Gestaltung
Architektur

Zugriffspfad / Path

Hauptnavigation / Main Navigation

Unternavigation / Sub Navigation

Standardverweise

1. Preis der Messeakademie ,,denkmal 2016''

1. Preis der Messeakademie ,, denkmal 2016''

9. Messeakademie im Rahmen der denkmal 2016 unter dem Thema "DenkMal Nutzung!“

Die Messeakademie ist ein studentischer Architekturwettbewerb mit Entwurfsaufgaben und beinhaltet im Kern Denkmalpflege und Architektur. Veranstalter der Messeakademie ist die Leipziger Messe GmbH in Zusammenarbeit mit den Landesämtern für Denkmalpflege in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

Der Wettbewerb richtete sich deutschlandweit an Studierende der Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurwesen an Hochschulen, Fachhochschulen und Universitäten.

Bearbeitet konnten folgende vier Projekte:

Brandenburg
Gutshof und Herrenhaus Reuden (Landkreis Oberspreewald-Lausitz)

Sachsen
Alte Baumwolle, Flöha (Landkreis Mittelsachsen)

Sachsen-Anhalt
Gutsanlage Marienthal (Burgenlandkreis)

Thüringen
Barchfelder Schlösser (Wartburgkreis)

Gesucht wurden Ideen für tragfähige und überzeugende Nutzungskonzepte.

Die Jurysitzung fand am 13.10.2016 statt, dort wählte die Jury aus allen eingereichten Arbeiten die zehn besten Entwürfe aus. Die knapp 20-köpfige, interdisziplinäre Jury aus Kultur, Bildung und Politik kürte die Arbeit zur Umnutzung der Barchfelder Schlösser unserer Studierenden Angela Meyer und Sophie Wenzler, die neben einem stattlichen Preisgeld auch das Renomee des Wettbewerbs einheimsen konnten.

Diese Entwurfsarbeiten wurden dann direkt auf der denkmal 2016 in der Ausstellung zur Messeakademie präsentiert. Darüber hinaus stellten die drei Preisträger am 11.11.2016 im Rahmen des Kolloquiums zur Messeakademie ihre Arbeiten selbst auf der Messe vor.

KONZEPT

Die Schlösser setzen sich aus dem Steinschen und dem Landgräflichen Schloss zusammen. Da sich im Nordwesten der Schlosser so eine Lücke ergibt, haben wir diesen Freiraum durch einen Betonkubus ergänzt. Dabei wurden die Außenkanten der bereits bestehenden Schlöser zusammengeführt, die nun die Außenwände des Neubaus bilden. Zwar sollen Alt- und Neubau als homogene Einheit fungieren, optisch jedoch voneinander zu differenzieren sein. So trennt ein umgehender Glasstreifen den Neubau, in dem sich eine Bibliothek befindet, vom Bestand ab.

Der großzügige Raum des Steinschen Schlosses soll nach wie vor als Veranstaltungsraum für Hochzeiten, Konzerte oder Ähnliches dienen, der von uns durch eine Empore über dem Verlies ergänzt wird. In den kleineren Räumen im Gewölbekeller des Schlosses planen wir ein Stuhllager, einen Fahrradraum und eine etwas kleinere Bar/ Vinothek, die vom Restaurant mit bewirtschaftet wird.

Das Landgräflische Schloss wird über eine großzügige Rampen- Treppensituation, die sich zum Hof hin öffnet und auch als Sitzmöglichkeit dient, erschlossen. Im Eingangsbereich stößt man auf die kleine Touristeninformation im Erdgeschoss die als Anlaufstelle für alle Besucher dienen soll. Im von hier gesehenen linken Schlossflügel befinden sich Ausstellungsräume für die Geschichte der Schlösser oder verschiedene Künstlerausstellungen und auch die Räumlichkeiten für das Bürgerbüro. Rechts von der Touristeninformation gelangt man zur Bibliothek, die sich im Anbau befindet und sich über zwei Etagen hin als eigentliche Bibliothek mit Galerie erstreckt und im Untergeschoss ein Archiv hinzuzählt. Auch die direkte Verbindung zum Steinschen Schloss und die vertikale Erschließung sind im Neubau gegeben. Im Obergeschoss bleibt der Rittersaal als Veranstaltungsraum erhalten. Als weitere Räume sind hier Seminarsäle und eine Musikschule vorgesehen. Hier befindet sich außerdem eine denkmalgeschützte Holztreppenanlage, über die man vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss, das mit privaten Schlafrüumen oder-suiten ausgestattet ist, gelangt.

Im Kellergeschoss des Landgräflichen Schlosses befindet sich ein Restaurant, das auch über eine Treppe vom Hof oder aus dem Erdgeschoss zu erreichen ist, mit Zugang zu einer Außenterrasse im Westen. Neben dem Restaurant liegen im Untergeschoss die dazugehörige Küche, ein Lager und die WC-Anlagen, die für alle Gäste des Hauses zugünglich ist. Im Bereich des Glockenturms im Norden des Schlosses finden sich zwei großzügig geschnittene Räume wieder, die als Jugendraum angedacht sind.

Der Schlosshof soll nun wieder als Anlaufpunkt und Schnittstelle aller Besucher betrachtet werden, der genügend Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten bietet. Durch eine Mauer im Norden wird die Sicht auf die dort liegende Wurstfabrik eingeschränkt. Zum Dorf hin üffnet sich der Hof und stellt so eine nach wie vor wichtige Blickbeziehung nach Barchfeld dar.

MATERIAL

Die Außenwände der denkmalgeschützten Schlösser werden soweit renoviert, dass wieder eine einheitliche Natursteinfassade besteht und auch die Dächer sollen ihren Charme der roten Ziegel behalten. Der Anbau besteht aus schlichtem Beton- um aber eine gewisse Homogenität zu schaffen, haben wir auch hier eine beige Färbung gewählt. Den hier verwendeten Beton findet man auch im Inneren des Neubaus, im Hof als Bodenbelag und auch Material der Treppen und Rampen, wieder. Die Bibliothek, die sich im Neubau befindet, ist mit dunklen Holzregalen und -mobiliar ausgestattet, was einen Kontrast zu den hellbeigen Wänden darstellt. Belichtet wird dieser Raum außerdem über ein Oberlicht und durch drei gleich große, aber versetzte Fenster in der Nord- und Westfassade. Diese dienen nicht nur als Belichtungsquelle, sondern gleichzeitig als Sitzmöglichkeit.

 

denkmal-leipzig.de

 

 

December 13, 2016