Gestaltung
Edelstein und Schmuck

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05.11.05 12:07 Alter: 12 Jahre

Symposium „Arte Fact“ in Antwerpen am 4.11.2005

Von: Theo Smeets

Mit 34 Studierenden, Prof. Ute Eitzenhöfer, Prof. Theo Smeets und Sally Kiss waren wir zu Gast auf dem Internationalen Symposium Arte Fact in Antwerpen in Belgien. Angereist sind wir am Tag vorher und am Tag nach dem Symposium hatten wir noch Zeit, einige Galerien und eine Einkaufstour zu machen. Als "Erfahrungsbericht", hier das ...

 

... Referat von Lisa Kröber, 1. Semester

„Arte Fact“ in Antwerpen am 4.11.2005

Als ich von der „Arte Fact“ erfuhr, war ich sehr gespannt auf das, was mich dort erwartet. Ich hatte keine genauen Vorstellungen, rechnete aber mit verschiedenen Ausstellungen von Studenten und Designern, deren Arbeiten von ihnen zusätzlich erklärt werden. Als ich dann ca. eine Woche vor Abfahrt erfuhr, dass dort hauptsächlich Reden über das Thema „was ist Kunst?“ gehalten werden und das zu meinem „Erschrecken“ auch noch auf Englisch, verlor ich einen Teil meiner Lust auf diese Tage in Antwerpen. Doch ich täuschte mich gewaltig und bin nun sehr froh, mitgefahren zu sein, denn nicht nur die Stadt war traumhaft, auch das Symposium hat mich begeistert.

Als wir in Sint Lucas eintrafen, wurden wir freundlich von den Leitern des Symposiums, u.a. dem Dekan Mark de Belder begrüßt und hereingebeten. Wir bekamen Informationsmaterial ausgehändigt, indem man einiges von dem erfuhr, was im Laufe des Tages passieren wird. Das war nicht nur wichtig für den Überblick, sondern es war gleichzeitig ein Andenken, welches zeigte wie gut die Arte Fact organisiert war. Dies war auch in dem zur Begrüßung geplanten „Frühstück“ zu erkennen. Hier bot sich die Zeit anzukommen und die Gelegenheit, sich mit den anderen Besuchern auszutauschen.

Das Vorwort des Symposiums richtete der Vorsitzende Jan Walgrave an uns, indem er uns den Ablauf erläuterte und uns empfahl, Fragen an die Künstler, die uns während der Präsentationen in den Kopf kommen könnten aufzuschreiben, so dass diese in der an das Symposium angrenzenden Diskussion geklärt werden können. Danach begann sofort der erste Designer, David Watkins aus London, ein Professor des Royal College of Art mit seinem Vortrag. Sein Thema war „Wearable pioneers, a test of time“. Obwohl er Englisch als Muttersprache spricht und dadurch recht schnell redete und unbekannte Wörter verwandt, verstand ich den Großteil seiner Rede, die von seiner Entwicklung als Schmuckdesigner von den späten sechziger Jahren bis Heute handelte. Hier gefiel mir sehr gut, dass er mit vielen Fotos seiner Schmuckstücke sein Gesagtes verdeutlichen konnte und man somit ein genaueres Bild seiner Arbeiten und letzten Endes von seiner Entwicklung als Designer bekam. Mir fiel auf, dass trotz der langen Zeit, die er als Schmuckdesigner verbrachte, er zum Teil immer noch die Formen oder Themen verwendet, mit denen er auch früher schon arbeitete. Somit kann man sagen, er bleibt seinem Stil treu, steht zu dem was er geschaffen hat und scheint immer wieder Begeisterung und keine Spur von Langeweile in seinen alten Sachen zu finden.

Am wenigsten Interesse widmete ich dem zweiten Designer Simon Thompson (Schmuckdesigner), Dekan der Kunst und Design Universität von Falmouth. Der Titel seiner Rede „What does convert an objekt into art?“ weckte zwar mein Interesse, jedoch konnte ich ihm aufgrund der Sprachbarriere nicht wirklich folgen.

Die Schmuckkünstlerin Johanna Dahm aus Zürich von der Hochschule Pforzheim hielt einen sehr bildhaften und leicht verständlichen Vortrag, untermalt mit einem Foto eines Kunstwerkes, welches einen Rahmen um ihre Rede bildete. Schön fand ich, wie sie ihr Thema mit einer Geschichte unterstützte, dadurch wirkte ihr Vortrag sehr lebendig.

Mit am besten gefielen mir die Arbeiten der holländischen Schmuckdesignerin Dinie Besem. Allein durch ihr natürliches und sympathisches Auftreten, machte es Spaß ihr zu zu hören. Auch sie stellte ihre dreizehn Jahre als Schmuckkünstlerin mit vielen Fotos ihrer Arbeiten dar. Sie versucht in ihren Objekten die Balance zwischen Kunst und Design zu finden, was ihr offensichtlich gelungen ist. Alle ihre Arbeiten haben mir sehr gut gefallen, vor allem deshalb, weil hinter vielen ein tieferer Sinn steht und/oder sie eine Geschichte zu erzählen haben. Ihre Arbeit als Künstlerin hört nicht nach der Fertigstellung ihrer Schmuckstücke auf, sondern erst dann, wenn sie sich selbst um die passenden Ausstellungsräume gekümmert hat, die am liebsten auch noch eine Geschichte zu erzählen haben oder perfekt zu ihren Arbeiten passen und diese eine bestimmte Beziehung mit den Ausstellungsräumen eingehen können. Interessant fand ich auch, dass sie uns einen Einblick in ihre zukünftigen Pläne erlaubte, nämlich selbst eine Galerie für Schmuck zu bauen, mit der Besonderheit ein Gebäude im Gebäude zu errichten. Ihr Vorhaben klang sehr aufregend und ich bin gespannt auf das Ergebnis.

Dieser Präsentation folgte eine Mittagpause, in der man sich entweder eine Ausstellung von studentischen Arbeiten ansehen oder das Essensangebot in Anspruch nehmen konnte. Ich schaute mir zuerst die Ausstellung an, in der ich sehr verschiedene und aussagekräftige Arbeiten fand. Interessant wirkte zum Beispiel ein Tongefäß auf mich, welches mich aufgrund der besonders bearbeiteten Oberfläche begeisterte. In einem abgedunkelten Raum entdeckte ich eine Installation, die mich an ein Aquarium erinnerte, denn es war ein mit Wasser gefülltes, rechteckiges Glasgefäß, in dem schätzungsweise 7 Silberplättchen (?) oder besser: Stücke silberner Folie schwammen, wie durch ein Wunder hoch, runter, hin und her segelten, dadurch ihre Form veränderten, sich mal berührten und wieder von einander abließen. Durch die ständigen verschiedenen Bewegungen und durch die Leuchtkraft des Silbers, verstärkt durch das umgebende Dunkel faszinierte mich. Das anschließende Essen, zeigte erneut die gute Organisation der artefact.

Zwei Stunden später ging das Symposium mit dem Mexikaner Jorge Manilla Navarette weiter. Er studierte in Mexiko und absolviert nun sein letztes Jahr in Sint Lucas in Antwerpen. Leider konnte man ihn aufgrund seines Akzentes nicht gut verstehen, jedoch schaffte er es durch seine Fotografien seinen Anspruch, den er an sein Design hat, rüber zu bringen. Mir gefiel, dass es ihm gelingt seine Themen wie seine Geschichte, seine mexikanische Kultur und Tradition in seinen Schmuck mit einer hohen Symbolik einfließen zu lassen.

Die folgende Rednerin, eine Kunsthistorikerin aus Barcelona Monica Gaspar wirkte sehr sympathisch, redete allerdings so schnell, dass ich ihr nach kurzer Zeit nicht mehr folgen konnte. Das war schade, denn zwischendurch erregten einige Punkte wieder meine Aufmerksamkeit, deren Zusammenhang und Ausgang ich jedoch leider nicht mehr verstand.

Mit Begeisterung sah ich mir die letzten beiden Präsentationen an. Zuerst hörten wir Pauline Coulon, eine Studentin in ihrem letzten Jahr in Sint Lucas. Sie arbeitet hauptsächlich mit Ton, bezeichnet es als „speaking material“ und schaffte es mir diese Bezeichnung durch ihre Arbeiten und Erklärungen näher zu bringen. Besonders interessant für mich war ihre Entwicklung anhand der Fotografien zu sehen, welche sie während ihrer Studienzeit machte. Ich finde sie hat es geschafft, was auch ich mir von meinem Studium erhoffe, nämlich einen eigenen Stil zu finden.

Abschließend zeigte uns der Silberschmied David Hycke seine Objekte. Er beschäftigt sich ausschließlich mit dem Material Silber, aus dem er die unterschiedlichsten Schalen schmiedet. Er benutzt sehr einfache, klare Formen, die aber nicht langweilig wirken, sondern es schaffen eine Ruhe hervorzurufen die gut tut und entspannend wirkt, außerdem steht dadurch sein Können, sein Schmieden im Vordergrund.

Eine halbe Stunde später fand die Diskussion statt, in der hoffentlich die Fragen der Teilnehmer beantwortet werden konnten, die sich im Laufe des Symposiums ansammelten.

Alles in allem fand ich die Arte Fact sehens- und hörenswert. Ich finde es toll, dass wir die Möglichkeit hatten mit zu fahren und dadurch viele unterschiedliche Sachen, neue Ansichten, Designs und Möglichkeiten zu sehen bekamen.


16. Januar 2015