Energetisches Quartierskonzept für Trier

Integriertes energetisches Quartierskonzept Trier-Innenstadt Südwest (EQTI)

Netzvarianten beim schrittweisen Aufbau eines Nahwärmenetzes rund um den Augustinerhof in Trier: kleine Netzvariante mit Europahalle (blau) und große Netzvariante mit Viehmarkt sowie Neustrasse (gelb)

In dem Forschungsvorhaben eines integrierten energetischen Quartierskonzept wurden der Stadt Trier Entwicklungspfade zu einem weitgehend klimaneutralen Quartier "Trier Innenstadt-Südwest" aufgezeigt. Betrachtet wurde dabei, inwieweit die in der Bestandsaufnahme ermittelten Potenziale einerseits zur Energieeinsparung und Effizienzsteigerung genutzt werden können und anderseits der Restenergiebedarf mit einer regenerativen Strom- und Wärmeversorgung gedeckt werden kann (der Bereich Verkehr wurde aufgrund des Förderprogramms nicht mitberücksichtigt). Unter Berücksichtigung städtebaulicher Aspekte und der demografischen Entwicklungen wurde mit den Akteuren ein "Klimaschutz"-Szenario entwickelt, mit dem fast 60% klimaschädliche Emissionen im Jahr 2050 gegenüber 2020 (über 80% gegenüber 1990) eingespart werden können. Die größten Einsparpotentiale sind die Gebäudesanierung, die ca. 5000 t CO2/a einsparen könnte, der Ausbau der Solarenergie im Quartier, die je nach Technologie ca. 3000 t CO2/a einsparen könnte und der weitere Ausbau der mit Biomethan betriebenen Blockheizkraftwerke im Quartier samt eines flächendeckenden Nahwärmenetzes im Quartier. Hierdurch könnten weitere 18 000 t CO2 pro Jahr eingespart werden. Diese Einsparungen sind für ein dicht bebautes Quartier mit einem hohen Anteil denkmalgeschützter Gebäude ein sehr gutes Ergebnis. Eine weitere Reduktion der Treibhausgase ist möglich, wenn das eingesetzte Biogas bzw. Biomethan aus den Biogasanlagen in der Eifel noch nachhaltiger bereitgestellt wird. Das Forschungsvorhaben hat mit den Aktueren 15 konkrete Massnahmenpakete erarbeitet, wie das Klimaschutz- Szenario für das Quartier konkret umgesetzt werden kann. Im Anschluss an das Forschungsvorhaben soll nun die Umsetzung des Nahwärmenetzes in der Innenstadt mit den Kooperationspartnern Stadtwerke Trier und der Stadt Trier erfolgen.

Das Forschungsvorhaben wurde unter aktiver Mitarbeit von 9 Masterstudierenden des Fachbereichs GVE erarbeitet, die mit ihren Studienprojekten und Masterarbeiten wichtige Komponenten der Nahwärmenetze simuliert und dimensioniert haben.

Konsortium Energieagentur Region Trier GmbH, ECOSCOP Gesellschaft für Umweltberatung, Kompetenzzentrum Solar der Hochschule Trier
Laufzeit Januar 2020 - Februar 2021
Gefördert durch KfW Bank; Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland Pfalz im Förderprogramm 432 " Energetische Stadtsanierung" der KfW
Fördersumme 100.000 €

Projektleitung an der Hochschule Trier:

Prof. Dr. Christoph Menke
Prof. Dr. Christoph Menke
Professor FB Bauen + Leben - FR Geb.-, Versorgungs-, Energietechnik

Kontakt

+49 651 8103-368
+49 651 8103-377

Standort

Schneidershof | Gebäude A | Raum 302
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