Mit ihrer Ausschreibung CZS Forschungsstart gibt die Carl-Zeiss-Stiftung regelmäßig neuberufenen Professorinnen und Professoren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften die Möglichkeit, Unterstützung für Forschungen in den Bereichen Mathematik, Ingenieur-, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu erhalten. Mit ihren Projektvorschlägen konnten sich im Sommersemester 2026 Professor Thomas Hartmann aus dem Fachbereich Informatik und Professor Hubert Moser aus dem Fachbereich Technik der Hochschule Trier zunächst in einem Antragsverfahren und dann in einem Pitch vor einer Jury durchsetzen.
Das Forschungsprojekt agents@run.time von Professor Hartmann aus dem Fachbereich Informatik der Hochschule Trier behandelt Künstliche Intelligenz (KI) und deren Einsatz in kritischen Infrastrukturen. Denn Stromnetze, Wasserwerke und Industrieanlagen werden zunehmend von Software gesteuert – und immer häufiger kommt dabei KI zum Einsatz. KI-Systeme können jedoch fehlerhafte oder nicht nachvollziehbare Entscheidungen treffen, die gerade in kritischen Infrastrukturen erhebliche Folgen haben können. Das Forschungsteam von Professor Hartmann entwickelt deshalb Methoden, um KI in solchen Anlagen sicher, nachvollziehbar und unter eigener Kontrolle einzusetzen. Eine zentrale Rolle spielen erweiterte digitale Zwillinge; laufend aktualisierte Abbilder physischer Systeme, mit deren Hilfe der KI klare Grenzen gesetzt, ihr Verhalten fortlaufend überwacht und problematische Entscheidungen autonom verhindert werden sollen. „Mit agents@run.time wollen wir dazu beitragen, dass Künstliche Intelligenz auch dort sicher eingesetzt werden kann, wo Fehler erhebliche Folgen haben können. Zugleich stärken wir mit dem neuen Labor die Forschung und Ausbildung zu vertrauenswürdiger KI und cyber-physischen Systemen am Standort Trier“, erläutert Professor Hartmann.
Im Rahmen des Projekts TACTIC entwickelt das Team um Professor Moser die Grundlagen für ein innovatives In-Orbit-Inspektionssystem. Denn immer mehr Weltraumschrott bedroht Satelliten und bemannte Missionen im Erdorbit. Um dieser wachsenden Gefahr zu begegnen, etabliert die Hochschule Trier ein neues Forschungsfeld für nachhaltige Raumfahrttechnologien. Das Inspektionssystem soll künftig essenzielle In-situ-Daten zu Orientierung, Zustand, Material und Struktur orbitaler Objekte liefern. Diese Informationen sind Grundvoraussetzung, um defekte Systeme direkt im All reparieren, demontieren oder recyceln zu können – ein entscheidender Schritt für eine effizientere Nutzung der Ressource Weltraum. „Es ist höchste Zeit, dass wir auch im Weltraum Verantwortung für unsere Hinterlassenschaften übernehmen“, betont Professor Moser, Leiter des Projekts. „Nachhaltigkeit darf nicht an der Erdatmosphäre enden. Wenn wir den Weltraum für zukünftige Generationen sicher nutzbar halten wollen, müssen wir lernen, Satelliten im All zu reparieren oder wiederzuverwenden. Mit TACTIC entwickeln wir das technische Rüstzeug für diese orbitale Kreislaufwirtschaft – und verwandeln Weltraumschrott von einer Bedrohung in eine Ressource.“ Um diese Vision zu realisieren, treibt die Hochschule Trier den Aufbau des neuen Space Systems Laboratory voran.
Für Professor Henrik te Heesen, Vizepräsident für Forschung der Hochschule Trier, spielt diese Fördermöglichkeit der Stiftung eine große Rolle für den Start in die Professur: „Die Hochschule Trier ist eine sehr forschungsstarke Hochschule für angewandte Wissenschaften. Die Förderung der Carl-Zeiss-Stiftung ist eine wichtige Initialzündung für Neuberufene, ihre Netzwerke mit der Wissenschaft und Wirtschaft auszubauen und Freiräume für die Forschung zu erhalten. Die Neuberufenen sind dabei ein wichtiger Teil unserer ausgeprägten Forschungskultur an der Hochschule Trier und gestalten sie aktiv mit.“
Über die Carl-Zeiss-Stiftung
Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert Wissenschaft und Lehre in den MINT-Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Als Partnerin exzellenter Wissenschaft ermöglicht sie Freiräume für Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung. Die Stiftung wurde 1889 von Ernst Abbe in Jena gegründet und ist heute eine der großen privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und der SCHOTT AG. Ihre Fördertätigkeit wird aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.
Einblick in Forschungsprojekte an der Hochschule Trier:
https://www.hochschule-trier.de/forschung/forschungskompetenzen/forschungsprojekte
Informationen zur Carl-Zeiss-Stiftung:
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