Gestaltung
Architektur

Matthias Sieveke, Prof. Dr.-Ing. Architekt, Professur für Konstruktion und Gebäudetechnologie, Dekan des Fachbereiches Gestaltung


Kontakt
sieveke(at)hochschule-trier.de
Sprechzeiten
: nach Vereinbarung

Angaben zur Person


1961            Geboren in Lohne/ Oldenburg

1981 - 1989  Architekturstudium in Münster, Dipl.-Ing. (FH) und
                    Stuttgart, Dipl.-Ing. (Univ.)

1989 - 1993  Architekt im Büro Prof. Dr. (hc) Ackermann und
                    Partner, München

1994 - 2000  Wissenschaftlicher Assistent für Forschung und Lehre an der
                   TU München, Lehrstuhl für Gebäudetechnologie, Prof. Dr.
                   (Univ. Rom) Thomas Herzog

Mai 2000      Promotion zum Dr.-Ing. an der TU- München mit einer
                   theoretisch, experimentellen Arbeit über thermische
                   Flüssigkeitsspeicher in Außenwandkonstruktionen.
                   Hauptberichter: Prof. Dr. (Univ. Rom) Thomas Herzog 
                   Mitberichter: Prof. Dr.- Ing. Gerhard Hausladen

2000            Patent „Thermischer Flüssigkeitsspeicher“

2001 - 2002  Lehrbeauftragter am Lehrstuhl Bauklimatik, TU- München

2006             Professor an der Hochschule Trier

2013 - 2014  Leiter des Studiengangs Architektur

seit 2014      Dekan, Fachbereich Gestaltung

-                      Student Centered Learning, Projektleiter
-                      Unser Dorf hat Zukunft RLP“ Juror seit 2014
-                      Peer Reviewer ,,PLEA'' Munich, Bologna
-                      Aufbau „Asien-Hochschul- Netzwerk“,
                       Wirtschaftsministerium RLP, Konfuzius Institut Trier,
                       Hochschule Trier, Campus für Gestaltung mit
                       Universitäten in Xiamen, in Taipeh
-                      Design- und Kulturtage Trier, Initiator
                       designundkultur-trier.de
-                      Lecture TU München, Uni Kassel, NTUT Taipeh

Mitgliedschaften

                       Architektenkammer Bayern
                       Bund deutscher Architekten BDA
                       Baukultur Trier

Publikationen Lehre und Studium

                    - Fachbereich Gestaltung - Hochschule Trier 2014
                    - Design- und Kulturtage 2015
                    - „Architekt – Der schöne Beruf“ in „Berufsstart Technik“, 2014
                    - „Architekturstudium an der Hochschule Trier“ in Bund deutscher Baumeister BDB
                    - Trier ist noch nicht Zuende gebaut in „Macher“

Publikation „Forschungs- und Lehrberichte der Hochschule Trier“

                    - Energetisches Konstruieren, Gestalt- und Formfindungsprozesse, 2009 - 2010
                    - Nachhaltigkeits- und Zertifizierungssysteme, 2011
                    - Architektursymposium „Komplexität“, 2012
                    - Architekturexkursion Amsterdam – Rotterdam, 2012
                    - Revitalisierung der Lokrichthalle Trier, 2014

Publikationen

                      Bauwerksintegrierte Photovoltaik
                      Sporthalle für den Umwelt Campus Birkenfeld
                      Kloster Banz, Bad Staffelstein, 2017


                      Sporthalle für den Umwelt Campus Birkenfeld
                      Revue technique, Lux 2016


                      Design and formfinding processes
                      Konzeptpapier fur die
                      ICSA, Universidade do Minho, 2010

                      Energetisches Konstruieren
                      Gestalt- und Formfindungsprozesse
                      Internationaler Kongress Bauhaus.solar, Erfurt/ Weimar


                      Weltkultur und Moderne Trier
                      Tagung Trier 2010


                      "Sonnenschutz der besonderen Art"
                      Dr. Helge Hartwig; Architekt: Matthias Sieveke
                      In Glaswelt 1/04 und Technik & Werkstoffe

                      Thomas Herzog und Matthias Sieveke
                      "Im Dreitakt himmelwärts"
                      Hochhaus in Holz
                      Hochparterre 11/ 2002;

                      Planung - Junge Architekten
                      Matthias Sieveke: Intention; Elementare Grundformen
                      das Bauzentrum 10/ 98

                      Ausgezeichnete Architektur in Bayern
                      Lauben für die Bundesgartenschau
                      BDA Preis Bayern; Verlag Anton Pustet; 2008

                      Paradies mit Laube
                      Hrsg. Stefan Leppert
                      DVA, Stuttgart 2008

                      I + I = I; Teile und Ganzes
                      Hrsg. Hans Schmalscheidt; Wasmuth 2010

                      Perspektivwechsel
                      Kleine Gärten; Architekten: Dr. Matthias Sieveke und Sonja Weber
                      Buga 05, Verlag Callwey, München 2005

                      14. Symposium Thermische Solarenergie
                      Dr. Matthias Sieveke "Speicherfähige Wasserwand"
                      Otti- Energiekolleg, Kloster Banz

                      Thomas Herzog, Architektur und Technologie
                      Matthias Sieveke, Thermischer Flüssigkeitsspeicher
                      S. 186, 187, Verlag Prestel, 2001

                      Wohnhaus Landkreis Starnberg
                      In: Bauernhäuser in Bayern, Bd. 2; S. 326 - 327
                      Verlag Hugendubel, München 1998

                      Sieveke, Matthias: Wohnhaus in Tutzing
                      In: Einfamilienhäuser; S. 130 – 133
                      DVA Stuttgart

                      Dissertation
                      Möglichkeiten der konstruktiven Ausbildung und der baulichen Integration
                      von nachträglich eingebauten thermischen Flüssigkeitsspeichern für den
                      Kurzzeitbetrieb zur Nutzung solarer Einstrahlungsenergie mit zeitversetzter
                      Wärmeabgabe, München 2000

                      Andere

                      Lauben für die Bundesgartenschau 2005
                      Sieveke Architekten
                      www.europa-concorsi.com

                      TU- Laterne München
                      Architekt: Matthias Sieveke
                      www.arc-journal, 12-2003

Preise und Ausstellungen

                      BDA- Wanderausstellung, Neuberufungen 2007 - 2008

                      BDA- Preis Bayern 2006, Nominierung

                      BDA- Wanderausstellung (Gemeinschaftsausstellung)
                      Zeitgemäße Architektur
                      In: Murnau, Garmisch, Schongau, Landsberg; 1999 - 2000

                      Architekturpreis des Ziegelforum e.V.
                      "Veränderbare Wohnbauten in massiver Ziegelbauweise", Preisträger

                      als Student:

                      Prof. Dr. techn. h.c. Kurt Ackermann
                      Architekt – Ingenieur, Universität Stuttgart
                      Matthias Sieveke, Christian Brunner
                      S. 97 - 99; S. 147 - 150; DVA Stuttgart 1997

                      Constructa-Preis für Studierende 90, 1. Preis

                      Förderpreis der deutschen Zementindustrie, 1. Preis

                      www.sieveke-architekten.de

Lehr- und Hochschultätigkeit, Spezialgebiete


Lehrinhalte:

Konstruieren als Methodik des Fügens und des Zusammenwirkens baulicher Subsysteme.
Integration technischer Teilaspekte des Bauens wie Bauphysik, technischer Ausbau und erneuerbare Energien im methodischen Konstruieren.

Anwendungdorientierte Forschung und Entwicklung:

Studien zum Zusammenwirken von Gebäudehülle, technischem Ausbau und bauphysikalischer Phänomene als form - bzw. gestaltbestimmenden Prozeß unter den Gesichtspunkten einer Reduktion erforderlicher technischer Systeme
Studien zur Mehrfachcodierung von Bauteilen unter energetischen Fragestellungen.

 

Eigenständige Studien und Realisierungen


Bauten:

Wohngebäude; Ausstellungsgebäude; Umnutzungen; Sonderbauten; Möblierungssysteme

Studien:

Teilnahme an Planungsgutachten und Wettbewerben
Fassadensanierung; materialspezifische typologische Untersuchungen

Entwicklungsarbeiten:

Experimentelle Arbeiten im Bereich der Bauteilentwicklung sowie der architektonischen Integration neuer Werkstoffe und Materialien in Hüllkonstruktionen.

Patent Nr. 199 04 249, Speicherkollektor

Gedanken zur Konstruktion und Gebäudetechnologie

„Energetisches Konstruieren“

„Konstruktionen sind Mittel zur Übertragung von Kräften“ leitet Frei Otto eine Abhandlung über Grundbegriffe von Konstruktionen ein. Neben den Grundprinzipien einer Architektur, die in der Lage ist, mit einfachen passiven Mitteln ihren Energiehaushalt auf einem vernünftiges Maß zu halten, spielt in der heutigen Zeit auch die energetische Betrachtung der baukonstruktive Teile - das „energetische Konstruieren“ – eine immer stärker werdende Rolle. Die Betrachtung der baukonstruktiven Teile im Rahmen der Gesamtenergiebilanz des Bauwerkes berücksichtigt Fragen der Materialverfügbarkeit und -wahl, des Transportes, der Fügung sowie der ökologischen Unbedenklichkeit und Entsorgung. Moderne Konstruktionen sollten Teil eines natürlichen Stoffkreislaufes sein. Des Weiteren erfordert der sparsame und bewusste Umgang mit Materialien ein Verständnis für sinnvolles Konstruieren. Die Leistungsfähigkeit von Materialien und deren bewusster Einsatz stehen im direkten Zusammenhang zur Ökonomie.

Konzeption, Konstruktion und die Berücksichtigung ortsspezifischer Gegebenheiten beeinflussen in ihrer Wechselwirkung den Energiebedarf von Bauten. Gleichzeitig können die baulichen Teilaspekte in ihrem Zusammenwirken Gestalt prägend sein. Der Dreiklang zwischen einer maßvollen Verglasung, ausreichenden Speicherflächen und den Wärmedämmeigenschaften der eingesetzten Materialien geben die Prinzipien klimagerechter Bauweisen in unseren Breiten wieder. Die Schutzfunktion sollte bei dem jeweiligen Außenklima unter möglichst geringem Energieeinsatz gelingen. 

In der mitteleuropäischen Klimazone ist es erforderlich, die Schwankungen der Außentemperatur abzufedern beziehungsweise umzunutzen und das Defizit an Innenraumwärme im Winter auszugleichen. In der Tradition wurden das Herdfeuer, die Aufenthaltsräume der Menschen, aber auch die Haustiere im Gebäude so verteilt, dass die entstehende Wärme maximal genutzt werden konnte. Im niedersächsischen Hallenhaus befand sich beispielhaft das Herdfeuer im Zentrum des Gebäudes, die Nutztiere wurden entlang der Außenwände untergebracht. Die Anordnung von Pufferräumen wie Dachboden und Keller dienten dazu, das Zentrum des Hauses, die Hauptnutzzone für den Menschen, warm zu halten.

Der bewusste Umgang mit energiesparenden Prinzipien in der Gebäudekonzeption ist nach wie vor anzustreben, allerdings ist es heute ohne Problem möglich, hoch wärmegedämmte Gebäudehüllen zu erstellen, die in der Lage sind, nur einen Bruchteil der inneren Wärme nach Außen durchzulassen und so konzeptionelle Grundrissaufteilungen und die damit einhergehenden Zwänge in Frage stellen. In der bautechnischen Umsetzung sind allerdings Entwicklungen zu beobachten, die äußerst bedenklich sind. Wärmedämmverbundsysteme, als Haube über das ganze Gebäude gelegt, womöglich noch in Kombination mit einer kontrollierten Zwangslüftung sowie von einer EDV- Anlage gesteuerten Rollos, führen zu einer Architektur, deren Gesichtslosigkeit momentan die Vorstädte erstickt und banalisiert. Fragen der Dauerhaftigkeit, der Entsorgung und der ökologischen Unbedenklichkeit der eingesetzten Dämmsysteme bleiben unberücksichtigt. Energetisches sinnvolles Planen und Konstruieren verlangt nach Denk- und Arbeitsweisen, bei denen die Konzeption, die Gestaltung und die Konstruktion eines Gebäude als Gesamtsystem gesehen und verstanden werden.

An der Schnittstelle zwischen Außen- und Innenklima positioniert, stellt die Hülle eines der komplexen bautechnischen Systeme dar.
Prinzipien der Haut- und Knochenarchitektur prägten einen Großteil der Architektur der Moderne des vergangenen Jahrhunderts. Damals wurde versucht, Bauten weitestgehend zu entmaterialisieren und Detailpunkte zu ästhetisieren. Wärmedurchgänge wurden nicht thematisiert. Die Anordnung von Stahlprofilen in Verbindung mit großformatigen Verglasungen führte zu einer eigenständigen Architektursprache, die unabhängig von ortsspezifischen klimatischen Bedingungen global realisiert wurde. Heute sind die klimatischen und auch die bauphysikalischen Anforderungen, gerade im Bereich der Gebäudehülle, weitaus größer und komplexer.

Was soll heutzutage die Hülle leisten? Sie sollte Regen und Wind abhalten, Tageslicht hereinlassen, Ausblick gewähren und in der Regel öffenbar sein um zu lüften. Ist es draußen kalt, so soll sie gut dämmen, ist es draußen zu heiss, so soll sie dafür Sorge tragen, dass sich das Gebäudeinnere nicht zu schnell aufheizt. Zudem soll sie in der Lage sein, im Tagesverlauf anfallende Solarenergie zu sammeln, in Strom bzw. in Wärmenergie umwandeln, um sie zu einem späteren Zeitpunkt, je nach Bedarf, an den Nutzer wieder abzugeben.

Wir haben gelernt, uns entsprechend den Witterungseinflüssen zu kleiden. Neben diesem funktionalen Aspekt spielt aber auch die Gestalt, die Umsetzung funktionaler Anforderungen zu einer gestalterischen Identifikation eine nicht unwesentliche Rolle.

Moderne Hüllkonstruktion sollten allerdings nicht nur bildhaft auf sich bezogen sein, sondern als technisches und gestalterisches System entwickelt werden, das im Austausch mit der Umwelt steht. Die Hülle als bauliches Element steht in direkter Beziehung zu den Temperaturen des Tages und der Nacht sowie auch zu den unterschiedlichen äußeren Bedingungen der Jahreszeiten. Durch den Umgang mit technischen Innovationen sowie den Regeln natürlicher Stoffkreisläufe können konstruktiv und gestalterisch anspruchsvolle Bauten entstehen.

Im Rahmen anwendungsorientierter Forschung wird nach Lösungswegen gesucht, die in der Lage sind, die baulichen Teilaspekte der Solarenergienutzung, der Konstruktion, der Bauphysik und Gestalt integrativ zu bearbeiten. Gestalt- und Formfindungsprozesse aus der Technik, der Natur und der Soziologie werden analysiert und thematisiert.

Sieveke, 6. März 2017

 

 

 

March 8, 2017

Labor für Konstruktion, Material und Energie

(Leitung Prof. Dr. Matthias Sieveke)

Öffnungszeiten im Semester:
Mittwoch Vormittag und nach Absprache