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1. Preis Concrete Design Competition 2015/16

Concrete Design Competition 2015/16

105 Studierende von 37 deutschen Hochschulen reichten ihre Arbeiten zum diesjährigen Thema METAMORPHOSIS  ein, das zur Auseinandersetzung mit den veränderbaren Eigenschaften und Herstellungsverfahren von Beton, mit der Handlungsfähigkeit seines gestalterischen Ausdrucks und seiner Formbarkeit aufgerufen hatte.

Die interdisziplinäre Jury kürte die Arbeit unserer Studierender Michael Wagner, Pol Firmenich, Daniela Repplinger, Sebastian Schuch, Kirsten Verstraeten, Lorenz Reiter und Niklas Emmerich als eines von drei Gewinner-Teams, die neben einem Preisgeld von jeweils 500 Euro eine Einladung zur internationalen Masterclass mit den Preisträgern aller am Wettbewerb beteiligten Länder im September 2016 in Berlin erhalten. Wagner und Firmenich waren schon 2013/14 unter den Preisträgen, ein Heimspiel also
Mit der Arbeit sezte sich das Team der HS Trier gegen zahlreiche landesweit renommierte Ausbildungsstätten durch (u.a. RWTH Aachen, TU Berlin, TU München, Universität Stuttgart, ABK Stuttgart, HS Darmstadt, HS Karlsruhe, HTWK Leipzig, uvm.).

Dieser Preis ist ein weiteres Dokument für die hohe Qualität der Arbeit, da das SunSail-Projekt schon 2015 den
7. ARCHITEKTURWETTBEWERB TUDALIT e.V
gewann.

Folgende Projekte werden als gleichrangige Preisträger ausgewählt:

HT308 - Sun Sails
Michael Wagner, Pol Firmenich, Sebastian Schuch, Kirsten Verstraeten, Lorenz Reiter und Niklas Emmerich
Hochschule Trier

RS215 - Red Sands Project - a new neighborhood in the ocean
Virginia Clasen

Hochschule Düsseldorf, Peter Behrens School of Arts

UE385 - Wohnen im Hochbunker
Burak Ugurlu, Josef Elazzabi
Bergische Universität Wuppertal


Jury

Prof. Uta Graff (Technische Universität München)
Christiane Bohlmann (HeidelbergCement)
Prof. Rainer Gumpp (Bauhaus-Universität Weimar)
Prof. Heike Klussmann (Universität Kassel)
Luise Rellensmann (BauNetz)
Prof. Alexander Schwarz (Universität Stuttgart)
Ulrich Nolting (InformationsZentrum Beton)


Preisträger - HT308 - Sun Sails
Michael Wagner, Pol Firmenich, Sebastian Schuch, Kirsten Verstraeten, Lorenz Reiter und Niklas Emmerich
Hochschule Trier

Begründung der Jury

Mit dem Projekt “Sun Sails“ erproben die Verfasser auf gestalterisch überzeugende Weise die Einsatzmöglichkeiten von Textilbeton für filigrane Fassadenbauteile. Das modulare System aus geschosshohen dreieckigen Verschattungselementen, die sich dem Sonnenstand bzw. den Nutzeranforderungen entsprechend schwenken lassen, formt ein graphisch bewegtes Fassadenbild mit großer räumlicher Tiefe und skulpturaler Kraft. Nicht zuletzt besticht das Projekt durch die sorgfältige Realisierung eines Prototypen im Maßstab 1:1.

Als konstruktiv unabhängiges System nach dem Prinzip eines Baugerüsts konzipiert, lässt sich “Sun Sails“ an bestehenden Fassaden mit unzureichendem Sonnenschutz errichten und verleiht diesen - gleich einer gestalterischen Metamorphose - ein prägnantes neues Gesicht. Dabei werden jeweils zwei identische, um 180 Grad zueinander verdrehte Betonsegel auf tragende Stahlrohre aufgesteckt, die über horizontale Stahlrahmenelemente ausgesteift und an die Geschossdecken des Bestandsgebäudes angeschlossen sind. Parallel zur Fassade ausgerichtet, bilden die Betonsegel in ihrer Gesamtheit eine geschlossene Schicht, die sich durch das Verdrehen der einzelnen Elemente zunehmend öffnet. Die Segel lassen sich nach den individuellen Bedürfnissen der Nutzer einzeln kontrollieren bzw. steuern, sodass über die gesamte Fassade hinweg ein sich ständig veränderndes Bild mit einem lebendigen Spiel von Licht und Schatten entsteht.
Die filigrane Erscheinung der Betonsonnensegel wird möglich durch den innovativen Einsatz von textiler Carbonbewehrung, mit deren konstruktiven Vorteilen und Anwendungsmöglichkeiten sich die Entwurfsverfasser eingehend beschäftigt haben. Bei einer Höhe von 3,25m sind die Segel nur 2,5cm dick, die 2,50m x 2,00m großen Boden- und Deckenelemente werden in einer Stärke von 3cm gefertigt. Ein im Maßstab 1:1 realisierter Prototyp mit 4 Segelelementen belegt eindrucksvoll die saubere konstruktive Ausarbeitung des Entwurfs mit all seinen technischen Herausforderungen. Exemplarisch an die Südfassade eines bestehenden Hochschulgebäudes montiert, zeigt er die skulpturale, reliefartige Wirkung, die das Verschattungssystem insbesondere in der Fernsicht entwickelt.

Neben der Innovationskraft der Auseinandersetzung mit Textilbeton und der präzisen Realisierung des Prototypen würdigt die Jury insbesondere den Ansatz, aus einem zunächst sehr utilitaristischen Element zur Verschattung ein gestaltprägendes Fassadenmodul zu generieren, mit dem sich potenziell viele großmaßstäbliche Bestandsbauten der vergangenen Jahrzehnte funktional ertüchtigen und gleichzeitig gestalterisch umformen lassen. Mit seiner Funktion als Verschalung und dem graphischen Bild, das das Sonnenlicht auf das Relief der Fassade zeichnet, geht das System auf zweierlei Weise mit dem Licht um. Trotz der roh belassenen Oberflächen der Betonsegel wirkt es leicht und elegant, und spielt so subtil mit der gängigen Vorstellung von massivem, schwerem Beton.

www.concretedesigncompetition.de

 

 

August 2, 2016