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Studentischer Ideenwettbewerb "infoPOINT" 2010

Im Rahmen des Seminars "Mediale Überformung der Stadt" entwickelten die Master-Studenten zwei Beiträge zum studentischen Ideewettbewerb "Baustelle als Schaustelle" in Saarbrücken. Das Seminar wurde von Prof. Dr. Hartmut Eckhardt betreut und fand während des Sommersemesters 2010 im Masterstudium der Fachrichtung Architektur statt.

 

Bianca Klinger, Lukas Witalinski

 

Aufbruch

Der Entwurf basiert auf der Idee des ‘bewusst machens’ einer gravierenden Veränderung des Stadtbildes. Saarbrücken befindet sich im Aufbruch zu neuer Lebensqualität und rückt seine Stadtmitte ans Ufer. Das Konzept des Infopavillons nimmt das Thema des Aufbruchs auf und will auf dem Weg der Informationsverdichtung durch die Stadt zum Infopoint den Bürgern den Prozess der Veränderung und auch dessen Notwendigkeit näher bringen, aber auch Aufmerksamkeit erregen.
Die Informationsintensivierung im Informationsfluss erstreckt sich dabei über vier Stationen:
Dem Hinweisen, dem Informieren, dem Erleben, und dem Diskutieren.
1. Hinweisen: Inseln . Wegenetz
Über die Stadt verteilt findet man Sitzmöbel, welche so aufgereiht sind, dass sie durch Blickkontakt immer zum nächsten Möbel und so direkt zum Infopavillon führen. Sie befinden sich an den belebten Orten der Stadt, wie in der Fussgängerzone und am Bahnhof, aber auch entlang der Baustelle.
2. Informieren: öffentlicher Raum . Wände
Durch das Wegenetz wird der Besucher direkt zum InfoPoint geführt, welcher sich auf dem Platz vor dem Saarländi-schen Staatstheater befindet, da es dort eine hohe Fussgängerfrequenz durch die Fussgängerbrücke gibt und auch direkte Verbindung zum Stadtkern vorhanden ist. Ein weiterer Vorteil dieses Standorts ist die Möglichkeit des Blicks auf das gegenüber liegende Ufer der Saar und somit direkt auf die Baustelle. Auf der Ebene des städtischen Raums, welche sich im Pavillon fortsetzt, werden die Besucher an mit Stoff bespannten Wänden eines sich im Aufruch befindenden Kerns über aktuelle Ereignisse im Pavillon, den Baufortschritt und das Projekt im allgemeinen informiert. Die Stoffflächen können dazu entweder bedruckt werden, oder für größere Wandelbarkeit mit Information bestrahlt werden.
3. Erleben
Die nächste Ebene der Informationsverdichtung findet daraufhin in den Kernen statt, welche die Notwendigkeit einer Veränderung erlebbar machen. Im kleineren Kern wird ein völlig abgedunkelter Raum situiert, in welchem man dem gnadenlosen Lärm der Stadtautobahn ausgesetzt wird. Die Beschränkung auf ein Sinnesorgan soll die Empfindung verstärken. Im grossen Kern wird daraufhin der Effekt der Veränderung deutlich gemacht, indem man in einem Spalt des Kerns durch einen stillen Raum, dessen Wände und Decke völlig begrünt sind, eine Treppe mit integrierten Sitzstufen zum Verweilen nach oben gehen kann, an deren Ende ein grosses Fenster den Blick auf die Baustelle freigibt.
4. Diskutieren
Von diesem Grünraum aus erschliesst man im Obergeschoss den Ausstellungs- und Veranstaltungsraum, welcher zusätzlich durch einen Aufzug erschlossen werden kann. Der Raum bietet Platz für ca 100 Personen mit Flächen für Garderobe und Catering. Durch die Verwendung von Polycarbonat-Stegplatten wird der ganze Raum von Aussen zum leuchten gebracht und stellt dadurch ein neues Merkzeichen nahe dem Saarbrücker Ufer dar.
Seine Nachhaltigkeit bezieht der Pavillon aus der Materialwahl, da eine Konstruktion aus Stahl direkt aus Saarbrücken bezogen werden kann und Polycarbonat-Stegplatten ein sehr langlebiges und günstiges Material mit guten Wärmedämmwerten ist. Ebenso nachhaltig wäre auch die Möglichkeit, den Veranstaltungsraum unterschiedlich zu bespielen, da die Information auf der städtischen Ebene immer vorhanden bleibt und gleichzeitig auf diese besonderen Events wie Ausstellungen hinweisen kann.

 

Lui Man Tseng, Saskia Haupenthal, Mark Kastner

 

Der Grundgedanke unseres Entwurfs ist die positive Darstellung der Neugestaltung des Saarufers und der damit verbundenen langen Baustellenzeit. Diese Art von `Bewusst werden‘ soll in erster Linie die Saarbrücker Bürger ansprechen, aber auch den Besuchern und der Fachöffentlichkeit Informationen über die Baustellenabläufe und deren Fortschritt mitteilen. Um die Notwendigkeit des Tunnels und die damit verbundene Baustellendauer den Menschen positiv dazulegen wurden 3 Gestaltungselemente gewählt:
1. Die Erlebnisräume:
Es werden zwei kreisförmige Räume auf Basis einer einfachen Holzrippenkonstruktion sein. Der erste Raum ist vollständig abgedunkelt, so dass sämtliche Sinne ausgeschaltet werden und man sich nur noch auf das Hören konzentrieren muss. Über ein Beschallungssystem wird man lediglich den Lärm der Autobahn hören. Der Schwarzraum wird den Ist‐Zustand darstellen. Übergangslos wird man anschließend in den nächsten Raum, den „Grünraum“, geführt. Dieser wird durch absolute Ruhe den Besucher an das Saarufer nach dem Tunnelbau heranführen. Geprägt ist dieser Raum durch einige Grünelemente, die sowohl an Wand als auch an der Decke das Neue und die Zukunft repräsentieren.
2. An diese Erlebnisräume ist ein Pavillon aus einer leichten Polykarbonat Konstruktion angeschlossen. Er fungiert als Informations‐ und Veranstaltungsraum und bietet Platz für ca. 100 Personen. Die Platten der Außenwand sind von ca. 1,5 Meter Breite und lassen sich beliebig verschieben. Dadurch kann je nach Bedarf ein nahtloser Übergang zwischen Innen‐ und Außenraum geschaffen werden und es ermöglicht eine Einbeziehung des Außenbereichs bei Veranstaltungen. Durch die Materialwahl wird der Informationsraum am Abend zum pulsierenden Lichtobjekt, auf dem sich Baustellenbilder bis hin zu abstrakten Grafiken projizieren lassen, wodurch er je nach Projektion immer neue Aspekte zeigt.
3. Das Dritte Element soll ein Sitzmöbel innerhalb der Stadt sein, welches durch Stapelung der Teile übereinander zu einer Litfasssäule wird. Diese kleinen Tonnen werden aus dem gleichen Polykarbonat wie der Veranstaltungsraum sein, wodurch man den Bezug leicht herstellen kann. Jede Tonne wird individuell mit Baustelleninformationen bedruckt oder kann als Projektionsfläche genutzt werden. Als Ensemble werden die Elemente in der Innenstadt den Baustellenfortschritt erläutern. Wenn eine Veranstaltung am Pavillon stattfindet, können die kleinen Tonnen als Sitzmöbel im und um den Raum gruppiert werden. Dadurch befinden sich die Informationsträger in einem ständigen Wechsel der Standpunkte und lassen immer wieder neue Eindrücke zu. Dadurch tritt der Tunnelbau trotz langer Bauphase den Bürgern positiv ins Gedächtnis. Um die Nachhaltigkeit des Pavillons zu verdeutlichen, werden beim Bau nur zwei Materialen, Holz (Lärche) und Polykarbonat, verwendet, die sich als sowohl langlebig und äußerst preiswert auszeichnen, als auch regional bezogen werden können.

 

 

 

Anna Müller, June 28, 2016