Gestaltung
Edelstein und Schmuck

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15.09.02 23:12 Alter: 16 Jahre

Ausstellung "Art Déco Schmuck Jakob Bengel"

Von: Prof. Dr. Ulrich Kern

Spurensuche: Glanz vergangener Tage neu entdeckt - Ausstellung "Art Déco Schmuck Jakob Bengel".

Eine Zeitreise in die Vergangenheit - so sahen die Veranstalter ihre Ausstellung "Art Déco Schmuck Jakob Bengel".

Zu sehen waren im Museum Idar-Oberstein vom 15. September 2002 bis 15. Januar 2003 rund 160 Schmuckstücke des Art Déco. Sie sind typisch für Mode und Zeitgeist der 20er und 30er Jahre im letzten Jahrhundert - typisch auch für die damalige hohe Gestaltungsqualität Idar-Obersteiner Schmuck-Firmen. Einzigartig ist aber das Beispiel der Firma Jakob Bengel durch die Verbindung aus kreativem Entwurf und innovativer Umsetzung mit neuen Materialien und technischen Verfahren. Und gerade dies sind die Stärken, die Stadt, Wirtschaft und Fachhochschule in Idar-Oberstein heute neu beleben wollen. Grund genug für die Veranstalter, mit der Ausstellung über den Schmuck der Firma Bengel an die Öffentlichkeit zu treten.

Die Beteiligten der Ausstellung

Die Veranstalter - das ist zum einen die Stadt mit ihrem Kulturreferenten Willi Lindemann. Zu nennen ist weiterhin die Kunsthistorikerin Dr. Christianne Weber-Stöber, Hanau, die die vielfältigen Erkenntnisse über den Schmuck jener Zeit auswertete und in einem lesenswerten Katalog zusammenfasste. Überhaupt möglich ist die Ausstellung aber nur dank dem Spürsinn und der Sammelleidenschaft eines Ehepaares in Deutschland, das so viele Schmuckstücke als Originale, aber auch anderes historisches Material im Laufe der Jahre zusammengetragen hat. Durchaus kein leichtes Unterfangen, da doch der Art Déco Schmuck als preiswerte Ware in seiner Entstehungszeit weder Künstler-Marke noch Firmensignet erhielt.

Die Aufgabe der Ausstellungskonzeption

Beteiligt war an der Ausstellung ebenfalls der Fachbereich Edelstein- und Schmuckdesign der FH Trier in Idar-Oberstein. Im Auftrag der Stadt hatte ein Projektteam unter Leitung von Dr. Ulrich Kern, Professor für Design-Management, die Ausstellungskonzeption übernommen. Unter Mitwirkung von Theo Smeets, Professor für Schmuckdesign, hat das studentische Projektteam (Insa Schwarting, Anne Schlieper, Simone Strauß, Stephanie Trauth) den passenden Rahmen für die Ausstellung im Museum entwickelt. Ausgesucht wurden nicht nur die Schmuckstücke, sondern auch Musterbücher, handgezeichnete Entwürfe, Fotos und Originaldokumente jener Zeit. Erarbeitet wurden Informationstafeln, die Wissenswertes über die Ausstellung vermitteln. Zugleich entstand eine Raumplanung für die Ausstellung, die der streng geometrischen Form des Schmucks entspricht, und die den Betrachter in die große Zeit des Art Déco Schmucks eintauchen lässt.

Praxisprojekte Design-Management

Eine interessante Zeitspanne der Wirtschafts- und Designgeschichte Obersteins entsteht so neu vor den Augen der Besucher. Zugleich gewinnen die Studierenden praktische Erfahrung im Design-Management. Das Fach, das in 2002 am Fachbereich Edelstein- und Schmuckdesign eingeführt wurde, verbindet die kreativen Stärken der Gestalter mit wirksamem Management und leistungsfähiger Organisation. Bereits mit der Ausstellung "Steine tragen" und dem Projekt "Sommerlang", ebenfalls in den letzten Monaten vorgestellt, zeigte der Fachbereich seine wachsende Kompetenz auf dem Gebiet.


16. Januar 2015