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Kann ich mich für ein Stipendium bewerben?

Sind Stipendien nur für Hochbegabte?

Die Stipendienlandschaft in Deutschland ist bunt und vielfältig. Die Einschätzung vieler, dass man nur Chancen auf diese Art der Studienfinanzierung hat, wenn man Bestnoten vorweisen kann, ist nicht zutreffend. Vielmehr erwarten viele Stiftungen, dass ihre Stipendiaten überdurchschnittliche Leistungen zeigen - maßgeblich ist also, dass man bessere Noten hat als der Durchschnitt. Zudem werden nicht nur die Noten als Bewertungsgrundlage herangezogen, sondern eine Vielzahl von Stipendiengebern berücksichtigen weitere Faktoren wie die persönlichen Umstände des Bewerbers, dessen gesellschaftliches Engagement, Werdegang, Persönlichkeit oder den Studienschwerpunkt. Oft werden die Kriterien miteinander kombiniert. Somit kann man auf verschiedenen Ebenen punkten und hat die Chance, eventuell vorhandene Schwächen in dem einen mit besonderen Stärken in dem anderen Bereich auszugleichen. Bei manchen Stiftungen liegt das Augenmerk gar nicht primär auf den Noten der BewerberInnen, sondern auf anderen Kriterien (etwa dem Studienfach, der Herkunft des Bewerbers, dem Beruf der Eltern). Die Suche nach einem passenden Stipendium lohnt sich also für jede/n.

Ehrenamtliches Engagement - habe ich das?

Viele Stipendiengeber (hierzu gehören z.B. die 13 Begabtenförderungswerke des Bundes sowie das Deutschlandstipendium) legen großen Wert auf gesellschaftliches Engagement. Um sich bewerben zu können, muss man aber kein Friedensnobelpreisträger sein - vielmehr zählen auch die kleinen Dinge, die man in der Schul- und Studierendenzeit gemacht hat bzw. macht. Grundsätzlich zeichnet sich soziales/gesellschaftliches Engagement durch folgende Merkmale aus: es ist freiwillig, dient anderen Menschen und zielt nicht auf den eigenen finanziellen Vorteil ab. Beispiele: Redakteur der Schülerzeitung, Mitglied in einer Hochschulgruppe, Freiwilliges Soziales Jahr, Betreuung einer Kinderfreizeit, Kassenwart im Tennisverein, Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr, Au-pair, unentgeltliche Nachhilfe, Klassensprecher, Nachbarschaftshilfe, Mitarbeit im Tierheim, Mitglied in der Fachschaft, Auftritte im Altenheim mit dem Musikverein... 

Warum soll ich den Aufwand einer Stipendienbewerbung auf mich nehmen?

Im Gegensatz zu anderen Arten der Studienfinanzierung (BAföG, Studienkredit) muss man Stipendien nicht zurück zahlen und kann nach dem Studium somit schuldenfrei ins Berufsleben starten. Neben dem finanziellen Vorteil bieten Stipendien wertvolle Netzwerke, über die man mit anderen aktuellen und ehemaligen StipendiatInnen verbunden wird. Somit hat man die Möglichkeit Karrierekontakte aufzubauen, die im Studium und im anschließenden Berufsleben wichtige Türen öffnen können. Die meisten Stiftungen unterstützen diesen Aspekt, indem sie ihren StipendiatInnen ein Programm mit verschiedenen Veranstaltungen und Weiterbildungsangeboten zusammenstellen. Somit beinhalten Stipendien häufig auch eine ideelle Förderung. 

Anne Koch, July 12, 2017

News

18.10.17

Stipendien-Infotag Uni Trier

Am 15. November 2017 findet an der Universität Trier ein Stipendien-Infotag statt, zu der auch die...