmaringen Jochen Pohl, Goldschmiedemeister, Idar-Oberstein Als Beobachter ohne Stimmrecht nahmen an den Beratungen der Jury teil: Fachzeitschrift „Uhren Juwelen Schmuck“ Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“ Elke und Hans Schöner, Fachzeitschrift „FZ für Uhren, Schmuck und Accessoires“   Für die Öffentlichkeit werden alle zum „37. Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis Idar-Oberstein 2006“ und zum „18. Deutschen Nachwuchswettbewerb für Edelstein- und Schmuckgestaltung Idar-Oberstein 2006“ eingereichten Arbeiten vom 02. bis 04.12.2006, im Börsensaal der Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein ausgestellt. Im Anschluss an o. g. Ausstellung werden die preisgekrönten Arbeiten noch auf weiteren Ausstellungen gezeigt, u. a. bei der Inhorgenta in München vom 23.02. bis 26.02.2007 sowie voraussichtlich bei der „Original Tucson Gem Show“ in Tucson, Arizona, USA, in der Zeit vom 30.01. bis 04.02.2007. Eine weitere Ausstellung der preisgekrönten Arbeiten sowie der Wettbewerbsarbeiten, die bei der Jurierung bis in die letzten Runden kamen, findet in der Zeit vom 08.03. bis 23.03.2007 in der Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim statt.

Die Fotos wurden aufgenommen von Lichtblick Foto-Design, Hiltrud und Jürgen Cullmann, Schwollen.


16. Januar 2015