weMINTo: Ein Gedächtnisspiel als Demonstrator für interdisziplinäre, projektbasierte Lehre

Als Ergebnis einer fachübergreifenden Zusammenarbeit der Fachbereiche Technik (Maschinenbau und Elektrotechnik) und Informatik (Digitale Medien und Spiele) entstand der Prototyp eines Gedächtnisspiels mit dem Namen weMINTo. An diesem spannenden Teamwork-Prozess beteiligen sich Studierende und Dozenten gleichermaßen.
Alle Komponenten des Spiels wurden an der vorhandenen Laborausstattung der Hochschule entwickelt und gefertigt.

Ausgangspunkt für die interdisziplinäre Zusammenarbeit war die Vision einen interessanten und für die Hochschule Trier charakteristischen Gegenstand zu entwerfen, der als individuelles Kommunikationsmedium zwischen Hochschule und Öffentlichkeit (u.a. auf Messen & städtische Veranstaltungen) dienen kann.
Schnell war die Idee geboren, ein kleines mobiles Spiel zu kreieren, das insbesondere den naturwissenschaftlich-technischen Schwerpunkt der Hochschule Trier wiederspiegelt. Kurz gesagt, die MINT-Fächer sollen auf attraktive Art und Weise in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt werden.

Entwicklungszusammenarbeit
Der Fachbereich Informatik lieferte die Software des Spiels, deren Regeln den späteren Spielablauf bestimmen. Die Konsole gibt dazu eine beliebige Reihenfolge von drei Tasten- und Tonfolgen vor, die sich der Spieler merken und anschließend wiederholen muss. Nach jeder erfolgreichen Wiederholung kommt ein weiterer Schritt hinzu. Durch diese kontinuierliche Steigerung wird der Ehrgeiz des Nutzers geweckt, ein immer höheres Level zu erreichen. Der jeweils erreichte Spielstand wird als LED-Zahlenfolge dargestellt.

Die Fachrichtung Elektrotechnik setzte dann die programmierte Spielidee in ein funktionales, elektronisches Bauteil um. Das ablaufende Spielprogramm kann über Tasten, LEDs und einen Lautsprecher mit dem Nutzer interagieren. Alle Elektronik-Komponenten sind auf einer Platine untergebracht. Diese wurde durch den Einsatz professioneller Software entwickelt, getestet und auf einer industriellen Produktionsmaschine gefertigt.

Im Fachgebiet Digitale Produktentwicklung und Fertigung entstand die äußere Gestalt der Spielkonsole weMINTo. Das Gehäuse stellt hierbei das Bindeglied zwischen der Elektrotechnik und der Hand des Spielers dar. Erste Entwürfe wurden im 3D-CAD-System entwickelt und deren Form direkt an Funktionsteile, wie Tasten und LEDs angepasst. Anschließend folgte die virtuelle Optimierung und Absicherung des Herstellungsprozesses. Zur Fertigung der ersten Prototypen und einer früheren Herstellung der ersten Kleinserie kamen verschiedene Rapid Prototyping Verfahren (3D-Druck) zum Einsatz.

Der Schritt in die Serienproduktion
Als konsequente Fortführung dieses praxisnahen, anschaulichen Entwicklungsprozesses wurde in einem Folgeprojekt in der Fachrichtung Maschinenbau eine Infrastruktur zur kostengünstigen Fertigung von Gehäusevariationen als serienreifes Produkt im Kunststoffspritzguss geschaffen. Als Kooperationspartner dafür konnte die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Firma HASCO Hasenclever GmbH + Co KG, Lüdenscheid sowie das Unternehmen Tectro SMT GmbH, Saarburg gewonnen wurden. im Rahmen von Workshops werden Informationen, Erkenntnisse und Prozess-Kennzahlen ausgetauscht.

Als Ergebnis dieses Projektes entstand zum einen ein Spritzgusswerkzeug, das in zukünftigen Semesterprojekten als Basis für die Weiterentwicklung von Gehäusevarianten dient. Zum anderen wird auf dem eingefahrenen Spritzguss-Werkzeug die wirtschaftliche Produktion des Gehäuses der Spielkonsole in großen Stückzahlen in Eigenfertigung an der HS Trier der ermöglicht.
Auf Wunsch der Hochschulleitung und der Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Trier soll diese Spielkonsole als Merchandising-Artikel im Hochschulmarketing aufgenommen werden.

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