Laurons II

3D-Rekonstruktion und Simulationen zur Leistungsfähigkeit eines seegängigen römischen Handelsschiffes

Virtuelle Darstellung eines römischen Handelsschiffes
Mitarbeiter mit VR-Brille

In einem groß angelegten, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt, sollen das Potential und die Intensität des römischen Seehandels unter besonderer Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit eines rekonstruierten seegängigen Handelsschiffes untersucht werden.

Seit Anfang Mai 2017 entsteht auf dem Besucherparkplatz Ost der Universität Trier die Replik eines römischen Handelsschiffes vom Typ »Laurons 2«. Es handelt sich dabei um ein Segelschiff, das vermutlich gegen Ende des 3. nachchristlichen Jahrhunderts in einem kleinen Hafen an der südfranzösischen Küste nahe Marseille einem Sturm zum Opfer fiel und unterging.

Die Rekonstruktion eines römischen Handelsschiffes muss von einem konkreten Schiffsfund ausgehen, weil Reliefs, Münzen, Schriftquellen etc. so wenig Informationen zur Konstruktion solcher Schiffe bieten, dass nur durch den Rückgriff auf ein gut erhaltenes Wrack wie »Laurons 2« die notwendige Detailtreue gewährleistet ist.

Von vornherein war das Vorhaben als Kooperationsprojekt von Universität (Prof. Dr. Christoph Schäfer) und Hochschule (Akad. Rat Michael Hoffmann) geplant. Dadurch und angesichts der Zusammenarbeit mit Institutionen und Firmen in Trier und der Region ist es zugleich ein herausragendes Beispiel für die Wissenschaftsallianz Trier.

Im Mittelpunkt stehen dabei Untersuchungen zu den Möglichkeiten und Grenzen der Digitalen 3D-Rekonstruktion, dem Einsatz virtueller Simulationsmodelle, der Nutzung von 3D-Drucktechnologien sowie neuester Technologien aus der Virtuellen Realität (VR) in Verbindung mit der experimentellen Archäologie.

Dabei werden neueste Technologien aus der Virtuellen und der erweiterten Realität eingesetzt. Durch die maßstabsgetreue Visualisierung der 3D-Daten vor dem Bau und eine Überlagerung des realen Schiffes im Baufortschritt, sowie nach der Fertigstellung können dem Betrachter über die Datenbrillen (Head Mounted Displays) wesentlich realistischere Eindrücke vermittelt werden. Der Informationsgehalt virtueller oder augmented basierter Projektionen erweitert damit die Möglichkeiten der Darstellung im Vergleich zu Papier, Bildschirm oder Modellen enorm.

Letztendlich gilt es –  durch den Vergleich der virtuellen Daten mit den tatsächlich bei Testfahrten an der 1:1 Rekonstruktion gemessenen Werten –  auszuloten, inwieweit man künftig die Daten historischer Segelschiffe rein virtuell ermitteln kann.

Konsortium Universität Trier (FB III, Alte Geschichte), Hochschule Trier
Laufzeit 2015-2019
Gefördert durch Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Fördersumme 310.000 €, Anteil der Hochschule Trier: 25.000 €

Projektleitung an der Hochschule Trier:

Michael Hoffmann
Michael Hoffmann
Beschäftigter FB Technik - FR Maschinenbau

Kontakt

+49 651 8103-281

Standort

Schneidershof | Gebäude A | Raum 110

Sprechzeiten

nach Vereinbarung
back-to-top nach oben