Gestaltung
Edelstein und Schmuck

NEWS

15.10.08 16:27 Alter: 10 Jahre

Shop-Stop: Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst - Frankfurt am Main

Von: Theo Smeets

Zusammen mit der Galerie aurum aus Frankfurt präsentiert die FH in Idar-Oberstein SHOP-STOP - ein neuartiges Galerieverkaufskonzept innerhalb des Museums für Angewandte Kunst in Frankfurt.

(ein Panoramafoto der Ausstellung finden Sie Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterHIER)

„My Inner-Outside“

Im Rahmen des Ausstellungszyklus „nsaio3“ (Neuer Schmuck aus Idar-Oberstein 3) zeigt die Ausstellung „My Inner-Outside“ ausgewählte Arbeiten von Studierenden und AbsolventInnen der Fachhochschule Trier, Fachrichtung Edelstein- und Schmuckdesign in Idar-Oberstein. In den zentralen Lehrgebieten der Fachrichtung - Edelstein- und Schmuckgestaltung und dreidimensionale Gestaltung - konzentrieren sich Lehrende und Studierende darauf, die Überschneidungsbereiche der einzelnen Disziplinen herauszuarbeiten.

Als konzeptioneller Arbeitsraum wurde den Studierenden für „My Inner-Outside“ folgender Projekttext vorgelegt:
„My Inner-Outside“ soll sich zunächst auf einen Raum beziehen, in dem eine Ausstellung in einem Museum stattfinden soll. Dieser Raum, der Innen und Außen durch eine gebogene Fensterfront trennt und dadurch gleichzeitig verbindet, soll die Grundlage für die Auseinandersetzung mit der Blickrichtung der BetrachterInnen, der TrägerInnen und der MacherInnen von Schmuck bilden.
„Das Innere wie das Äußere in zweifacher Hinsicht: als Projektion und Reflexion“ 
Zum einen der Blick von Innen nach Außen, die Öffnung der Innenräume auf den Außenraum. Auf einen Außenraum der begrenzt bleibt durch die architektonischen Vorgaben. Zum anderen der Blick von Außen nach Innen. Man „befindet sich“ schon im Raum und doch nicht, da er durch ein Fenster getrennt ist. Eine mehr physische als visuelle Begrenzung.
Außenraum – Nahtstelle – Innenraum.
„Das Fenster als Vermittler zwischen Innen- und Außenraum.“ 
Schmuck als Schnittstelle von imaginären Räumen. Als Projektionsfläche verschiedener Perspektiven.
Während das Herstellen von Schmuck mit einer gewissen Abschottung von der Außenwelt einhergeht, so wird er doch dafür gemacht, einer Außenwelt präsentiert zu werden, sich mit seiner Trägerin, seinem Träger, in ihr zu bewegen - Das Innere, das von Außen sichtbar wird. Ändert sich das Urteil des Betrachters durch den Perspektivwechsel oder den Wechsel der Geräuschkulisse, die ihn umgibt? Innen und Außen könnten polare Kategorien sein. Welche Art von Schmuck entsteht, wenn man sich an der Schnittstelle von Innen und Außen bewegt?
Außenraum –Schmuck – Mensch.
„Das Verhältnis des Innen zum Außen ist eines von Natürlichem und Künstlichem, von Fakt und Artefakt. Es ist keines des Ausschlusses oder der einfachen Entgegensetzung. Viel eher eines der Übergänge und Wandlungen.“ 


Der Titel „My Inner-Outside“ beschreibt somit Schmuck als geistiges Konzept der Schmuckschaffenden und seiner extrovertierten Rolle beim Tragen.
 „My Inner-Outside“ gibt Ein- und Ausblicke.


Zur Fachrichtung Edelstein- und Schmuckdesign


Idar-Oberstein, immer noch Deutschlands Zentrum für Edelsteinverarbeitung und –handel, hat auch international eine lange Tradition als Schmuck- und Edelsteinstadt. Weltweit einmalig ist der Bezug zum Edelstein in der Schmuckausbildung. Lehrende und Studierende der Idar-Obersteiner Hochschule sehen es als Herausforderung, diese Tradition mit Individualität und zeitgenössischen Denkansätzen zu konfrontieren und zu bereichern.
Während im Bachelor die Grundlagen der Gestaltung und des Verständnisses für Edelstein und Schmuck vermittelt werden, werden im Master die komplexe Entwicklung von Ideen, Konzepten, Entwürfen bis hin zur Herstellung von marktfähigen Produkten im Bereich Edelstein- und Schmuckdesign vorangetrieben. Neben der Vertiefung und Erweiterung künstlerisch-designerischen Könnens hat sowohl im Master als auch im Bachelor der interdisziplinäre Umgang mit dem Erlernten und dessen Reflexion eine zentrale Bedeutung.
Der Idar-Obersteiner Studiengang versteht sich nicht als eine in der handwerklich-akademischen Tradition stehende Hochschule, er betrachtet sich mehr als ein auf der Höhe der Zeit operierendes Laboratorium, in dem Studierende und Lehrende, gemeinsam forschend und experimentierend, offen für die Fragen der Gesellschaft am Projekt „Schmuck“ arbeiten.
aurum mobile galerie

Zur Galerie aurum

Die Galeristin Kristina Balzer präsentiert mit ihrer mobilen Galerie aurum zum ersten Mal Arbeiten von Nachwuchskünstlern im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt. Seit fünf Jahren kooperiert die Galeristin mit der
Fachhochschule Trier, Fachbereich Edelstein- und Schmuckdesign und verfolgt und zeigt mit ihrer Nachwuchsarbeit die Entwicklung in der Edelsteingestaltung.
In der ambitionierten Aufgabenstellung des Fachbereichs und der über 500 Jahre alten Schmucktradition der Stadt Idar-Oberstein und ihrer heutigen Edelsteinindustrie treffen Tradition und Experiment komprimiert aufeinander. Steinschmuck - traditionellerweise konservativ und klassisch - von seinem angestaubten Image zu befreien, aber auch den Blick auf die Tradition nicht zu verlieren, ist eine Herausforderung und beinhaltet gleichzeitig
Provokation. Der im zeitgenössischen Schmuckdesign jahrelang stiefmütterlich behandelte Edelstein erfährt in den vergangenen Jahren eine Renaissance - ein neues Qualitätsbewusstsein bildet sich heraus und gleichzeitig erweitern sich die Sehgewohnheiten.  Mit ShopStop 5 bietet die mobile Galerie aurum im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt dem Neuen Schmuck aus Idar-Oberstein eine aktuelle Plattform und dem Besucher eine Gelegenheit zum Shoppen auf künstlerischem Niveau.
Nach renommierten zeitgenössischen Schmuckkünstlern wie Svenja John, Ulo Florack und Uli Rapp gibt die Galerie diesmal Einblicke in das künstlerische Potential  angehender SchmuckgestalterInnen.


16. Januar 2015