Forschungsstrategie

Wirtschaft und Gesellschaft leben von neuen Ideen. Daraus leitet der Fachbereich Wirtschaft seinen zentralen Anspruch ab, privatwirtschaftlichen Unternehmen und öffentlichen Betrieben sehr gute Absolventen sowie seinen Studierenden eine in jeder Hinsicht sehr gute Lehre zu bieten. Gerade an einer Fachhochschule bedeutet dies, die Lehre in höchstem Maße praxisbezogen auszurichten, gleichzeitig aber auch fest im aktuellen Stand der Forschung zu verankern. Aus diesem Grundverständnis heraus arbeitet der Fachbereich Wirtschaft auf zahlreichen Forschungsfeldern mit einem starken Anwendungsbezug insbesondere zur Privatwirtschaft.

Um der Dynamik des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels gerecht zu werden und seinen Wissenschaftlern mit ihren vielfältigen Kompetenzen umfassende Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten, setzt der Fachbereich Wirtschaft auf die freie Emergenz von Forschungsaktivitäten innerhalb seines weitreichenden Netzwerks, welches zahlreiche Unternehmen, Hochschulen und weitere forschungsnahe Institutionen umfasst.

Mittels dieses strategischen Ansatzes hat der Fachbereich Wirtschaft in den letzten Jahren vier Schwerpunkte ausgeprägt, in denen der Großteil seiner Forschungsaktivitäten synergistisch gebündelt ist. Alle Schwerpunkte werden im Rahmen eines Bottom-Up-Prozesses regelmäßig kritisch überprüft und bei Bedarf zielgerichtet weiterentwickelt.

Ausrichtung der vier Schwerpunkte

1. Unternehmensführung und Internationalisierung

Der stete gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel sowie die Globalisierung setzen die Privatwirtschaft seit langem unter einen erheblichen Veränderungsdruck mit vielfältigen Implikationen für alle Aspekte der Unternehmensführung. Erstens gilt es, Strategien, Strukturen und Systeme adaptiv, agil und antifragil auszurichten. Zweitens ist es erforderlich, den vorgenannten harten strategischen Gestaltungsebenen mittels einer klugen Personalpolitik und -führung sowie wirksamer Kommunikation unter Berücksichtigung der Unternehmenskultur eine belastbare Basis zu geben. Ein Fokus dieses Schwerpunkts liegt folglich auf der Entwicklung konkreter Ansätze, mit denen Unternehmen die aufgrund der vorgenannten Herausforderungen notwendigen Veränderungsprozesse national und international erfolgreich gestalten können.

2. Finanzierung und Finanzdienstleistungen

Die Finanzbranche ist in allen Ländern Europas eine Schlüsselbranche, die, wie die letzte Finanzkrise gezeigt hat, die Existenz ganzer Volkswirtschaften gefährden kann. Vor diesem Hintergrund sind Fragen nach der Architektur, Regulierung und Weiterentwicklung dieser Schlüsselbranche ein wichtiger und für eine Hochschule in räumlicher Nähe zu einem der wichtigsten Finanzzentren Europas naheliegender Forschungsschwerpunkt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei zum einen auf der Regulierung von Banken und Schattenbanken sowie den Herausforderungen aufgrund des Niedrigzinsumfelds, zum anderen aber auch auf der Weiterentwicklung der Asset-Management-Branche, etwa in den Bereichen Risikomanagement und Alternative Assets. Weiterhin werden die Auswirkungen von FinTechs analysiert.

3. Unternehmensrechnung und -besteuerung

Die Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen zum Status quo ist für die Beurteilung und Steuerung von Unternehmen essentiell. Dabei stellt sich das externe Rechnungswesen derzeit insbesondere einer zunehmenden Internationalisierung und rechtlichen Harmonisierung der Rechnungslegung und Berichterstattung, während das interne Rechnungswesen und das Controlling den tiefgreifenden Wandel aller wirtschaftlichen Aktivitäten und Strukturen aufgreifen und unter den Aspekten der Entscheidungs- und Verhaltensorientierung zielführend abbilden müssen. Im Kontext dieses Forschungsschwerpunkts steht dabei der wirksame Transfer aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Unternehmenspraxis im Vordergrund. Im gleichermaßen relevanten Bereich der Unternehmensbesteuerung sind die Internationalisierungs- und Harmonisierungstendenzen weit weniger vorangeschritten. In der Folge besteht ein weiteres Forschungsanliegen darin, die neu formulierten Richtlinienvorschläge der Europäischen Kommission zur Vereinheitlichung der körperschaftsteuerlichen Bemessungsgrundlage fachlich zu begleiten und konkrete Vorschläge für die Umsetzung in der Europäischen Union zu entwickeln.

4. Wertschöpfungsmanagement und Digitalisierung

Ein kontinuierliches und wirksames Management der Wertschöpfung zählt für die meisten privatwirtschaftlichen Unternehmen zu ihren zentralen Handlungsfeldern, und zwar entlang der gesamten primären Wertkette von der Logistik über die Produktion bis hin zum Marketing. Das Grundanliegen aller Forschungsaktivitäten innerhalb dieses Schwerpunktes besteht daher in der Entwicklung innovativer und praxistauglicher Ansätze für ein effektives und effizientes Wertschöpfungsmanagement in einer schnellveränderlichen Umwelt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den aktuellen Herausforderungen durch die Digitalisierung, insbesondere in den Handlungsfeldern Industrie 4.0, Digital Marketing und Advanced Analytics.

Kooperationsmöglichkeiten

Sein ausgeprägter Fokus auf die Privatwirtschaft macht den Fachbereich Wirtschaft zu einem idealen Partner für Forschungskooperationen mit regionalen und überregionalen Unternehmen. Die umfassende Praxiserfahrung aller Wissenschaftler stellt dabei sicher, dass die erzielten Forschungsergebnisse keine graue Theorie bleiben, sondern im Unternehmensalltag spürbar Wirkung entfalten. Durch die gezielte Einbindung von Studierenden wird zudem eine enge Vernetzung zwischen künftigen Absolventen und Arbeitgebern erreicht, die sich für alle Beteiligten regelmäßig als nützlich weit über die eigentliche Kooperation hinaus erweist.

Prof. Dr. Jörg Gutsche
Prof. Dr. Jörg Gutsche
Professor FB Wirtschaft

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