Technische Gebäudeausrüstung & Versorgungstechnik (B.Eng.)

Die Energiewende aktiv mitgestalten, intelligente Gebäudetechnik entwickeln und unseren Umgang mit Energie nachhaltig verändern – diese Herausforderungen stellen sich Ingenieuren der Versorgungstechnik.

Wie machen wir aus Gebäuden zukünftig Smart Buildings? Wie entwickeln wir Versorgungsnetze von Städten intelligent weiter? Wie lassen sich Energie, Wasser, Strom und Wärme verknüpfen? Die Energiewende stellt uns vor die Herausforderung, innovative und vernetzte Gebäude- und Versorgungstechnik zu entwickeln, die unser Leben nachhaltig verändern wird. Die Ingenieure dieser Fachrichtung gestalten in diesem Themenfeld aktiv die Zukunft mit.

Auf einen Blick

  • Studienbeginn: regulär zum Wintersemester
  • Regelstudienzeit: 7 Semester (210 ECTS)
  • Praxissemester: im 5. Semester (25 ECTS)
  • Zulassungsbeschränkung (N.C.): Nein
  • Standort: Hauptcampus
  • Studienform: Bachelor-Studiengang
  • Vorraussetzungen: Allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife, Meister oder mehrjährige Berufserfahrung
  • Studiengebühren: nur den üblichen Studierendenbeitrag

Bewerberportal

Ausführliche Informationen

Aufbau des Studiums

Der Bachelor-Studiengang umfasst 7 Semester. In den ersten drei Semestern des Bachelorstudienganges stehen vorwiegend die naturwissenschaftlichen Grundlagen sowie das technische Basiswissen im Mittelpunkt. Ergänzt wird dieser Ausbildungsabschnitt durch Fächer, in denen die für den Ingenieur unerlässlichen betriebswirtschaftlichen und juristischen Kenntnisse vermittelt werden. Ebenfalls zu diesem Studienabschnitt gehört die Informatikausbildung.

In den höheren Semestern erfährt das Studium eine stärkere fachspezifische Ausrichtung. Hier stehen als Pflichtfächer die Kernfächer der Versorgungstechnik (Heizungstechnik, Klimatechnik, usw.) im Mittelpunkt. Ergänzt wird dieses Fächerspektrum durch Wahlpflichtmodule (Technisches Englisch, Lichttechnik, etc.). Wahlpflichtmodule wählen die Studierenden selbst aus, wobei Prüfungsleistungen in einer bestimmten Anzahl dieser Fächer erbracht werden müssen. Im Rahmen dieser Wahlpflichtmodule können auch Lehrveranstaltungen anderer Studiengänge der Hochschule Trier oder anderer Hochschulen besucht werden.

Das 5. Semester ist ein Praxissemester, in dem die Studierenden ihre bis dahin erworbenen Fähigkeiten erstmals in einem Unternehmen der Technischen Gebäudeausrüstung bzw. der Versorgungstechnik anwenden. Anstelle des Praxissemesters ist auch ein Studiensemester an einer ausländischen Hochschule möglich. Dazu wurde mit dem Bachelor-Studiengang Energie et Environment der Universität Luxembourg ein Kooperationsabkommen geschlossen. Mit der Einführung des Praxissemesters wurde auf das frühere obligatorische Vorpraktikum verzichtet.

Den Abschluss des Studiums bildet im 7. Semester die Bachelorarbeit, die zum überwiegenden Teil bereits außerhalb der Hochschule in einem Unternehmen der Versorgungstechnik oder Technischen Gebäudeausrüstung angefertigt wird. Die Abschlussarbeit umfasst einen Zeitraum von 6 bis 10 Wochen. Mit dieser Arbeit stellen die Studierenden unter Beweis, dass sie in der Lage sind, erfolgreich ein Fachproblem innerhalb einer vorgegebenen Frist selbständig mit wissenschaftlichen Mitteln zu bearbeiten.

Aufbauend auf das Studium wird an der Hochschule Trier der Masterstudiengang Energiemanagement angeboten. Dieser praxisbezogene Studiengang befähigt zu Führungspositionen in der Wirtschaft und zu einer Laufbahn im höheren öffentlichen Dienst.

Berufsbild

Zum Lebensstandard der Industriegesellschaften gehört, dass saubere Luft, sauberes Wasser, Wärme, Licht und elektrischer Strom jederzeit verfügbar sind. Wir sind dermaßen daran gewöhnt, dass sauberes, frisches, kaltes und warmes Trinkwasser aus den Leitungen fließt, wenn wir den Wasserhahn öffnen, dass das Licht angeht, wenn wir den Schalter betätigen oder, dass die Wohnung warm wird, wenn wir die Heizung aufdrehen, dass wir uns kaum Gedanken darüber machen, wie dieser Komfort gewährleistet wird.

Es sind die Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" zusammen mit den ausführenden Handwerksbetrieben und Komponentenhersteller, denen wir diese Versorgungssicherheit zu verdanken haben.

Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" sind bei Planung, Bau und Betrieb der technischen Einrichtungen federführend. Dies umfasst in der Gebäudetechnik die Gewerke

  • Heizungstechnik,
  • Klimatechnik,
  • Lüftungstechnik,
  • Kältetechnik,
  • Sanitärtechnik,
  • Gastechnik,
  • Elektro- und Lichttechnik.

Meist kommen einem beim Begriff "Gebäude" zuerst Wohngebäude in den Sinn, also Ein- und Mehrfamilienhäuser, Reihenhäuser, Wohnblocks usw. Von den dort installierten versorgungstechnischen Systemen hat jeder eine ungefähre Vorstellung. Aber auch Bürogebäude, Schulen, Versammlungsstätten, Hotels, Krankenhäuser, Gewerbegebäude, Industriehallen, Gaststätten und ähnliche Einrichtungen sind Gebäude, die mit Strom, Gas, Wärme, Wasser und Luft versorgt werden wollen und je nach Nutzungstyp unterschiedliche Anforderungen haben.

In Industriebetrieben tritt zu den oben genannten Gewerken oft noch die Versorgung mit

  • Dampf
  • Thermalöl und 
  • Druckluft

hinzu, sowie die 

  • Prozesswasser- und
  • Abwasseraufbereitung.

Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" stellen aber nicht nur die Verteilung innerhalb von Gebäuden sicher. Auch die Versorgung bis zum Gebäude sowie die Entsorgung der anfallenden Abluft- und Abwasserströme gehören zu ihrem Tätigkeitsgebiet.

Daher sind sie auch an Planung, Bau, Betrieb, Instandsetzung und Optimierung von

  • Kraftwerken,
  • Stromnetzen,
  • Gasnetzen,
  • Wassernetzen,
  • Abwassernetzen,
  • Kläranlagen

beteiligt.

Durch die während des Studiums vermittelten Grundlagen ist es außerdem möglich als Quereinsteiger in anderen Branchen Fuß zu fassen, wie zum Beispiel

  • Umwelttechnik,
  • Feuerungstechnik,
  • industrielle Wärmetechnik.

Bereiche wie

  • Energie- und Gebäudemanagement,
  • Energieberatung,
  • Gebäudeautomation,
  • Vertrieb,
  • Kundenservice,
  • Ausbildung, Schulung, Lehre,
  • Forschung und Entwicklung

runden das Tätigkeitsspektrum ab.

Selbstverständlich kann keine einzelne Person alle oben genannten Felder alleine abdecken. Das Studium der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" erlaubt den Absolventinnen und Absolventen aber den Einstieg in diesen Bereichen. In den ersten Berufsjahren erfolgt dann eine Spezialisierung in einem bestimmten Teilgebiet. Man wird zum Beispiel "Fachplaner Heizungs-, Klima- und Lüftungstechniker" in einem Planungsbüro, "Betriebsleiter Versorgungstechnik" in einem Industriebetrieb, "Schulungsreferent Heizgeräte" bei einem Kesselhersteller oder "Leiter Netzbetrieb Gasversorgung" bei einem Energieversorger. Man ist mit der ersten Anstellung auch nicht vollkommen festgelegt. Etwa während der ersten fünf bis zehn Berufsjahre kann man sich noch relativ problemlos umorientieren und seinen Arbeitsschwerpunkt verlagern.

Zur reinen Versorgungssicherheit ist in den letzten Jahren ein weiterer grundlegender Aspekt zum Berufsbild "Technische Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" hinzugetreten: die Energiewende. Diese fordert eine vollständige Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien (Wind- und Wasserkraft, Solar- und Geothermie, Photovoltaik, Biogas, Biomasse) und eine drastische Minderung des Energiebedarfs in allen Bereichen. Um diese Ziele zu erreichen, müssen die derzeit vorhandenen Versorgungs- und Nutzungsstrukturen vollkommen umgestellt werden. Daher werden talentierte, kreative, motivierte, leistungsfähige Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" dringend benötigt.

Berufsaussichten

Der Arbeitsmarkt für Ingenieurinnen und Ingenieure der "Technischen Gebäudeausrüstung und Versorgungstechnik" ist nach wie vor sehr gut. Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen bei:

  • Ausführenden Firmen der Heizungs-, Klima-, Lüftungs-, Kälte- und Sanitärtechnik
    Akquise, Planung, Bauleitung, Abnahme
  • Herstellern von Anlagenkomponenten (Heizgeräte, Klimageräte, Kältegeräte, usw.)
    Vertrieb, Schulung, Forschung+Entwicklung
  • Planungsbüros
    Akquise, Beratung, Planung
  • Beratungsfirmen
    Akquise, Analyse, Beratung, Berichterstattung
  • Stadtwerken
    Betrieb, Wartung, Planung, Einkauf, Verkauf
  • Kraftwerken
    Betrieb, Instandhaltung, Optimierung
  • Wasser- und Abwasserwerken
    Betrieb, Instandhaltung, Optimierung
  • Industrie
    Betrieb, Instandhaltung, Optimierung

Die Einstiegsgehälter von Berufsanfängerinnen und -anfängern lagen im Jahr 2014 nach Branche zwischen 40.000 € und 50.000 € (Brutto-Jahresentgelt). Bei Ingenieuren mit mehr als zwei Jahren Berufserfahrung betragen die Jahresgehälter zwischen 50.000 € und 75.000 € (brutto). Je nach Tätigkeitsgebiet und Verantwortungsbereich können aber auch deutlich höhere Gehälter erreicht werden.
Quelle: www.ingenieurkarriere.de/gehaltstest

Zulassungsvoraussetzungen
  • Allgemeine Hochschulreife,
  • Fachhochschulreife,
  • Meisterausbildung oder
  • Berufsabschluss mit qualifiziertem Ergebnis und anschließender zweijähriger Berufserfahrung.

Grundsätzlich gilt als Zulassungsvoraussetzung die Hochschulzugangsberechtigung nach §65 Abs. 1 und 2 HochSchG oder eine durch die zuständigen staatlichen Stellen als gleichwertig anerkannte Hochschulzugangsberechtigung.

Bewerbungen und Einschreibung

Die Einschreibung ist sowohl zum Wintersemester als auch zum Sommersemester möglich.
Bei einer Einschreibung zum Sommersemester dient das erste Semester als Orientierungssemester. Zu allen Grundlagenfächern werden Brückenkurse angeboten, um schulspezifische Diferenzen auszugleichen.

Die Einschreibung erfolgt online unter: Bewerbung

Bewerbung für Studierende höherer Semester

Natürlich müssen auch bei Bewerbungen für höhere Fachsemester die allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sein. Über die Einstufung in das jeweilige Semester entscheidet der Fachbereich auf Grundlage der bisher erbrachten Leistungen an der vorherigen Hochschule.

Bewerbung zum Zweitstudium

Ein Zweitstudium ist gegeben, wenn bereits ein mit Erfolg abgeschlossenes Erststudium vorliegt. In diesem Falle ist der Bewerbung zusätzlich eine beglaubigte Kopie des Abschlusszeugnisses sowie bei N.C.- Studiengängen eine Begründung des Zweitstudienwunsches beizufügen.

Bewerbungsfristen

Die aktuellen Bewerbungsfristen finden Sie hier: Bewerbungsfristen

Kontakt und Beratung

Persönliche Beratung und Informationen zum Studieninhalt
erhalten Sie vom Leiter der Fachrichtung Prof. Dr. Jens Neumeister.

Informationen zu Bewerbung,Immatrikulation, Prüfungsverwaltung, Studiengangwechsel, Erstellung und Ausgabe von Zeugnissen, Exmatrikulation:

Der Studienservice vereint die Aufgaben desStudierendensekretariats, des Prüfungsamtes sowie der allgemeinen Studienberatung.

Weiterführende Studiengänge

Der Abschluss Bachelor of Engineering ist ein international anerkannter akademischer Grad nach europäischen Richtlinien. Mit dem Abschluss erhalten Sie neben der Möglichkeit des direkten Einstiegs in den Beruf und je nach Interesse und Qualifikation auch die Voraussetzung, um im Anschluss einen Master-Studiengang in der Technischen Gebäudeausrüstung & Versorgungstechnick an der Hochschule Trier zu belegen. Ein solcher Master-Studiengang qualifiziert Sie in weiteren 3 Semestern zusätzlich für anspruchsvolle Tätigkeiten in der Energeriegewinnungs- und versorgungsbranche. Desweiteren qualifiziert Sie dies zur Promotionsreife.