Gestaltung
Edelstein und Schmuck

NEWS

04.05.16 15:45 Alter: 2 Jahre

"My inner life"

Von: Katharina Reimann

Lesung von Arnaud Sprimont am 20.04.2016 in den Räumen der Hochschule Trier, Campus Idar-Oberstein

Um die Stücke von Arnaud Sprimont zu verstehen, kann man sich auf die These des französischen Philosophen Blaise Pascal beziehen: wo ist mein Platz in der Unendlichkeit, wo ist mein Platz in der Natur? Diese Fragen sind der Schlüssel in der Herangehensweise seines Tuns. Sein Arbeiten ist wie eine Übung, konstantes Hinterfragen, kontinuierliches Entwickeln und Verwandeln, niemals Pausieren. Es ist verankert in seiner Sicht auf den Menschen. Er eröffnet uns Einblicke in sein privates Leben, in die Intimität seines Körpers, sein Verhältnis zur Natur und darüber hinaus seine Vision der menschlichen Natur. Am Anfang steht die Beobachtung, eine Beobachtung, welche über die Grenzen des menschlichen Auges hinausgeht. Durch moderne Technik, welche von Nano-Bildern bis hin zu Satellitenaufnahmen reicht, hinterfragt Sprimont die Grenzen seines Körpers und seine Wahrnehmung der Welt um ihn herum. Das unendlich Große findet seine Bedeutung im unendlich Kleinen und vice versa, ein Abgrund der Möglichkeiten eröffnet sich ihm. Ausgehend von diesen Studien fängt er an, eine Geschichte zu konstruieren. Es geht nicht darum, sich die Unendlichkeit auszuleihen, sondern um die Spannung und die Romantik die er fühlt, darum, Beziehungen zu beschreiben. Er erschafft seine eigene Geschichte, sucht seinen Pfad, verliert sich freudig in den Illusionen, die er betrachtet. Es geht nicht darum, ein festes Ziel zu erreichen, eher um ein Schlendern auf einem unermesslichen Pfad. Sein Arbeiten beschreibt er als „einen sehr langen Spaziergang in der Natur, in der ich verschluckt werde von der Erde und ich eins werde mit dem Stein. Meine Lungen sind wie das Moos an den Bäumen, meine Arme können die Berge umarmen, wie die Zweige eines gewaltigen Baumes, während mein Geist wie eine Eule in die Nacht über den Hügeln fliegt“. Sprimonts Weg ist ein heiterer. Seine Kompositionen sind solide und kompakt. Oft nutzt er zwei gegensätzliche Farben in seinen Arbeiten, das Dunkle der Nacht auf der einen und die Helligkeit des Wissens auf der anderen Seite. Selbst wenn er sich mit unerforschten Geheimnissen konfrontiert sieht, bleibt er unerschrocken ob ihrer Größe. Er sucht seinen Pfad in der Natur, seiner Natur, seine Stücke erzählen die Geologie seines eigenen Körpers, finden einen Platz während konstanter Transformation. frei nach Marie-Luce Martin, Januar 2014


16. Januar 2015